Ganz ehrlich? 2020 kann weg!

Da geht es mir, wie wahrscheinlich den meisten von euch.

Ich hungere nach den Dingen, die bisher selbstverständlich für mich waren.

Und doch blicke ich überraschend positiv, sehr demütig und dankbar, auf dieses Jahr zurück.

Und das erstaunt wohl niemand mehr als mich selbst ;)

So habe ich es beispielsweise noch mehr schätzen gelernt, dass ich mein ganzes bisheriges Leben lang Reisen konnte, wann und wohin ich wollte.

Und ich habe erkannt was für ein Luxus es ist, sich mit mehreren Menschen treffen zu können, sich nah zu sein.

Verantwortung übernehmen heißt Selbstvertrauen haben

Im ersten Lockdown  im Frühjahr wurde mir bewusst, dass das – was für viele plötzlich Neuland war – für mich seit Jahren Alltag ist. Denn ich arbeite immer alleine von zu Hause aus. Während der Telefon-Mentorings habe ich häufig mitbekommen, wie herausfordernd „alleine zu Hause arbeiten“ für viele Lebenshungrige ist. Und das kann ich aus eigener, früherer Erfahrung gut nachvollziehen.

Wer alleine von zu Hause aus arbeitet, wird viel mehr auf sich selbst zurückgeworfen. Das ist eine Herausforderung, denn plötzlich tauchen scheinbar einfache Fragen auf, hinter denen etwas Wichtiges verborgen liegt. Das sind Fragen wie:

Wann mache ich eine Pause und was mache ich?

Kann ich den PC jetzt wirklich mal verlassen?

Was denken die Kollegen, was denkt die Chefin?

Es geht letztlich darum, Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung für diese Entscheidungen zu übernehmen.

Und hierfür braucht es eine gehörige Portion Selbstvertrauen!

Die Chance liegt darin zu erkennen, wie unüberwindbar die eigene Kluft zwischen dem Ur-Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug!“ und dem ungesund hohen Anspruch „Ich muss perfekt sein!“  ist. Kein Wunder, dass in diesem Spannungsfeld der Kühlschrank aus der Küche zu rufen scheint…

Wir gehen den Genesungsweg nicht nur für uns selbst

Auch haben in diesem Jahr viele andere Einzelunternehmer große finanzielle Einbrüche bis hin zu Existenzängsten erleben müssen. Da meine Arbeit schon immer überwiegend online bzw. am Telefon stattfindet, hat mich auch das nicht betroffen. Und als chronisch Lungenkranke und daher Risikopatientin, habe ich meine Arbeitsweise nochmal auf eine ganz andere Weise zu schätzen gelernt.

In diesem Jahr habe ich wirklich begriffen, wie richtig es war, lebenshungrig zu gründen. Für mich selbst und meine eigenen Lebensumstände, aber auch für die Lebenshungrigen, die ich durch mein Mentoring begleite. Denn sehr viele von ihnen haben ausgerechnet in 2020 wirklich große Fortschritte machen können.

Sie haben die Zeit, die sie viel häufiger als in den Jahren zuvor, mit sich selbst verbracht haben, tatsächlich nutzen können.

Vor diesen wunderbaren und enorm mutigen Frauen verneige ich mich!

Denn es ist ein großes Geschenk, das miterleben zu können und immer wieder zu begreifen, mein eigener Genesungsweg war so wichtig – nicht nur für mich!

Und jenseits von lebenshungrig sehe ich das vor allem in meinem Privatleben.

Ich bin sehr froh darüber, dass es meinen Eltern und meiner Schwester gut geht und dass wir ein so enges Verhältnis haben.

Und auch wenn vieles in meinem ursprünglichen Familiensystem noch so ist, wie es früher war, habe ich damit meinen Frieden gemacht.

Das Negative berührt mich emotional nichts mehr, ich bin innerlich frei davon. Denn ich habe verstanden, dass es nichts mit mir zu tun hat. Und das Positive genieße ich.

Heute weiß ich, dass ich andere Menschen oder bestimmte Situationen nicht ändern kann. Diesen Kampf kämpfe ich nicht mehr.

Und doch kann ich meine Einstellung dazu und meinen Umgang damit Schritt für Schritt ändern.

Und das ist das Entscheidende!

Dadurch habe ich ein krankes (Familien)System geheilt, denn ich gebe es nicht weiter!

Das erlebe ich jeden Tag in der Familie, die ich gegründet habe.

Denn genau so, wie ich heute nicht mehr über Essen und Gewicht nachdenke sondern meinem Körper vertraue und dadurch mit Leichtigkeit mein Gewicht halte, so erlebe ich diese Leichtigkeit auch in meiner Beziehung und in der sogenannten Erziehung:

Ich bin ganz ich selbst und ich lasse meinen Mann und meine Kinder sie selbst sein.

Ja, es klingt geradezu erschreckend simpel und heute ist es das auch für mich. Doch es war ein langer, aber absolut lohnenswerter Weg dorthin.

Und selbstverständlich bin ich nicht perfekt darin. Doch das erwarte ich heute auch nicht mehr, weder von mir, noch von anderen Menschen.

Selbstheilung bedeutet eben nicht, eine andere, bessere Version zu werden, sondern voll und ganz die zu sein, die du bist!

Es bedeutet herauszufinden, wer oder was bist du wirklich und wer oder was glaubst du sein/tun/darstellen zu müssen und warum eigentlich?

Das Jahresmotto

Schon seit einigen Jahren ist es eine persönliche Tradition, mich zwischen den Jahren für eine Art Jahresmotto für das kommende Jahr zu entscheiden. Das kann ein Wort oder auch ein Satz sein. In 2020 war es für mich mal wieder die Erinnerung daran, dass der Ur-Glaubenssatz nicht wahr ist. Jeden Tag um 11.00 h tauchte der Satz „Ich bin gut genug!“ in meinem Kalender auf sämtlichen Geräten auf.

Denn die wesentlichen Faktoren beim Gehen des Genesungsweges sind Zeit und Wiederholung!

Du kannst nicht erwarten zu heilen, wenn du nicht bereit bist, nach Innen zu schauen und immer wieder Zeit in dich selbst zu investieren und durch Wiederholung Erkenntnisse in dein Unterbewusstsein sinken zu lassen.

Und auch wenn ich schon seit über 20 Jahren keine (Ess)Probleme mehr habe, so gehe ich doch noch immer meinen Weg und heile weiter.

Bei diesem Jahresmotto geht es mir darum, etwas zu wählen, das mir sehr wichtig ist, mit dem ich mir aber nicht immer ganz sicher bin. Doch im Laufe dieses Jahres habe ich festgestellt, dass ich mit dem Satz „Ich bin gut genug“ sicher bin. Ich weiß, dass ich gut genug bin! Und deshalb habe ich mein Motto mitten in der Pandemie geändert in: Ich bin sooo gut! Und wenn dieser Satz täglich um 11.00 h auftaucht, ist er durchaus manchmal eine Herausforderung! Dann begebe ich mich bewusst auf die Suche nach Beweisen für die Richtigkeit dieses Satzes.

Heute war das nicht nötig, denn mir wurde „der Beweis“ in mein Postfach geliefert:

Deine Arbeit ist unbezahlbar!!!!
Deine Unterstützung und Hilfe, vor allem Dein Verständnis und aufbauenden, Mut machenden Worte sind ein Geschenk!!!!

Ehrlich gesagt kann ich Feedback, das sooo positiv ist, häufig noch nicht sooo gut annehmen.

Und es fühlt sich irgendwie großkotzig an, es hier zu veröffentlichen.

Doch ich tue es trotzdem.

Dieser eine Satz…

Es gibt einen Satz, den ich nach den Telefon-Mentorings so häufig im Kopf habe. Und dieser Satz lautet:

Wenn du dich erst mal halb so toll findest, wie ich dich schon jetzt finde, dann…!

Denn nicht du bist ein Problem.

Das Bild, die Geschichte in deinem Kopf, die du dir über dich und über das Leben erzählst, deine Glaubenssätze, machen dir Probleme!

Nicht dein Körper, sondern dein Kopf ist es, der dir im Weg steht!

Und das kannst du ändern.

Dein nächster Schritt kann sein, dass auch du ein wichtiges Wort, einen Satz, für 2021 auswählst und dich täglich daran erinnern lässt.

Sei es dir Wert, denn du bist sooo gut und du hast ein glückliches Leben und ein gesundes Gewicht verdient!

Lass dir dein Leben schmecken!

Simone @lebenshungrig