„Über Einsamkeit, die Angst vor dem Sommer und den Wunsch nach einer Klippe“

Weil du zählst_-6

Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Wie ich mich fühle? Ganz ehrlich?

Einsam.

Es ist seltsam, aber auch wenn ich unter Menschen bin fühle ich mich allein. Ich habe das Gefühl, dass mich niemand wirklich kennt, dass mich niemand wirklich versteht. Die Bulimie und ich haben unser Geheimnis. Sie ist da, wenn ER es nicht ist. Sie ist da, wenn scheinbar niemand da ist.

Ich bin die Zuhörerin meiner Freundinnen, bei jedem kleinsten ihrer Probleme. Aber wer ist meine Zuhörerin? Wer hört mir zu? Wer hört meine Hilfeschreie, auch wenn sie noch so leise sind?

Essen und Kotzen. Die Probleme wegessen und den Frust wegkotzen. Danach geht es mir besser. Warum sieht niemand wie es mir geht? Warum sieht niemand dass dieses perfekte Leben alles andere als perfekt ist?

Ich hasse diese Gesellschaft. Ich hasse dieses Schönheitsideal. Wann sieht die Gesellschaft, wie sie selbst daran zu Grunde geht? Was muss passieren, damit mich endlich jemand sieht? Mich endlich jemand hört, versteht und sich meiner annimmt?

Mit jedem Schritt den ich mache, denke ich an die Makel meines Körpers. Meine makelhafte Figur, sonst mache ich doch alles so perfekt. Wieso das mit meiner Figur nicht? In vier Tagen geht’s in den Urlaub. Aber ich kann mich nicht freuen.

Ich habe Angst. Angst vor dem Strand. Angst vor dem Bikini. Angst vor den Männern. Angst vor den Mädels. Ich fühle mich wie eine Seekuh. In jedem Spiegel betrachte ich meinen Bauch und meine Beine. Mein Schultern, meine Backen. Selbst die Fenster reflektieren meine moppelige Figur spöttisch neben den perfekten Figuren meiner Freundinnen.

Ich schäme mich vor IHM. Ich schäme mich, mich auszuziehen. Würde am liebsten einfach immer das Licht auslassen, damit er mich nicht sieht. Ich habe Angst vor dem Sommer. Ich habe Angst vor dem Frühling. Ich habe Angst vor kurzen Hosen, allgemein vor Hosen. Das Freibad und der See werden auch dieses Jahr wieder von mir boykottiert werden. Ich habe solche Angst vor dem Urlaub. Ich habe Angst mich zu zeigen. Im Bikini, fast nackt. Keine retuschierenden Kleidchen oder Tops.

Bald haben wir unser einjähriges, die Bulimie und ich. Wie wir es feiern wird sie mir schon noch zeigen. Die Katerkopfschmerzen schenkt sie mir jeden Morgen aufs Neue. Meine Zähne werden gelb und dünn. Die Tage schlechter, doch keiner scheint es zu bemerken. Jeder sieht nur, was er sehen möchte. Das perfekte Leben. Mein perfektes Leben.

Ich würde so gerne schreien, alles rauslassen. Meinen ständigen Perfektionismus von einer Klippe schubsen. Am besten die Bulimie gleich hinterher. Doch wer bleibt mir dann noch? Ich werde sie nicht los, ich brauche sie. Sie gehört zu meinem Leben, meinem Alltag, zu mir. Ich hasse sie, aber ich kann nicht mehr ohne sie. Ich habe Angst.

Wo findest du dich in dieser Geschichte wieder und was nimmst du daraus mit?

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Schicke mir die Geschichte deiner Essstörung an info@lebenshungrig.de, ich veröffentliche sie anonym.

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„Über tröstendes Essen, Leistungssport und die Sehnsucht nach Schlankheit“

Weil du zählst_-6

Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Vielleicht ganz von vorne.

Ich bin als einziges Mädchen mit drei Brüdern aufgewachsen. In einer Familie, in der alle groß, schlank, gutaussehend und aktiv sind. Ich war schon immer dicker als der Rest. Wenn ich mir Kinderbilder ansehe, stelle ich fest, dass ich bis ich 5 war, zwar nicht dick, aber irgendwie kräftiger als meine Brüder war. Mit ca. 6 Jahren fing es an, dass meine Großeltern, Tanten und Onkel mich auf mein Gewicht und mein Essverhalten ansprachen: “wie viele Scheiben Brot hast du schon gegessen?”; “muss das sein, dass du jetzt noch etwas isst?”; “das nächste Mal, wenn wir uns sehen, hast du abgenommen, versprichst du mir das?”

Zu meinen Brüdern immer nur: “Na Jungs, dann lasst es euch mal schmecken”. Hinzu kam, dass meine Brüder bald herausfanden, dass sie mich mit meinem Gewicht wunderbar ärgern konnten. Es fielen üble Schimpfwörter. “Fette Sau” war noch nett.

Meine Eltern haben nichts gesagt oder zumindest nicht genug, um es zu unterbinden. Um meinen Kummer zu vergessen, fing ich an, heimlich zu essen. Jeden Tag habe ich mir Süßigkeiten gekauft. Das Geld dafür habe ich von meinen Eltern geklaut. Sie haben es nicht gemerkt.

Ich wurde immer dicker und mit 14 Jahren wog ich 95 Kilo. Dann änderte sich mein Leben, denn ich begann, Leistungssport zu machen. Ich nahm in drei Monaten über 20 kg ab, denn mit meinem Gewicht hätte ich nicht vorne mitmischen können. Es folgte die übliche Bewunderung. Auf einmal nannte meine Oma mich nicht mehr beim Namen, sondern “mein schlankes Mädchen”. Es war wunderschön, jedenfalls am Anfang. Ich wurde sehr erfolgreich und schaffte es sogar in die Junioren-Nationalmannschaft. Doch selbst mit meinem Gewicht von 75 kg bei 1,78m Körpergröße und jeder Menge Muskeln, war ich immer noch eine der schwersten Sportlerinnen.

Ständig machten andere Trainer Bemerkungen, ich müsse aufpassen. In Trainingslagern mussten wir uns jeden Tag wiegen und so oft es ging, habe ich danach ein falsches Gewicht angegeben. Damals fing es an, dass ich zwischen Hungern und Fressattacken hin und her gerissen war. Ich konnte mir niemals vorstellen, mit dem Leistungssport aufzuhören, denn die 20 Stunden Training in der Woche halfen mir, mein Gewicht zu halten. Ich hatte unheimliche Angst zuzunehmen. Irgendwann war dann aber doch Schluss mit der Karriere. Noch lange habe ich intensiv Sport gemacht, um mein Essverhalten zu kompensieren, aber mittlerweile mache ich nur noch selten Sport. Ich fühle mich zu fett. Es ist mir peinlich, dabei gesehen zu werden.

Heute dreht sich in meinem Leben immer noch alles ums Essen. Ich mache seit zweieinhalb Jahren eine Therapie, aber dort spielt das Essen eigentlich keine große Rolle. Es soll nur um die Dinge gehen, die dahinter liegen. Die Depressionen und die Gründe dafür. Wenn es mir gut geht, merke ich tatsächlich, dass ich weniger ans Essen denke, aber das ist selten und ich fühle mich mit dem Problem allein gelassen.

Ich wünsche mir immer, dass mich jemand an die Hand nimmt und mich da heraus führt, aber bisher kam noch niemand. Zahlreiche Versuche, es allein zu schaffen, sind gescheitert und mein Selbstvertrauen ist, was mein Essverhalten angeht, auf Null geschrumpft. Wenn es ganz schlimm ist mit den Essanfällen, kotze ich hinterher alles wieder aus, aber meistens behalte ich es drin, so als wollte ich mich selbst bestrafen. Denn für mich ist es das Allerschlimmste, dick zu sein.

Ich will nicht schlank sein, ich will dünn sein, richtig dünn. Jede Mahlzeit ist für mich eine Niederlage, die ich jeden Tag und immer wieder aufs Neue durchleben muss. Ich erwische mich manchmal dabei, dass ich mir wünsche, magersüchtig zu sein. Ich weiß, dass es eine schreckliche und lebensbedrohliche Krankheit ist und trotzdem ist der Wunsch, dünn zu sein, in mir so groß, dass mir alles andere egal ist.

Wenn ich richtig dünne Frauen auf der Straße sehe, wünsche ich mir, auch so auszusehen. Obwohl ich insgeheim weiß, dass es mir auch nicht besser gehen würde, wenn ich von heute auf morgen einfach dünn wäre. Die Heilung findet von Innen heraus statt; so viel habe ich schon gelernt. Fehlt “nur noch” die Umsetzung. Ich hoffe, dass ich es irgendwann schaffen werde, meine Essstörung zu besiegen. Vielleicht wird mir der Online-Workshop dabei helfen…

Ich wünsche allen, die das lesen und die vielleicht gerade an einem ähnlichen Punkt stehen, viel Kraft. Lasst es uns anpacken!

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„Über überforderte Mütter, Selbstdisziplin und Angst vor der platzenden Bombe“

Weil du zählst_-6

Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Ich bin momentan fast 20 Jahre alt und meine Geschichte ist nichts Weltbewegendes, Neuartiges, Besonderes…

Immer wieder lese ich von Personen, die es wirklich schlimm hatten/haben und scheinbar jeden Grund haben „dürfen“, eine Essstörung zu bekommen.

Bei mir war das immer anders. Ich bin Einzelkind, hab damals auf dem Dorf mit meinen Eltern, die glücklich verheiratet sind, in einem Haus gewohnt. Mir hat es sozusagen an nichts gemangelt. Meine Eltern waren fürsorglich und immer für mich da.

Trotzdem soll meine Geschichte eine Art Hinweis für alle Angehörigen sein – denn auch wenn es böse klingt, meine Eltern haben mir vieles erschwert, als ich mit Essstörungen in Kontakt kam.

Zunächst einmal war meine Mutter immer übergewichtig und wollte auch immer abnehmen (mit Diätpillen, Fitnessstudio, Friss-die-Hälfte und was nicht alles). Als ich ungefähr 11 war und meinen kindlichen Bauch zu dick fand, habe ich keinen Anstoß daran genommen, auch abnehmen zu wollen und habe dies auch vor meiner Mutter zugegeben, die das Ganze sicher als Spaß oder „Phase“ angesehen hat.

Solche „Tendenzen zum Abnehmen“ hatte ich immer wieder – teils mit Erfolg, dann war es mir wieder egal und so weiter. Ich war dann allerdings schon mit 11 untergewichtig, was irgendwie niemand ernst nahm, weil ich noch so jung war.

Mit Einsetzen der Pubertät wurde alles schwieriger: Mein Körper veränderte sich, ich nahm zu, ich hatte auf einmal ganz andere Weltsichten als meine Eltern und kaum eine Person, die meine Vorstellungen unterstützt hat. Ich wurde immer als naiver Weltverbesserer abgestempelt – die Tochter, die eigentlich gar nicht in die harmonische Familie passte. Ich fing an, immer mehr zu rebellieren, weil ich mich nicht ernstgenommen fühlte. Meine Mutter wurde außerdem sehr anhänglich, wollte meine beste Freundin sein und war immer enttäuscht von mir, wenn ich ihre starken Gefühle nicht erwidert habe.

Das hat irgendwann dazu geführt, dass ich das Gefühl hatte, mich immer nur noch rechtfertigen zu müssen. Meine Mutter bezeichnete mich als kalt, abwesend, ich hätte keinen Sinn für die Familie – und das sind Worte, mit denen man mit 14 Jahren nicht beschrieben werden will.

In der Schule ging es dann los, dass ich die erste war, die Brüste bekommen hat in meinem Freundeskreis. Ich hab angefangen, mich dafür zu schämen und mich ständig zu vergleichen. Und gerade in der Pubertät können sich die Körper der Jugendlichen ja sehr stark unterscheiden – es gab immer jemanden, der dünner war, zierlicher war. Ich fing an, weite Kleidung zu tragen und dachte mir „wenn ich dünner wäre, verschwänden auch die Rundungen“. Schon damals war ich außerdem sehr perfektionistisch und konnte es gar nicht leiden, wenn jemand in irgendeiner Weise besser war als ich.

Und ich nahm tatsächlich ab. Fünf Stunden Sport am Tag waren normal für mich. Je mehr mein Gewicht fiel, umso besorgter wurde meine Mutter. (Ich bin meinem Vater heute noch dankbar, dass er sich rausgehalten hat, denn die Beziehung zu meiner Mutter wurde dadurch bis heute sehr geschwächt und mit Spannung beladen).

Erst fing sie an, sich permanent über mein Gewicht aufzuregen. Sie sagte mir, ich sei nicht mehr schön. Ständig versuchte sie mich direkt und schonungslos zu konfrontieren: „Hast du eine Essstörung? Wir müssen darüber reden!“. Ich war dafür aber noch gar nicht bereit und ihre ständigen Kommentare zu meinem Körper und meinem Verhalten haben mich sehr gekränkt, weswegen ich mich stattdessen lieber von ihr abgewendet habe.

Mit 15/16 hatte ich mein Tiefstgewicht erreicht und meine Mutter machte das denkbar schlimmste (aus meiner Sicht): Sie zwang mich zum Essen. Zunächst stellte sie mir Essen hin, als sie jedoch bemerkte, dass ich dieses im Klo runterspülte und versteckte, setzte sie sich wie ein Aufpasser daneben (eine unaussprechliche Qual, ich übertreibe nicht, gerade weil ich immer alles abgestritten habe und mich deswegen normal verhalten musste).

Damals haben wir uns fast täglich gestritten. Ich sagte ihr, sie solle mir nichts erzählen, da sie übergewichtig sei – sie sagte zu mir, ich müsse unbedingt als primäres Ziel zunehmen. Sie setzte mich unter Druck, wenn ich in einer Woche nicht x kg zunahm, würde sie mir meinen Hometrainer wegnehmen. Ich musste mich vor ihr ausziehen und wiegen. Es ist nicht untertrieben zu sagen, dass ich sie dafür regelrecht gehasst habe und mich eigentlich nur noch schlechter fühlte – das waren eben ihre Methoden, als ich ihr einmaliges Angebot zum Arzt zu gehen, ablehnte und mich gegen den Gedanken einer möglichen Essstörung auflehnte. Ich dachte mir immer mehr Wege aus, sie auszutricksen und der Kontrolle zu entkommen.

Irgendwann wurde sie hilflos und weinte oft, weil ich mich angeblich so schrecklich benahm. Ich bekam krasse Schuldgefühle und wollte mich nur noch verstecken. Scheinbar war es nicht genug, dass mein mir eigens vorgesetzter Tagesablauf schon extrem ermüdend und schwierig war. Ich hatte teilweise sehr depressive Phasen und Selbstmordgedanken.

Den Weg aus der Krankheit musste ich 2 Jahre später schließlich alleine gehen, denn eine Therapie wäre mir damals undenkbar gewesen, da sich meine Mutter so kontraproduktiv verhielt und ich selbst nicht wusste, was mit mir los war. Als mir büschelweise die Haare ausfielen und ich nur noch Magenschmerzen hatte, sah ich einen Grund, wieder zu essen.

Mit viel Selbstdisziplin habe ich ein Normalgewicht erreicht. Trotzdem würde ich nie sagen, dass ich „geheilt bin“.

Ich habe seither starke Gewichtsschwankungen und es gibt Zeiten, da fühle ich mich wieder unwohl, fange an, mich zu vergleichen und zu „groß“ zu fühlen. Das sind Zeiten, in denen ich entweder hungrig auf Pro-Ana Blogs hänge, oder aber (wie jetzt) diese Mail hier schreibe.

Trotz allem habe ich mittlerweile eine eigene Wohnung und bin selbstständig und diszipliniert genug, nicht wieder abzurutschen. Ich würde mein Essverhalten nicht als gesund ansehen, aber vegan zu werden hat mir persönlich geholfen, mich nicht mehr (zB beim Einkaufen) von dem fülligen Angebot an Nahrungsmitteln überfordert zu fühlen. Es gibt sogar Tage, an denen ich gern esse. Ich würde es so beschreiben, dass ich meine Essstörung nur noch an Tagen herauskrame, an dem ich sie brauche und nach Verständnis suche. Fast niemand aus meinem Bekanntenkreis weiß mit Sicherheit, dass ich Probleme hatte und habe – denn ich war immer sehr erfolgreich im Lügen und Abstreiten. Und so richtig wissen wollte es wohl auch keiner, denn das hätte ja im Endeffekt mehr Arbeit erfordert, als mich beim Essen zu beobachten.

Das Schlimmste für mich (mit Normalgewicht) waren erneut die ganzen Kommentare wie: „Jetzt bist du wieder schön“, „Okay, du hast genug zugenommen“ oder „Früher war das ja so schlecht…“.

Diese Geschichte hier soll keine Schuldzuweisung sein. Ich denke, die Ursachen meiner Essstörung liegen und lagen bei mir selbst. Das hier soll nur ein Denkanstoß sein, wie man mit Betroffenen besser nicht umgeht.

Heute jedenfalls sehe ich meine Essstörung fast schon als negative Charaktereigenschaft von mir an und ich denke oft darüber nach, mir nachträglich doch noch Hilfe zu suchen, weil ich Angst habe, dass die Bombe sprichwörtlich platzen könnte. Irgendwie fühle ich mich aber immer noch nicht ganz bereit und ich habe das Bedürfnis, diesen „Teil“ von mir als eine Art Sicherheit zu behalten.

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„Über Abführmittel, bedrückende Tage und einen hilfreichen Klinikaufenthalt“

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Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Ich bin weiblich 23 Jahre jung, seit erst sechs Monaten kämpfe ich mit meinem Gewicht. Früher fand ich mich schon etwas mobbelig, aber ich habe es einfach so hin genommen.

Nun zum meinem Alltagsleben:

Der Wecker klingelt, ich werde wach und der erste Gedanke der mir in den Sinn kommt ist: „Habe ich wieder abgenommen oder bin ich wieder fetter geworden?“ Ich stehe auf und gehe erst mal aufs WC, denn so bin ich ja wieder ein paar Gramm leichter. Nun muss ich auf die Waage, um mein Gewicht zu kontrollieren: „Puh, Glück gehabt, wieder paar Gramm weniger.“ Jetzt kommt das Abführmittel ins Spiel. Ich kann nicht mehr ohne, zwei Mal täglich nehme ich es ein.

Da ich im Moment arbeitslos bin, ist mein Tag relativ langweilig und bedrückend. Ich habe vor kurzem meine Ausbildung beendet und erfolgreich bestanden. Immer um die selbe Zeit gehe ich dann ins Studio und verbrenne dort meine Kalorien. Dass Essen ist für mich schon komplett zum Feind geworden. Ich esse ab und zu gerade mal 21 Kalorien. Die Angst ist zu groß, dass die Waage wieder mehr anzeigt. 1,5 h bis 2 h verbringe ich fast täglich im Studio und verbrenne über 500 Kalorien. Ich verbrauche also mehr, als ich zu mir nehme, das kann auf Dauer nicht gesund sein.

Aber was macht man nicht alles, um immer dünner zu werden…

Danach fahre ich wieder nach Hause und stelle mich auf die Waage: „Super, noch habe ich das Gewicht von heute Morgen gehalten. Heute Abend werde ich bestimmt weniger haben, und morgen Früh noch weniger.“ Ich kann es kaum erwarten, wieder abgenommen zu haben. Irgendwann wirkt dann das Abführmittel und entleert mich:  „Juhu, ich verliere noch mehr Gewicht.“

Mein Leben besteht eigentlich nur noch aus dem Wiegen, dem Fitness-Studio und dem Hungern. Ich bin ganz alleine damit. Ich schotte mich komplett von allen anderen ab, und denke nur noch  „hungern“ und „wiegen“.

Am Abend vor dem Schlafengehen wiege ich mich nochmal. Dann nehme ich zum zweiten Mal das Abführmittel ein und hoffe, das ich morgen Früh noch leichter bin. Und siehe da, am nächsten Morgen bin ich wieder etwas leichter. Leider geht das momentan jeden Tag so. Leider habe ich davon auch Haarausfall, meine Leber löst sich auf und meine Blutkörperchen können sich kaum noch entwickeln. Es ist kein schönes Leben damit. Ich bin nun auch in einer Klinik die mir sehr hilft und ich hoffe, dass ich bald wieder glücklich sein kann.

Jeder sollte den Schritt gehen und sich Hilfe suchen!  Denn es geht nicht nur um körperliche Schäden, dass, was man nicht sieht, ist der Kopf…

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„Übers Drillen, das Schlachtfeld der Gefühle und einen Platz in der VIP-Lounge“

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Eine weitere mutige Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt:

Seit ich denken kann war in unserer Familie eines wichtig:

Perfektion, Stärke, Bodenständigkeit und Disziplin!

In einer Familie groß zu werden, die einen ständig „drillt“ gut auszusehen, eine gute Figur zu haben und immer zu strahlen – im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen!

Meine „Herkunftsfamilie“ war ein Schauspielerfamilie. NIE habe ich mich in so was wohl gefühlt.

Das Schlimmste war immer dieser „Kampf“ um Liebe, Geborgenheit und Anerkennung. Machte ich Sport – bekam ich Liebe. Erledigte ich meine Choreografiearbeit – bekam ich Geborgenheit. Doch ich bekam nie die Anerkennung, die ich mir wünschte.

Den ganzen Terz mit Körperarbeit, Tanzen, Schule und Selbstpräsentation ging mir irgendwann am Allerwertesten vorbei. Ich „kündigte“ die Beziehung zu meiner Familie als ich 18 wurde.

Die Essprobleme fingen an – als ich mit 8 Jahren – in einem Casting für eine Filmrolle einen Blackout hatte. Zuvor hatte ich heimlich ein Tomaten-Mozarella-Baguette gegessen. Dabei merkte ich, dass ich nicht mehr in das Kostüm passte. Scheinbar hatte mich der Mozzarella im Magen zum Tango aufgefordert. Ich übergab mich in einer versteckten Toilette. Dort war ich nicht alleine, denn ein Mâdchen war auch dort. Diese gab mir eine Tablettenpackung. Sie sagte mir, dass diese Tabletten gegen Lampenfieber helfen würden.  In Wirklichkeit – erst Jahrzehnte später – erfuhr ich durch meine Ausbildung in der Pflege, dass es Apetittzügler waren.

Durch die ganzen Erlebnisse, Erfahrungen und traumatischen Worte brach ich damals zusammen. Die Rolle bekam ich nicht. Stattdessen spielten von da an die Wut und der Hass eine Hauptrolle in meinem Leben. Ich selber und mein Körper waren seitdem „das Schlachtfeld der Gefühle“: Selbstzerstörung, Prostitution, Selbsthass  und Suizidversuche bis ins junge Erwachsenenalter.

Seit ein paar Jahren arbeite ich an der Aggressionsbewältigung. Ich will mir und anderen nicht mehr wehtun. Mein Ziel ist es, einen Sonnenplatz in der VIP-Lounge des Lebens zu bekommen.

NATÜRLICH mit ganz viel Tomaten- Mozzarella-Baguette, Schoki und gemütlichen “ Chilla-Klamotten“.

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„Über ein nimmersattes Kind, das 5 kg Problem, und den Wunsch nach Normalität“

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Begonnen haben erste Essstörungen schon in der Kindheit, ich war pummelig, nimmersatt, meine Mutter musste mir oftmals das Essen wegnehmen, so wie sie erzählt. Ich hätte immer Hunger gehabt und sei unersättlich gewesen. Das hat sie mir auch oft und gerne später immer wieder erzählt und sich quasi als „Retterin“ hochgehoben, denn sie hatte ja verhindert, dass ich dick geworden wäre…

Ich wuchs und entwickelte mich und war dann ein normalgewichtiger Teenager, immer so an der Grenze zu pummlig, was mich extrem stresste und unglücklich machte. Weitere Kommentare meiner Mutter betreffend meinem Gewicht haben mich immer sehr tief verletzt. Ich hatte einfach oft großen Hunger, ständig Gelüste und mich nicht wirklich gut im Griff. Mit 16 nahm ich erstmals ab, begann zu laufen, aß sehr wenig, wurde kurzzeitig dünner, um dann wieder zuzunehmen. So ging das jahrelang. Mal war ich happy, weil ich es schaffte, etwas weniger zu essen, mal nahm ich wieder zu.

Mittlerweile habe ich zwei Kinder und zwei Stiefkinder und bin glücklich verheiratet, aber nicht glücklich in meiner Haut.

Mein Gewichtsproblem – es sind einfach immer fünf Kilo zuviel – begleitete mich ständig.

Ich begann als Erwachsene, jegliche Ernährungstrends zu testen, immer mit dem einzigen Ziel, abzunehmen. Ich ernährte mich sechs Monate strikte vegan, nahm zuerst ab, dann wieder zu, dann wechselte ich zu low carb, dann zu Paleo und schlussendlich beschloss ich, wieder einfach normal zu essen. Momentan ist meine oberste Priorität, einfach normal zu essen und wieder zu spüren, wann ich Hunger habe und wieviel Nahrung ich benötige.

Ich habe momentan wieder vier kg zugenommen. Ich kann zur Zeit keinen Sport machen, da ich Knieprobleme habe. Oft habe ich Essen mit Sport kompensiert. Das geht momentan eben nicht, aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht, da ich mal gezwungen bin, einfach auf meinen Körper zu hören.

Nun ja, mit Hypnosetherapie und viel neuem Wissen über emotionale Ernährung versuche ich mich zu heilen, aber es gelingt mir (noch?) nicht. Ich überesse mich täglich, schon morgens früh stopfe ich mich voll mit Müsli, vormittags gehts dann weiter. Mittags esse ich gesund, normal, dann aber während dem Küche aufräumen esse ich weiter, Brot mit Butter und Honig, völlig irr, stopfe ich mich voll.

Abends möchte ich weniger essen, aber mal begonnen kann ich mich schlecht bremsen. So habe ich momentan täglich einen riesen Frust, fühle mich unwohl und spüre förmlich, wie ich auseinandergehe. Viele meiner Jeans passen nicht mehr und obwohl ich das realisiere, kann ich mich nicht bremsen. Ich bin oft müde, abgespannt, habe einen stressigen Patchwork Tag. Aber trotz allem Wissen schaffe ich es nicht, das Essen zu lassen. Es ist wirklich schlimm momentan. Ich denke, ich muss noch durchhalten, es ist lange her, dass ich einfach normales Essen zu mir genommen habe, es war immer entweder vegan, zuckerlos, etc etc. Momentan koche ich völlig normal. Nun gerät alles aus den Fugen. Aber ich weiß, dass dies der richtige Weg ist, normal Kochen, mit Freude und Sorgfalt, normal Essen. Keine Gesetze mehr, keine Verbote mehr, keine Schuldgefühle mehr.

Aber es ist so schwierig…

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„Über emotionslose Eltern, Alkoholprobleme und Therapieversuche“

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Ich wurde als Kind immer für meine Figur gelobt. Die Figur hatte ich von meinem Vater (schmal), meine Mutter hatte immer etwas mehr. Sie versuchte viele Diäten. Als ich 13 war hatte sie mal wieder eine gestartet und ich dachte, komm, jetzt hilfst du ihr, indem du mitmachst.

Meine Mutter gab nach einem Tag auf und ich zog es durch, führte Buch. Ab zwölf Uhr gab´s nichts mehr und bis dahin max. 1000 Kalorien. Ich nahm ab bis auf 42 Kg. Bei einer Größe von 1,66 m.

Meiner Mutter fiel es gar nicht auf. Erst als ich an einem Sommertag in kurzen Hosen und ärmellosen Top dastand und sie sagte: „Um Himmels Willen, wie siehst denn du aus?“ Ich sagte nur: „Aber Mama, so sehe ich doch schon lange aus!“

Sie schickte mich zum Arzt, der meinte, „das ist doch nicht schön“ und meine Mutter machte mir jeden Abend ein Butterbrot mit Essiggurke, da bekommt man wieder Appetit. Also aß ich wieder normal. Dann als ich wieder auf dem Weg zu meinem normalen Gewicht war, sagte meine Mutter: „Du mußt aber aufpassen, dass du nicht dick wirst!“

Mit 16 Jahren sah ich im Fernsehen einen Film über eine Bulimiekranke. Ich stand im Türrahmen und hab ihn angeschaut und dachte: So geht das auch?

Bevor ich mit dem Kotzen anfing habe ich erst (das weiß ich auch noch ganz genau) einen Johannisbeerkuchen mit auf die Toilette genommen, abgebissen, gekaut und ausgespuckt (ohne schlucken).

Dann ging es los.

Ich habe 10 Jahre mit dem Vater meiner Tochter zusammengelebt. Er hat nichts bemerkt, er hat sich gefreut, dass ich so essen kann.

Mit 30 Jahren habe ich mich geoutet und war bei Psychologen. Einer schlief ein, die andere meinte nur, „aber jede Woche nehmen wir 2 Kg zu“ ( was für ein Rat), der nächste: „Warum ich überhaupt was ändern will?“

Eine Kur/Reha wurde abgelehnt: Das Problem hat sich verselbständigt. Somit habe ich gedacht: OK, dann ist es eben so und muss wohl so bleiben.

Wir sind eine große Familie mit fünf Kindern gewesen. Meine Eltern waren viel beim Arbeiten und wir haben unsere Aufgaben gehabt. Meine Aufgabe war kochen, meine Schwester war für´s Putzen zuständig. Die Jungs wurden immer schon anders behandelt. Ich will nicht sagen, dass wir nicht geliebt wurden, nur eben anders.

Ich habe meine Eltern kein einziges Mal gesehen, dass sie sich geküsst haben. Habe sie auch nie nackt gesehen.

Mein Vater starb vor 23 Jahren mit 62 an Krebs. Als er krank wurde habe ich nicht mehr zu Hause gewohnt. Ich bin aber jeden Tag nach Hause gefahren und habe es nur geschafft: „Hallo“ und „Tschüss“ zu sagen, weil ich sonst vor ihm geheult hätte. Als er dann starb habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich zu wenig getan habe.

2008 versuchte mein Bruder sich das Leben zu nehmen. Auch da habe ich mir Vorwürfe gemacht zu wenig gemacht zu haben.

Ich begann dann neben meiner Bulimie Sekt zu trinken. Erstmal abends um besser schlafen zu können und dann auch tagsüber. Immer nur Sekt (davon kannman auch zuviel trinken). Ich war nie betrunken habe aber meinen Pegel gehalten.

Dann wollte ich endlich eine Reha. Wegen meiner Essstörung. Aber nein, es hieß: erst muss der Alkohol weg auch da habe ich mich geoutet, (was ich niemals mehr tun würde, ich habe keine Entgiftung gebraucht und nichts) In der Klinik wurde gesagt, sie werden mir bei der Essstörung helfen. Es war eine Drogen- Sucht-Klinik. Dort habe ich quasi Fressen und Kotzen können wie ein Weltmeister…

Ich weiß nicht, ob ich mich mit der Bulimie abgefunden habe. Es wäre schön, wenn sie einfach gehen würde.

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„Über emotionale Tiefs, die Gefahren des Internets und kleine Fortschritte“

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Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich meine Geschichte veröffentlichen möchte, aber nun bin ich mir sicher.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich anfangen soll. Ich bin in einer wundervollen Familie aufgewachsen. Meine Eltern und Geschwister verrstanden sich untereinander bestens und auch ich kam mit allen klar. Ich habe mir bis zu meinem zwölften Lebensjahr keine Gedanken über mein Gewicht, meine Figur, oder über meine Ernährung gemacht.

In der siebten Klasse hatte ich dann ein emotionales Tief. Ich wurde schlechter in der Schule und war mehrere Male kurz davor, mir das Leben zu nehmen. Meine Eltern bekamen das Ganze jedoch nicht mit. In den Sommerferien auf die achte Klasse ging es mir immer noch schrecklich, ich aß total ungesund und viel. Dick war ich aber nicht, ich bekam nur ein paar Rundungen hier und da. Doch diese Rundungen brachten mein ohnehin schon sehr niedrriges Selbstwertgefühl auf den absoluten Nullpunkt.

Ich hasste mich selbst und meinen Körper, Diäten und Sport zog ich jedoch nur kurz durch. Im Februar/März 2015 entdeckte ich dann schließlich einige Seiten auf Instagram und im Internet für mich. Ich glaubte alles, was ich las. Ich fing an täglich Sport zu machen und mich gesünder zu ernähren, ich erlaubte mir aber noch Ungesundes. Die Seiten hatten mir viel Schrott eingeredet, also fing ich an, nur noch drei Mahlzeiten täglich zu essen. Ich nahm gesund, aber langsam ein paar Kilos ab. Dick fühlte ich mich jedoch immer noch, da ich mich mit jedem Menschen verglich und mein Bruder, der sehr dünn war und aß, was er wollte, mich als fett beschimpfte.

Meine Portionen wurden immer kleiner. In den Sommerferien hörte ich dann komplett auf, ungesunde Lebensmittel zu essen, zu denen ich fast alles zählte. Zusätzlich machte ich täglich mehrere Stunden Extremsport. Ich nahm weiterhin ab, aß jedeoch immer noch drei Mahlzeiten. Nach den Sommerferien ging es auf Klassenfahrt. Ich nutzte diese zum Abnehmen, aß höchstens  zwei mal täglich und aß nichts von dem ganzen Süßkram, den es in Unmengen gab.

Als ich wieder nach Hause kam, behielt ich dieses Essverhalten, wendete jedoch Tricks an, damit meine Eltern es nicht merkten. Ich wurde immer dünner und das Gewicht immer weniger. Schließlich kamen die Herbstferien, in denen ich mit meiner Familie und meiner besten Freundin wandern ging.

Mein Zustand verschlimmerte sich, mithilfe von Tricks schaffte ich es ein bis zwei mal am Tag etwas zu essen, außerdem machte ich fast dauerhaft Sport und konnte ncht mehr zur Ruhe kommen.

Ich ernährte mich vegan, jedoch nur als Ausrede um auf Lebensmittel zu verzichten können.

In der Zeit hatte ich meinen 14. Geburtstag, an dem ich mir nichts gönnte. Meinen Eltern fiel es dann doch auf und sie schickten mich zur Kontrolle zum Kinderarzt. Dieser diagnoszizierte Magersucht. Meine Mutter war total fertig und weinte nur noch. Wir beschlossen, es zu Hause ohne Klinik zu versuchen. Jede Woche musste ich zum Wiegen. Ich aß fast nichts, nur das, zu dem mich meine Mutter zwang und machte weiterhin Sport.

Der Arzt drohte mir jede Woche mit der Klinik. Ich nahm jedoch weiterhin ab, sodass er mich in eine Klinik einwies. Mit einem BMI von 13,8 kam ich ein paar Tage später in einer Klink an. In der Klinik bin ich nun seit zehn Wochen. Ich werde und wurde per Magensonde ernährt, da ich nicht in der Lage war, etwas zu essen. Ich sehe dank der Therapien und den Mitpatientinnen bereits, wenn auch sehr kleine, Fortschritte, und habe wieder angefangen, ein bisschen etwas zu essen.

Es ist noch ein sehr langer Weg, aber ich und ihr alle könnt es schaffen. Viel Glück und Kraft!

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Schicke mir die Geschichte deiner Essstörung an info@lebenshungrig.de und ich veröffentliche sie hier anonym.

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Damit unter deiner Geschichte HAPPY END stehen wird: Hier geht’s lang zum Online-Workshop GEWICHTIG!

MindDetox für Lebenshungrige via Facebook und YouTube

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Cleansing, eine saftige Erfahrung: physische Entgiftung kann psychisch vergiften!

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Das, was heute auf Neu-Deutsch Cleansing und Detoxing heißt, hieß früher Reinigen und Entgiften. Nun klingen die englischen Begriffe Cleansing und Detoxing vielleicht besser oder wenigstens moderner, doch ihr Ziel ist das gleiche wie eh und je. Offizieller Sinn und Zweck ist die körperliche Reinigung und Entgiftung, oftmals in Verbindung mit einer Art spiritueller Einkehr.

Der inoffizielle Sinn und Zweck ist für viele das Abnehmen.

Bei mir war das früher auch so. Während ich mich noch relativ genau daran erinnere, wann ich zum ersten mal gekotzt habe, kann ich den Zeitpunkt, an dem ich magersüchtig wurde, nicht mehr genau bestimmen. Denn wie bei vielen anderen Betroffenen auch, kam bei mir die Magersucht vor der Bulimie. Und das Gemeine an der Magersucht ist ja, dass man als Magersüchtige sehr lange glaubt, alles „im Griff“ zu haben, obwohl das schon lange nicht mehr der Fall ist. Die Magersucht hat einen im Griff.

Woran ich mich noch erinnere, sind die Bilder in der Bravo und im Otto-Katalog, denn Instagram und YouTube gab es damals noch nicht. Ich erinnere mich daran, so aussehen zu wollen, so „perfekt“, wie diese Models. Und ich weiß auch noch dass ich beschloss, unter 50 kg zu gelangen und dann nie wieder zuzunehmen.

Ob ich mit einem Cleansing, einer Saft-Fasten-Kur, angefangen habe, kann ich nicht genau sagen. Doch ich habe einige davon gemacht. Offiziell wollte ich Cleansing und Detoxing, inoffiziell wollte ich abnehmen. Weder der gesundheitliche noch der spirituelle Aspekt hat mich auch nur ansatzweise interessiert. Heute kann ich das zugeben, früher hätte ich das nie getan.

Der Weg vom Cleansing zur Essstörung ist nicht weit.

Und schon seit Jahren stelle ich mir aus purer Neugierde die folgende Frage: Was würde mit dir passieren, wenn du dich heute einem Cleansing bzw. einer Diät unterziehen würdest. Hier findest du die Antwort:

Für mich war das Cleansing nichts weiter als eine interessante Erfahrung. Und es hat mir gezeigt, wie gesund ich psychisch bin. Sehr gesund, wie ich finde. Denn ich habe es als lästig empfunden, ansonsten hat es – jenseits der drei Tage – nichts mit mir gemacht. Doch wäre ich noch essgestört gewesen, bzw. hätte mein „früheres Ich“ das Cleansing gemacht, wäre der Rückfall bzw. der Einstieg in die Essstörung vorprogrammiert gewesen.

Immer mal wieder habe ich überlegt, Diäten für euch „auszuprobieren“ um darüber zu berichten. Doch von dieser Idee bin ich schon nach diesem kurzen Experiment „geheilt“. Ich habe keine Lust mehr, nicht mal für „Versuchszwecke“, bewusst in mein Essverhalten einzugreifen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich es heute kann, zumindest kurzfristig konnte, aber ich will es nicht mehr! Es ist für mich die absolute Freiheit, mir keine Gedanken mehr über das Essen machen zu müssen und keine Ge- und Verbote in Bezug auf Lebensmittel zu haben.

Diese Freiheit ist großartig und ich wünsche sie jeder einzelnen von euch!

lebenshungrige Grüße

Simone

P.S.: Hast du schon an meiner Umfrage zum Thema „Diäten und Essstörungen“ teilgenommen?

Falls nicht, bitte hier lang, es sind nur 8 Fragen zum Ankreuzen! Danke <3

 

Eine Umfrage + ein Angebot + eine Bitte = ein wöchentliches Appetithäppchen

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Es ist Frühjahr und die Diät- und Fitnessprogramme sprießen aus allen Zeitschriften und Sozialen Medien und selbstverständlich gibt es auch für die ganz Bequemen genügend neue Abnehm-Wunder-Pillen. Spricht irgendetwas dagegen, fit und schlank sein zu wollen? Nope! Funktionieren Diäten und Fitnessprogramme langfristig? Nope! Im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass sie eine „Einstiegsdroge“ in Essstörungen sein können und somit mehr Probleme schaffen als lösen. Aber ist es tatsächlich so? Ich möchte es gerne wissen, denn es ist wichtig für die Präventionsarbeit!

Deshalb habe ich eine anonyme Umfrage mit nur 10 Fragen zum Ankreuzen erstellt und bitte dich ganz herzlich, daran teilzunehmen und den Link zu teilen. Die Umfrage endet am 20.05.16 und ich hoffe auf eine rege Teilnahme um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Mehr über die Umfrage und über weitere Themen, die mich in den letzten Tagen und Wochen beschäftigt haben, erfährst du in diesem Appetithäppchen.

„Appetithäppchen“ ist der neue Name meines YouTube-Formats. Damit möchte euch visuell dabei unterstützen, euch euer Leben schmackhafter zu machen. Da ich den Online-Workshop GEWICHTIG komplett überarbeitet und auch die erste Intensiv-Variante fast beendet habe, brauche ich schließlich neue Aufgaben 😉

Mein aktueller Plan ist es, euch mehr an den Dingen teilhaben zu lassen, die mich tagtäglich beschäftigen und aus denen letztlich all das hervorgeht, was hier auf lebenshungrig passiert. Und ich möchte euch die Möglichkeit geben, lebenshungrig aktiver mit zu gestalten. Daher werde ich für die nächsten Wochen jeden Freitag ein Appetithäppchen in der neuen Playlist „What I thought in a week“ via YouTube veröffentlichen.

Darin werde ich zum einen die Themen mit euch besprechen, die mich bewegt haben und euch zum anderen die Fragen beantworten, die ihr mir stellt. Und das könnt ihr entweder hier machen oder in der Kommentarfunktion auf YouTube. Es wird nicht jeden Freitag einen neuen Blogbeitrag zum Appetithäppchen geben, sondern es gibt eine eigene Seite oben in der Navigation in die ich die Videos nacheinander einbinde. Wenn du also über das Erscheinen eines neuen Appetithäppchens informiert werden willst, abonnierst du am besten meinen YouTube Kanal, wenn du das nicht machen magst, schaue einfach ab und zu auf der Seite „wöchentliches Appetithäppchen“ vorbei.

So, genug der blanken Theorie und Vorhang auf für das erste Appetithäppchen! Sämtliche im Video erwähnten Links findest du übrigens auch noch mal hier unter dem Video. ENJOY und lass mich gerne wissen, wie du dieses neue Format findest <3

 

Hier der Link zur Umfrage, es geht auch ganz schnell, versprochen, danke!

 

Und hier der Link zu den Infos und der Anmeldung für die zweite Runde Online-Workshop GEWICHTIG – intensiv. ACHTUNG: Diese Seite ist (noch) nicht direkt auf lebenshungrig sichtbar sondern nur über diesen Link zu erreichen. Ich möchte dir als treue Leserinnen und/oder Abonnentinnen damit einen kleinen Vorteil verschaffen, denn es stehen nur 20 Plätze zur Verfügung!

 

Last but not least der Link zur Blog-Kategorie „(D)eine Geschichte“ mit der Bitte um fleißiges schreiben, lesen und teilen. Denn jede einzelne Geschichte zählt!

 

lebenshungrige Grüße

Simone