Vor einigen Tagen las ich einen kurzen Dialog zwischen einem „Meister“ und seinem „Schüler“.

Der Schüler fragte seinen „erleuchteten/erwachten“ Meister Folgendes:

„Meister, wie ist es, wenn man erleuchtet/erwacht ist?“

Und der Meister antwortete:

„Wenn ich Hunger habe, esse ich. Und wenn ich müde bin, schlafe ich.“

 

„Wow“, dachte ich, „genau so ist es!“

Ich bin zwar keine erleuchtete/erwachte Meisterin.

Doch in Bezug auf das Essen, bzw. meine Essstörung, ist mir damals durchaus die Leuchte angegangen und ich bin wach geworden.

Signalisierte mir mein Körper früher, dass er Hunger hat, kommentierte mein sogenannter Verstand das beispielsweise so:

 

„Du musst etwas Gesundes essen!“

„Vielleicht kannst du es noch ein wenig herauszögern, es ist noch zu früh!“

„Lass uns auf diese Mahlzeit verzichten, dann wiegst du morgen weniger!“

„Iss dich nur nicht satt, dann nimmst du zu!“

„Du musst erst losziehen, um etwas Fettarmes zu kaufen!“

„Es gibt aber keine Schokolade zum Nachtisch!“

„Vergiss nicht, dass du gerade nach Ernährungsplan XY lebst!“

 

In dem Moment, in dem ich – damals unbewusst –  meinem Kopf immer mehr Kontrolle über meinen Körper gegeben habe, in der Hoffnung, dass mit dem perfekten Körper das perfekte Leben einhergeht, begann meine Essstörung.

 

Heute signalisiert mir mein Körper, dass er Hunger hat. Ich esse etwas. Mein Körper signalisiert mir, dass er satt ist.

Ich höre auf zu essen und denke nicht mehr darüber nach, bis ich wieder Hunger habe.

Wie oft kämpfst du tagtäglich gegen die Signale deines Körpers?

Wie oft schaltet sich dein sogenannter Verstand ein und will es besser wissen?

 

„Wenn ich Hunger habe, esse ich. Wenn ich müde bin, schlafe ich.“

Es ist so schwer, weil es so einfach ist.

Weil es darum geht, die Realität zu akzeptieren und in deinen Alltag zu integrieren.

Achte heute ganz bewusst darauf, wann und wie dein Verstand die Signale deines Körpers boykottiert!

Schreibe über deine Erkenntnisse und verurteile dich nicht dafür.

Es ist, wie es ist. Und nur wenn du das akzeptierst, kann es beginnen, sich zu ändern.

 

lebenshungrige Grüße

Simone