Interview mit Inke Jochims über “Zucker und Bulimie”

Nachdem wir uns hier in diesem Blog bisher ausschließlich auf die psychischen Aspekte von Essstörungen (Bulimie, Magersucht, Binge Eating) konzentriert haben, schauen wir uns heute mal die physische Seite an.

„Nicht nur die Psyche beeinflusst die gewählte Nahrung, die gewählte Nahrung beeinflusst auch die Psyche“

schreibt die Autorin Inke Jochims in der Einleitung ihres Buchs “Zucker und Bulimie”.

Sie erläutert weiter, dass Menschen mit Essstörungen  eine chemische Grundkonfiguration mitbringen, bei der die sogenannten Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin aus der Balance geraten sind. Da diese Transmitter sehr viele verschiedene Verhaltensweisen beeinflussen und nicht nur das Essen, führt eine entsprechende chemische Grundkonfiguration zu den für Essgestörte typischen Verhaltensweisen und entsprechenden Schwierigkeiten.

Allen drei Formen von Essstörungen gemeinsam ist der niedrige Serotoninspiegel.

Diesen kann man sowohl durch Zucker und Weißmehl als auch durch Übergewicht (Körperfett) oder durch Fasten steigern. Diesen drei Methoden entsprechen die drei Essstörungen.

Das bedeutet, Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind einfach verschiedene Wege zum selben Ziel: die Stabilisierung eines Serotoninspiegels, der durch irgendwelche unangenehmen Erlebnisse und/oder falsche Ernährung langfristig zu tief geworden ist.

Ziel muss nun also laut Frau Jochims sein, den Serotoninspiegel durch neue Verhaltensweisen (die z. B. in Selbsthilfegruppen, Therapien etc. erlernt werden können) und durch richtige Ernährung zu stabilisieren.

Warum das so ist, wie man anfängt und viele andere spannende Fragen beantworten Frau Jochims in diesem Interview:

Über die Autorin:

Inke Jochims, M. A., ist Inhaberin des Europäischen Zertifikats für Psychotherapie (ECP), DVNLP-Lehrtrainerin, NLP-Therapeutin (DG-NLPt), Heilpraktikerin und arbeitet in eigener Praxis in Berlin. Sie bietet Sitzungen im persönlichen Kontakt und über Skype an.

Frau Jochims ist Autorin der folgenden Bücher:

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4 Antworten auf Interview mit Inke Jochims über “Zucker und Bulimie”

  1. Marie sagt:

    Hallo Simone,

    Danke für dieses Interview.
    Es wäre schön, wenn die verschiedenen Aspekte, die Essstörungen verursachen, zukünftig noch mehr als Kombination gesehen werden könnten. Ich habe erst jüngst massive Anfeindungen unter Essgestörten erlebt, als ich erwähnte, dass ich den gesellschaftlichen Aspekt (also das Kollektive) bei mir als sehr dominante Ursache wahrnehme. Mir wurde unterstellt, krankheitsuneinsichtig zu sein, Übergewichtige durch meine oberflächliche Haltung zu diskriminieren und sogar, wenn ich das mal zitieren darf ” zwischen denen mit dem “gravierenden Mangel” und Deinem gelungenen Leben voller Superlative” in abwertender Weise zu vergleichen. Ich habe die virtuelle Runde mit dem Eindruck verlassen, in meiner Ursachenforschung maximal versagt zu haben, weil ich naiverweise nicht zu erkennen vermochte, dass gesellschaftliche oder gar organische Ursachen nicht in Frage kommen und ich aus Eitelkeit eine Art Verleugnung vor mir selbst vornehme.
    Was Frau Jochims aber in dem Interview sagt, deckt sich in sehr vielen Erfahrungsbereichen mit meiner Wahrnehmung. Es erklärt zum Beispiel auf einer organischen Ebene, weshalb ich als Raucherin kaum Probleme mit dem Essen hatte. Das was ich jetzt durch Überernährung herstelle, hat damals die Zigarette nach dem Essen erledigt.
    Das mit den Eiweißshakes werde ich ausprobieren, ich habe die Dinger eh noch … von der letzten Diät.
    Bist Du eigentlich die Interviewerin? Wenn ja, Kompliment, man sieht Deinem Strahlen an, wie gut es Dir geht.
    Viele Grüße
    Marie

    • Simone Happel sagt:

      Liebe Marie,

      vielen Dank für Deinen Kommentar:) Ich finde es ebenfalls wichtig, “der organischen Seite” endlich auch mal eine Stimme zu geben. Leider gab es das Buch “Zucker und Bulimie” zu meiner Zeit noch nicht. Aber ich finde es sehr empfehlenswert und habe auch – in Absprache mit Frau Jochims – die Ernährungvorschläge auf lebenshungrig.de daraus übernommen und arbeite auch im Workshop damit.
      LG Simone
      Und ja, dass bin ich ;)

  2. Juli sagt:

    Das Interview finde ich total gut. Mir war dieses Buch immer zu sehr auf den körperlichen Aspekt fixiert, und auch das “Essen nach Plan” hat mich sehr gestört. Vieles wird hier besser erklärt und beide Seiten zusammengeführt.

    Den Vorschlag, Schokolade für 10€ zu verkaufen, finde ich übrigens gar nicht so schlecht. Ich glaube, das würde wirklich einiges an unserer Einstellung verbessern.

  3. Simone Happel sagt:

    Liebe Juli,

    danke für Deinen Kommentar! Mir ging es ähnlich mit dem Buch und daher bin ich sehr froh über dieses Interview. Wir konnten dabei noch mal anders herausarbeiten, welchen Stellenwert das Essen hat.

    LG Simone

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