In unserem Wohn-Ess-Zimmer herrscht momentan das Chaos. Wir renovieren!

Und gestern Morgen, als ich den Raum leicht verschlafen betrat, dachte ich:

Wow, wenn man das ganze Chaos betrachtet, kann dass ganz schön überwältigend wirken. Doch um Ordnung zu schaffen ist es entscheidend zu realisieren,  dass es immer nur um den nächsten kleinen Schritt geht. Außerdem liegt in diesem Chaos die Möglichkeit, endlich auch mal die hintersten Ecken auszumisten und zu reinigen.

Irgendwie ist das genau so, wie der Weg „raus aus den (Ess)Problemen, rein ins Leben!“

Denn aus eigener Erfahrung und aus der jahrelangen Arbeit durch lebenshungrig weiß ich, dass oftmals  Chaos im Leben – verbunden mit einem gewissen Leidensdruck – herrschen muss, bevor wir bereit sind, Ordnung zu schaffen.

Genau so, wie ich mir heute jeden Gegenstand anschaue und überprüfe, ob wir ihn behalten, wegwerfen und eventuell ersetzen wollen, habe ich damals begonnen, mir meine Konditionierung anzuschauen. Jeder Glaubenssatz, der mir „in die Hände“ fiel, kam auf den Prüfstand:

Ist das wirklich meiner?

Tut er mir (noch) gut?

Brauche ich ihn tatsächlich noch?

Anfangs hatte ich damals häufig das Gefühl, dass ich – weil ich begann im Chaos zu wühlen – noch mehr Chaos verursachte. Das Ganze überwältigte mich zeitweise, denn je tiefer ich wühlte, desto mehr „Schmutz und Überflüssiges“ fand ich.

Manchmal wünschte ich mir tatsächlich, nicht mit diesen „Renovierungsarbeiten“ begonnen zu haben und doch gab es kein zurück mehr. Denn als ich das Chaos einmal wirklich erblickt hatte, konnte ich nicht mehr so tun, als wäre es nicht vorhanden.

Ich durchpflügte mein Leben quasi, holte alles von unten nach oben, überprüfte meine Beziehungen und meine Beschäftigungen:

Mag ich diesen Menschen wirklich?

Nährt mich das Zusammensein mit ihm?

Möchte ich, dass er weiterhin Teil meines Lebens ist, oder fürchte ich „nur“ gewisse Konsequenzen?

 

Tue ich tatsächlich gerne, was ich tue?

Macht es mich (innerlich) satt weil es mich erfüllt?

Soll diese Tätigkeit weiterhin kostbare Lebenszeit verbrauchen?

Es war ein langer Weg und einige Erkenntnisse waren schmerzhaft und gerade deshalb so wichtig.

Vor allem das Eingeständnis, wie wenig ich mich selbst im Grunde kannte und mochte.

Wie sehr ich im Außen verhaftet war und wie verzweifelt ich bei anderen die Bestätigung suchte, die ich mir selbst nicht geben konnte.

Und dieser Weg war gepflastert von Rückfällen in alte Verhaltensweisen.

Denn auch wenn ich beispielsweise erkannte, dass mir ein gewisses Verhalten nicht gut tat, konnte ich es nicht gleich „entsorgen“. Ich versteckte es unbewusst im hintersten Winkel und dort gammelte es vor sich hin und nahm Raum ein. Und zwar so lange, bis ich irgendwann bereit war, es hervorzuholen, mich ihm wirklich zu stellen und es zu „entsorgen“. Bis ich wirklich verstand, dass „etwas anderes“ diesen Raum einnehmen sollte, dass ein anderes Verhalten gesünder – weil ehrlicher – war.

Hierbei lernte ich, dass ich gewisse Dinge nicht „machen“ kann, sondern dass es immer wieder um Kapitulation, um Akzeptanz und Vertrauen,  und nicht um Kampf geht. Und ich lernte, geduldig zu sein und mich auf das hier und jetzt, den nächsten kleinen Schritt zu fokussieren um nicht vom Gesamt-Chaos überwältigt zu werden.

Der Weg durch das Chaos führt zu Ordnung im Sinne von Leichtigkeit, Gesundheit und (innerer) Freiheit.

Und wer einmal ein so großes Chaos bewältigt hat, der sorgt automatisch dafür, dass kein weiteres mehr entsteht.

Stelle dich heute dem nächsten kleinen Schritt und gehe ihn in deinem Tempo.

Erkenne, dass es eine logische Konsequenz ist, dass dann ein wundervoller (Lebens)Raum auf dich wartet, wenn das (innere) Chaos beseitigt ist!

Und wenn dir das Chaos gerade zu groß erscheint, erlaube dir, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mit „Entrümplungshilfen“ wie Therapeuten etc, kannst du es dir leichter machen.

lebenshungrige Grüße

Simone