Dein Weg „Raus aus der Essstörung, rein ins Leben“ ist in seinen einzelnen Schritten so individuell wie dein Fingerabdruck.

Und doch gibt es die eine Gemeinsamkeit: das Ziel!

Du gehst los, um bei dir selbst anzukommen.

Auch wenn das anfangs ganz anders aussieht.

Denn es braucht ein gewisses Maß an Leid, um die ersten Schritte zu gehen. Manchmal muss es wirklich ungemütlich werden, damit du das vertraute Elend verlässt und dich ins scheinbar Ungewisse aufmachst. Und es ist zunächst auch eher ein Weglaufen – vor der Scham, den Schuldgefühlen, der Wut und Einsamkeit, dem Druck und dem Schmerz – als ein Hinlaufen zu dir selbst.

Auf diesem Weg geht es sowohl bergauf als auch bergab. Mal läufst du mutig voran, ein anderes Mal bleibst du entmutigt stehen. Manchmal fällst du in ein Loch und musst dich mühsam herausarbeiten. Ein anderes Mal verrennst du dich, läufst im Kreis und kommst mehrmals an der gleichen Stelle vorbei.

Das einzige Erfolgsgeheimnis ist das Weitergehen.

Egal, wie weit entfernt das Ziel scheint: Die nächsten Schritte liegen direkt vor dir und sie sind machbar.

Denn auch wenn du das Ziel nicht sehen kannst, hast du doch einen inneren Kompass dabei. Und je häufiger du bereit bist ihm zu folgen, desto leichter und schneller kommst du an. Denn du wirst weniger hinfallen und dich seltener verlaufen. Und du wirst streckenweise in guter Gesellschaft laufen.

Dieser Kompass ist ein unfehlbarer Wegweiser.

Denn wer soll dich besser zu dir führen können, als deine Seele, deine Intuition, als du selbst?

Es gibt sie, diese innere Stimme, die schon immer da war und die immer da sein wird. Diese Botschaften, die so lange kein Gehör gefunden haben, die du unterdrückt hast. Diese ruhigen Worte, die durch all den Lärm von Außen übertönt wurden.

Es ist die Unterdrückung deiner Seele, die so viel Druck, Angst und Schmerz in dir erzeugt. Und weil sie sich nicht anders zu verständigen weiß, hat sich deine Seele deinen Körper zur Hilfe genommen um ihren Lebenshunger durch die Essstörung sichtbar zu machen.

Du hungerst danach, ganz du selbst zu sein!

Deine Essstörung ist deine Sehn-Sucht nach dir!

Und damit dir auf deinem Weg nicht die Puste ausgeht ist es entscheidend, immer wieder Kontakt zu deinem Kompass herzustellen. Er zeigt dir die Richtung. Er lässt dich wissen, welche Wegbegleiter und Werkzeuge dich leichter und schneller gehen lassen.

Diesen Kontakt kannst du nur herstellen, in dem du den Raum dafür schaffst und Zeit mit dir ganz alleine verbringst.

Denn wenn du dir selbst näher kommen willst, musst du dich kennen lernen können!

Und am Ende deines Weges wirst du dir selbst jubelnd in die Arme laufen, dich festhalten und verwundert erkennen:

Du bist ganz bei dir angekommen und die Essstörung ist unterwegs verhungert!

Und dann, wenn du in bester Gesellschaft bist, kannst du dir das Leben erschaffen, dass du Leben willst.

lebenshungrige Grüße

Simone