Gesund sein heißt für mich nicht nur, keine Essstörung mehr zu haben.

Es geht weit darüber hinaus.

Gesund sein bedeutet, ganz ich selbst sein.

Es geht um das Sein und nicht um das Machen oder Haben.

Jahrelang habe ich geglaubt, ich müsste im Außen irgendetwas erreichen um endlich zufrieden mit mir sein zu können.

Ein gewisses Aussehen, bestimmte Auszeichnungen.

Doch all das hat mich immer kranker und unglücklicher gemacht.

Und ich habe immer verzweifelter im Außen nach einer Lösung gesucht:

Beispielsweise sollten mir andere Menschen genau sagen, wie ich meinen Körper manipulieren kann.

Sowas nennt man dann einen Ernährungsplan oder eine Diät.

Ich habe im Außen (meinem Körper) das Problem gesehen und ich habe im Außen (bei anderen Menschen) nach der Lösung gesucht.

Doch so funktioniert es nicht.

Gesund sein geht anders!

Gesund werden ist ein Weg, der sich von Innen nach Außen vollzieht und nicht anders herum.

Gesund sein heißt für mich, mein „krankes“ Denken zu erkennen.

So habe ich kapituliert und verstanden, dass ich das Essen schon lange nicht mehr im Griff hatte, sondern das Essen mich.

Mein Denken ist dahingehend „krank“ gewesen, dass ich besESSEN von den Gedanken über das Essen und mein Gewicht war.

Ich habe enorm darunter gelitten, nicht so kontrolliert essen zu können, wie ich glaubte, essen zu müssen.

Und ich habe ebenfalls darunter gelitten, dass ich nicht so aussah, wie ich glaubte aussehen zu müssen.

Das Problem war dieser Glaube, nicht das Essen oder mein Körper. Und dieser Glaube hat zu weiteren Problem geführt:

Ich wollte Perfektion und bekam eine Essstörung.

Körper vor Kopf

Gesund sein heißt für mich, die Grenze zwischen Körper und Kopf zu erkennen und zu wahren.

Heute entscheidet mein Körper über das Essen. Er signalisiert mir, wann er Hunger hat, manchmal auch ganz konkret worauf.

Und dann erfülle ich seine Bedürfnisse, ohne sie anzuzweifeln oder darüber nachzudenken, ob das gut oder richtig ist.

Meine „Erfolgsquote“ liegt dabei bei 100%. Ich fühle mich wohl in meinem Körper und ich nehme weder ab noch zu.

Ich habe das Gewicht, das mein Körper für das richtige erachtet und das er sich immer wieder, beispielsweise nach einer Magen-Darm-Grippe, sucht.

Innere Stimme vor äußeren Stimmen

Gesund sein heißt für mich, meiner inneren Stimme, meiner Intuition, Raum zu geben und auf sie zu hören.

Heute ist diese innere Stimme mein wichtigster Ratgeber.

Ich „predige“ euch immer wieder, wie entscheidend es ist, Zeit mit sich selbst zu verbringen.

Und zwar qualitativ hochwertige Zeit. Zeit, in der du Spaß hast.

Zeit, in der du in der Natur bist, meditierst, tanzt oder schreibst.

Oder Zeit, in der du irgendetwas anderes tust, das dir Zugang zu deinem Inneren verschafft.

Denn dadurch schaffst du Raum für deine Intuition.

Dann kann sie „zu dir sprechen“ und du kannst „zuhören“ und beginnen, danach handeln.

Meine „Erfolgsquote“ liegt auch hier bei 100%. Meine innere Stimme hat immer Recht.

Denn sie ist im Grunde der absolute Ausdruck dessen, was ich im Kern bin.

Und gesund sein bedeutet für mich, mich die sein zu lassen, die ich bin.

Unentschuldbar das AUSzudrücken, was in mir ist.

Denn „mit Hilfe“ der Essstörung UNTERdrücken wir uns. Und das ist ungesund…

Selbstliebe ist ein anderes Wort dafür.

Gesund werden heißt nicht, dass du eine andere werden musst.

Es heißt, dass du all die Schichten, die dir durch deine Erziehung und Sozialisation auferlegt wurden – und die Glaubenssätze, die dadurch entstanden sind – Stück für Stück erkennst, und bei Bedarf ablegst.

Was dann noch übrig bleibt, ist dein Wesenskern, dein wahres Selbst.

Der Kopf als „Ausführungsgehilfe“

Gesund sein heißt für mich, das mein Kopf, mein sogenannter Verstand, der „Ausführungsgehilfe“ meines Körpers und meiner inneren Stimme (die ja übrigens auch im Körper wohnt!) ist.

Anders gesagt:

Wenn mir meine innere Stimme sagt, wohin die Reise gehen soll, setze ich meinen Kopf ein, um die Reise umzusetzen.

Oder wie Einstein so passend gesagt haben soll:

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk,
und der rationale Verstand ein treuer Diener.
Wir haben eine Gesellschaft erschaffen,
die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.

Gesund sein bedeutet für mich, das „heilige Geschenk“ zu erkennen und anzunehmen zu können!

lebenshungrige Grüße

Simone