Unterdrückung erzeugt (Ess)Druck

Frauen mit (Ess)Problemen haben gelernt, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken. Wir haben früher mehrfach die schmerzhafte Erfahrung gemacht, dass es scheinbar nicht in Ordnung ist, gewisse Gefühle und Bedürfnisse zu haben und auszudrücken. Weil wir damals nicht erkennen konnten, dass nicht unsere Gefühle und Bedürfnisse falsch sind, sondern der Umgang anderer Personen damit, ist der Ur-Glaubenssatz „Ich bin nicht (gut) genug“ im Sinne von „Mit mir stimmt etwas nicht“ entstanden.
Und weil wir glauben, dass mit uns „etwas nicht stimmt“ unterdrücken wir selbst weiter unsere Bedürfnisse und Gefühle, wir schlucken alles runter. Und das schnürt uns dann den Hals zu und/oder liegt uns schwer im Magen.
Heute vermeidest du selbst deine Gefühle – überwiegend Angst, Wut und Scham – weil du glaubst, dass sie entweder nicht okay sind oder, dass du sie nicht aushalten kannst.
Auch glaubst du, dass deine Bedürfnisse nicht in Ordnung sind, dass es egoistisch ist, auf dich zu achten und deine Grenzen zu wahren, Pausen und Vergnügen zu haben.
Doch genau dieser Glaube und dein daraus resultierendes Verhalten nährt die (Ess)Probleme.
Die Unterdrückung deines Selbst, dieser Person, die du im Kern – mit all deinen Emotionen und Bedürfnissen bist – erzeugt (Ess)Druck. Dementsprechend kann die Lösung auch nicht in deinem Aussehen oder Gewicht und in der Anerkennung anderer Menschen liegen.
Zu Heilen bedeutet, dich selbst, dein Selbst, auszudrücken und die Erfahrung zu machen, dass Emotionen in Ordnung und auszuhalten sind – wenn du dich deinen „Altlasten“ gestellt hast. Und es bedeutet, deine Bedürfnisse zu befriedigen, damit du nicht mehr durch essen, kotzen, hungern oder extremes Sporttreiben kompensieren brauchst.
Du selbst kannst herausfinden und dir erlebbar machen, wie du dich verbal, körperlich und kreativ ausdrücken und dabei innerlichen Druck abbauen und somit den (Ess)Problemen die Nahrung entziehen kannst.