Warum dein Gewicht nichts
über deinen Wert aussagt

20.000 ist eine beeindruckende Zahl, oder?

Naja, 20.000 Sandkörner sind nur ein kleines Häufchen Sand, doch 20.000 Felsbrocken können eine unüberwindbare Hürde sein. Es ist also auch eine Frage der Relation, wie sehr uns etwas beeindruckt oder beeinträchtigt.

Und sind 20.000 Facebook-Fans jetzt viel oder wenig?

Auch das ist eine Frage der Relation. Für einen Mega-Star ist das nur ein kleines Häufchen, für einen Newcomer ist es eine unüberwindbare Hürde.

20.000 Lebenshungrige

Diese Zahl beschäftigt mich heute, weil die Facebook-Seite von lebenshungrig mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe des Tages mehr als 20.000 – sogenannte – Fans haben wird.

Und sie beschäftigt mich, weil sie mir zwei Dinge zeigt, die auch für dich interessant sein können:

1: Richte deine Aufmerksamkeit auf das, was funktioniert!

2: Äußerliche Bewertungen verändern deinen inneren Wert nicht!

Aufmerksamkeit und Funktion

Schon mehr als einmal habe ich festgestellt, dass ich den Weg, den ich durch die Essstörung gegangen bin, durch lebenshungrig wiederhole. Aber auf einer ganz anderen Ebene. Und schon in der Klinik bin ich – mit Hilfe eines inneren Bildes – auf diesen Prozess aufmerksam gemacht worden: Unser Weg ist wie eine Spirale, wir kommen immer wieder an der selben Stelle vorbei, jedoch jedes Mal eine Ebene höher. Noch heute hilft mir dieses Bild sehr.

Denn ich habe verstanden, dass ich eben nicht – wie so oft gedacht – im Kreis laufe und mich auf der Stelle drehe, sondern trotz diverser Wiederholungen weiter komme. Und ich habe auch verstanden, dass der Weg so gut wie nie eine Gerade, also die kürzeste Verbindung von A nach B, ist…

Im Laufe meines Weges raus aus der Essstörung habe ich begonnen, meine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was für mich funktioniert. So habe ich mir beispielsweise bei meinen Besuchen der Selbsthilfegruppe OA – über deren 12 Schritte ich übrigens eine Video-Serie für euch plane – nur die Dinge rausgesucht, die mir wirklich geholfen haben. Den Rest habe ich einfach ignoriert.

Und als ich in Bezug auf die Sozialen Medien gemerkt habe, dass Facebook – warum auch immer – für lebenshungrig scheinbar „besser“ funktioniert als Twitter, habe ich meine Aufmerksamkeit auf Facebook gelenkt. Als ich bewusst damit begonnen habe, hatte die Seite gerade mal 78 „Fans“.

Bewertung und Wert

Wenn ich erst mal weniger als 50 kg wiege, dann habe ich mein Ziel erreicht und alles wird gut!

Diesen – oder einen ähnlichen Gedanken – habe ich zu Beginn meiner Essstörung permanent gehabt. Ich habe geglaubt, dass das Erreichen einer Zahl automatisch eine geradezu magische Wirkung auf mein Leben haben wird. Ich habe das geglaubt, weil ich meinen persönlichen Wert und die Qualität meines Lebens von meinem Gewicht abhängig gemacht habe.

Dumm war nur, dass sich – nach einem kurzen Hochgefühl – nichts geändert hat, als ich die „magische“ Grenze von 50 kg tatsächlich unterschritten hatte. Doch anstatt meinen Glaubenssatz zu hinterfragen, habe ich meine magische Grenze nach unten korrigiert…

Wenn ich erst mal 1.000 Facebook-Fans habe, dann habe ich mein Ziel erreicht und alles wird gut!

Diesen – oder einen ähnlichen Gedanken – habe ich zu Beginn meiner Social-Media-Tätigkeit häufig gehabt. Ich habe geglaubt, dass das Erreichen einer Zahl automatisch eine geradezu magische Wirkung auf mein Arbeits-Leben haben wird. Ich habe das geglaubt, weil ich den Wert und die Qualität meiner Arbeit von Likes abhängig gemacht habe.

Dumm war nur, dass sich – nach einem kurzen Hochgefühl – nichts geändert hat, als ich die „magische“ Grenze von 1.000 Likes tatsächlich überschritten hatte. Doch anstatt meinen Glaubenssatz zu hinterfragen, habe ich meine magische Grenze nach oben korrigiert…

Bis ich die Parallelen erkannt habe.

Es geht nie um die Zahlen. Es geht immer um unser SELBST-WERT-GEFÜHL!

Was Zahlen aussagen

Keine Zahl der Welt wird den gefühlten Wert meines Selbst dauerhaft verändern.

Und versteht mich bitte nicht falsch:

Mir ist bewusst, dass die kontinuierlich ansteigende Zahl der Facebook-Fans in direktem Zusammenhang mit der Qualität und Quantität meiner Arbeit steht.

Und ich freue mich sehr über dieses Wachstum und den damit verbundenen Einfluss. Ich bin dankbar, dass mir solche Medien wie Facebook zur Verfügung stehen.

Doch auch als die Seite nur 78 Fans hatte, war ich nicht WERT-LOSER als heute.

Und als ich 47 kg hatte, habe ich mich genau so WERT-LOS gefühlt, wie mit 57 kg.

lebenshungrige Grüße

Simone

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