Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Stell dir vor du sitzt in einem Zug in dem Essen und Trinken strengstens verboten ist. Du hast aber unheimlichen Hunger und Durst und die Fahrt wird noch sehr lange dauern. Sicher könntest du dich in der Toilette verstecken und heimlich etwas essen und trinken, doch du weißt nie, ob nicht der Schaffner vorbeikommt.

Wenn der Schaffner dich erwischt, wird er dich rauswerfen und du musst zu Fuß weitergehen. Doch das kannst du nicht, denn du weißt nicht wie du alleine den Weg bewältigen sollst.

Irgendwann wird dein Hunger aber immer größer und größer und du willst nur noch essen. Der Schaffner kommt und gibt dir eine Scheibe Brot und ein Glas Wasser. Natürlich könntest du jetzt alles so schnell es geht aufessen. Doch du weißt nicht, wann du wieder etwas bekommst. Also isst du ganz langsam und teilst dir das Wenige was du hast, gut ein.

Danach geht es dir besser, doch du bist noch hungrig und weißt nicht was du tun sollst. Du beginnst den Zug zu putzen um dich abzulenken. Mit steigendem Hunger wirst du immer aktiver und putzt und putzt bis alles glänzt. Erschöpft setzt du dich wieder in deinen Sitz und spürst, wie müde du geworden bist.

Der Schaffner bringt dir nun jeden Tag weniger zu essen und du musst dir das wenige einteilen, denn du weißt schließlich nicht, wann es wieder etwas gibt. Du hast dich daran gewöhnt nur Wasser und Brot zu bekommen und es geht dir „gut“.

Nach vielen Wochen, Monaten, oder doch Jahren(?), hält der Zug an einem Bahnhof und du darfst aussteigen, wenn du willst. Doch du KANNST nicht! Woher sollst du etwas zu essen bekommen? Wie sollst du mit den vielen Menschen klar kommen die da draußen auf dich warten? Du hast Angst und klammerst dich an den Schaffner, denn ohne ihn kannst du nicht leben! Doch die Menschen am Bahnhof ziehen dich aus dem Zug. Sie schauen besorgt und du hast Angst. Zum ersten Mal seit langem hast du Angst. Du fühlst etwas.

Die Menschen wollen dir helfen und geben dir einen Teller voller Nudeln. Nudeln? Das sollst du essen? Aber dein Magen ist doch so an Brot gewöhnt! Und außerdem darfst du das doch gar nicht! Der Schaffner wusste was gut für dich ist und das war Brot! Alles andere ist gefährlich! Also sitzt du da und weinst und weißt nicht, wieso. Du willst zurück in deinen Zug! Du willst zurück zu deinem Schaffner, der dich so lange begleitet hat!

Doch du weißt nicht, dass der Schaffner deine Magersucht war. Sie hat dir gesagt was du tun sollst, sie hat dir erlaubt ein wenig zu essen. Sie hat dir verboten zu essen wenn sie es nicht wollte. Und doch kannst du ohne sie nun nicht leben. Wer begleitet dich nun auf deinem Weg und gibt dir Sicherheit? An wen kannst du dich jetzt klammern?

Jetzt nach so langer Zeit sollst du selber entscheiden was gut für dich ist, doch du kannst es nicht, weil du zu viel Angst hast!

Wärst du direkt am aller ersten Bahnhof ausgestiegen oder hättest die Notbremse gezogen, wo wärst du dann heute?

Du weißt es nicht, weil du es dir nicht vorstellen kannst.

So ist es, magersüchtig zu sein.

Man fährt alleine in einem Zug und nur der Schaffner ist dein „Freund“.

Er entscheidet für dich und das gibt dir Sicherheit.

Und irgendwann musst du aus deinem sicheren Zug aussteigen und den weiten Weg alleine gehen…

Wo findest du dich in dieser Geschichte wieder und was nimmst du daraus mit?


Damit unter deiner Geschichte ein HAPPY END stehen kann:

Der Online-Workshop GEWICHTIG

0 Antworten

Was meinst Du dazu?

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.