Essgestörten Frauen mangelt es an Selbstbewusstsein und sie wissen das und leiden darunter.
Deshalb versuchen sie (unbewusst) durch die Perfektionierung ihres Äußeren selbstbewusster zu werden.
Doch genau durch dieses Verhalten verhungert das Selbstbewusstsein noch weiter, während die Essstörung gefüttert wird.

Denn was ist es eigentlich, dieses Selbstbewusstsein?

Wenn ich meiner selbst bewusst bin, weiß ich, wer ich bin warum ich so bin und ich übernehme Verantwortung für mein Handeln. Selbstbewusste Frauen mögen und achten sich, sie kümmern sich um ihre Bedürfnisse und können zu anderen auch mal „nein“ sagen.

Frauen mit einem Essproblem neigen dazu, die Bedürfnisse ihrer Umgebung vor ihre eigenen zu stellen.

Wir versuchen, es unserer Mutter, unserem Partner, unserem Chef und unserem Zahnarzt recht zu machen, denn wir möchten um jeden Preis gemocht werden. Sie, die anderen, sollen uns charmant, intelligent, spontan und natürlich hübsch finden.

Damit richten wir den Fokus in die falsche Richtung, weg von uns selbst.

Anstatt nach Innen zu gehen, versuchen wir, im Außen unser Glück zu finden und zu erahnen, was die anderen von uns erwarten. Diese Erwartungen zu erfüllen ist nicht nur äußerst anstrengend, sondern nahezu unmöglich. Denn wir geraten natürlich ständig in Konfliktsituationen, denn was Person A gut findet, macht Person B gar nicht an. Und so steigt der Druck in uns, wir strengen uns noch mehr an entfernen uns immer mehr von uns selbst und bieten der Essstörung noch mehr Nährboden.

Denn durch unser Denken und Verhalten machen wir uns extrem vom anderen abhängig.

Sie sollen uns die Liebe und Anerkennung geben, die wir uns selbst nicht geben können. Sie sollen sich um uns kümmern und uns bewundern. Häufig wird dieser Teufelskreis dadurch begünstigt, dass wir uns mit Personen umgeben, die zur Co-Abhängigkeit (Bezugspersonen, die die Essstörung durch ihr Verhalten triggern und deren eigenes Befinden abhängig von der Essgestörten ist) neigen und dieses „Spiel“ mit uns spielen. So gelingt kein Ausstieg aus der Essstörung.

Gesund und selbstbewusst werden können wir jedoch nur, wenn wir lernen, uns selbst als die Nummer 1 in unserem Leben zu sehen.

Nein, dass hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Verantwortung. Nur, wenn wir unsere Geschichte kennen und verstehen, können wir sie akzeptieren und erkennen, dass wir gar nicht anders hätten werden können. Dann sind wir selbstbewusst und können Verantwortung übernehmen, dann halten wir es auch aus, einmal NEIN zu jemandem zu sagen.

Wenn wir freiwillig und voller Überzeugung tun was wir tun, können wir auch mit Ablehnung umgehen. Unser Leben wird deutlich leichter und entspannter und die Essstörung wird überflüssig. Unsere Beziehungen werden besser, denn nur, wer sich selbst ein guter Freund ist, kann auch eine gute Freundin, Mutter, Schwester, Tochter, Angestellte etc. sein.

lebenshungrige Grüße

Simone