Warum es befreiend ist,
planlos durchs Leben zu gehen

Planlos oder durchgeplant?

Was erwartest du von dir und von dem Leben?

Vielleicht sieht die konkrete Vorstellung deiner Zukunft in etwa so aus:

Mit Mitte 20 das Studium erfolgreich und problemlos beendet, bis dahin viel an die exotischsten Orte gereist und Inspirierendes erlebt, dann die Traumhochzeit mit dem Traumprinzen, die unglaublich erfolgreiche Karriere, der reibungslose Bau des Traumhauses, mit Anfang 30 das erste Kind (Junge), mit Mitte 30 das zweite Kind (Mädchen), die Karriere läuft weiter steil nach oben und bei all dem bleibt das Aussehen und die Laune selbstverständlich makellos.

Und vielleicht steckst du genau da irgendwo mittendrin und merkst, dass du deine Erwartungen nicht erfüllen kannst. Und vielleicht bist du auch schon leicht panisch, weil du das Gefühl hast, dass dir für immer mehr die Zeit immer schneller davon rennt.

Doch vielleicht sieht der Plan für dein Leben auch ganz anders aus. Allerdings weiß ich eins genau:

Je konkreter deine Vorstellung von deinem (zukünftigen) Leben ist, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ent-täuscht wirst.

Je konkreter der Plan, desto wahrscheinlicher das Scheitern

Wenn du einen relativ starren Plan für deine Zukunft hast, spielen dabei diverse Unbekannte eine beachtliche Rolle. Um mal beim Beispiel von oben zu bleiben:

Was ist, wenn du während des Studiums merkst, dass du etwas studierst, was du eigentlich gar nicht studieren willst?

Oder was passiert, wenn dich dein Studium so sehr beansprucht, dass kaum noch Zeit für Reisen bleibt?

Und stell dir vor, du hast mit Ende zwanzig deinen Traumprinzen noch nicht gefunden, heiratest du dann irgendeinen?

Vielleicht will dein Traumprinz keine Kinder oder du bekommst – warum auch immer – keine, ist dein Leben dann nicht mehr lebenswert?

Wie verhältst du dich, wenn du Kind und Karriere nicht so problemlos vereinbaren kannst, wie du es dir vorgestellt hast?

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du bei all dem immer perfekt aussiehst und bestens gelaunt bist?

Plan-Ziel erreicht, Erwartungen nicht erfüllt

Häufig passiert auch Folgendes: Du hast einen Teil deines Plans verwirklicht, doch du fühlst dich beschissen dabei. „Und jetzt?“ denkst du dann, „This is IT?!?“

Nehmen wir mal an, du planst einen Urlaub. Du kommst am Urlaubsort an und hast du dann dein Ziel erreicht? Nein, denn dein Anspruch ist, diese Zeit wirklich zu nutzen um großartige Dinge zu erleben und/oder um dich tatsächlich zu erholen. Also verplanst du den Großteil des Urlaubs und bist gestresst und frustriert, wenn die Dinge nicht so laufen wie geplant und dann wunderst du dich, dass das Genießen und Relaxen zu kurz kommt.

Von deinen Plänen in Bezug auf das Essen und deinen Körper ganz zu schweigen…

Sei planlos!

Doch wie kann es anders funktionieren?

Indem du dir erstens deiner Pläne und Erwartungen bewusst wirst, sie zweitens hinterfragst und schaust, ob es überhaupt deine eigenen sind und drittens dem Leben die Chance gibst, einen viel besseren Plan für dich zu haben!

Ich erläutere das mal an meinem eigenen Beispiel:

Mein (unbewusster) beruflicher Plan war früher, einmal in einem möglichst sicheren Angestelltenverhältnis zu enden. Die Möglichkeit, selbständig zu sein und nach meinen eigenen Regeln zu arbeiten, war für mich gar nicht vorhanden. Dieser Plan entstand natürlich ursprünglich in meiner Herkunftsfamilie in der es in der näheren Verwandtschaft gar keine und in der weiteren Verwandtschaft nur ein paar gescheiterte Selbständige gab. Abgesehen davon war das, was (internet)technisch heute möglich ist, vor einigen Jahren noch gar nicht vorstellbar.

Als ich mich mit den Ursachen meiner Essstörung auseinandersetze, stellte ich immer mehr Dinge/Personen/Sachverhalte in Frage:

Wer bin ich eigentlich wirklich und was brauche ich tatsächlich?

war dabei die wichtigste Frage.

Kurz und gut: Ich war irgendwann planlos! Und zwar in Bezug auf mich und auf das Leben.

Ich begann, mir bewusst Zeit für mich zu nehmen um mich besser kennen und verstehen zu lernen.

Und als meine Essstörung endlich verhungert war, kam – scheinbar aus dem Nichts – die Idee zu lebenshungrig.

Planlos zu sein bedeutet also nicht, nichts zu tun.

Sondern es bedeutet, hinderliche Pläne los zu werden um Platz für Besseres zu schaffen!

Planlos zu sein ist nicht der schlechteste Ausgangspunkt…

lebenshungrige Grüße

Simone

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