Perfektionismus ist der Zwilling der Essstörung.

 

Am Samstag fand der erste MindDetoxDay mit dem Thema „Verzeihen und Befreien“ in Marburg statt.

Und die wunderbaren, mutigen Teilnehmerinnen haben großartige Arbeit geleistet und entscheidende Erkenntnisse gehabt.

Gegen Ende haben alle noch mal aufgeschrieben, wie ihre „innere Perfektionistin“ mit dieser Erfahrung umgeht.

Ich habe sie bewusst aufgefordert, diese Stimme nicht zu verdrängen, sondern ihr Raum zu geben.

Alle Sätze sollten mit „Ich muss…“ anfangen.

Und unter anderen sind diese Sätze dabei herausgekommen:

Ich muss alles sofort umsetzen!

Weil ich mir heute Zeit für mich genommen habe, muss ich mich heute Abend intensiv um Kind, Haushalt, Mann, etc kümmern!

Ich muss mich zurücknehmen, denn es geht anderen noch schlechter als mir!

Diese Aussagen unserer „inneren Perfektionistin“ erzeugen Druck und füttern die Essstörung.

Denn solche extremen Ansprüche sind nicht zu erfüllen und damit bestätigen wir uns den Ur-Glaubenssatz: Ich bin nicht gut genug!

 

Was also tun?

Wir haben uns alle Sätze noch mal angeschaut und so lange damit „gespielt“, bis sie sich leichter angefühlt haben.

Dabei ist es wichtig, auf Wörter wie „müssen“, „immer“, „sofort“ und „alles“ zu achten.

Aus „Ich muss sofort alles umsetzen!“ können beispielsweise folgende Varianten entstehen:

Mit der Zeit kann ich Einiges umsetzen!

Ich muss nicht alles sofort umsetzen!

XY will ich gerne umsetzen!

Ich darf entscheiden, was ich wann und wie umsetzen möchte!

etc.

 

Wenn du dich das nächste mal von deiner „inneren Perfektionistin“ unter Druck gesetzt fühlst, bekämpfe sie nicht, sondern gib ihr eine Stimme.

Schreibe auf, welche Ansprüche sie hat und lies dir die Sätze laut vor.

Vielleicht wird dir dadurch schon leichter ums Herz und du wirst lächeln, weil einige Ansprüche so absurd unmöglich sind.

Und dann „spiele“ mit den Sätzen, ersetze vor allem die genannten Wörter, bis es sich leichter für dich anfühlt.

Lebenshungrige Grüße

Simone