Eine der großen Herausforderungen auf dem Genesungsweg ist es, uns immer wieder bewusst zu machen, dass Glück und Gesundheit jederzeit möglich sind. Denn sobald wir erkennen, dass wir eine (Ess)Problematik haben und uns damit auseinandersetzen, entsteht meist folgender Glaubenssatz:

Wenn meine (Ess)Probleme komplett weg sind, dann werde ich gesund und glücklich sein.

Diese Annahme ersetzt oft den vorangegangenen Glaubenssatz: „Wenn ich dünner und schöner bin, dann werde ich gesund und glücklich sein.“ Obwohl du durch die Anerkennung deiner (Ess)Problematik einen großen Schritt weiter bist machst du es dir erneut schwer, in dem du dich auf die Zukunft fixierst.

Denn dadurch geht dir der einzige Moment, den du tatsächlich beeinflussen kannst, verloren: Das hier und jetzt!

Mit diesem neuen Glaubenssatz springt dein altes System, dein ungesundes Denken, Fühlen und Handeln – welches dich im Unglück hält – an. Denn dadurch verhältst dich einer Herausforderung gegenüber so, wie du es gewohnt bist: machtlos! Und das ist durchaus verständlich, denn durch deinen bisherigen Umgang mit der (Ess)Problematik hast du dir deine Machtlosigkeit ja permanent bewiesen und bist immer unglücklicher und kranker geworden. Diese Machtlosigkeit ist schmerzhaft, doch sie ist dir vertraut, denn sie entspricht deinem bisherigen Selbstbild, nicht diszipliniert und/oder willensstark, nicht gut genug,  zu sein. Scham- und Schuldgefühle werden dadurch immer größer und füttern die (Ess)Probleme.

„Reiß dich gefälligst zusammen!“, „Du musst…“ und „Stell dich nicht so an!“ sind die Sätze, die die Teilnehmerinnen des Selbsthilfeprogramms LEICHTER immer wieder in ihren Selbstgesprächen entdecken. Und diese Entdeckungen, die so wichtig sind – weil aus einem unbewussten Verhalten eine bewusste Erkenntnis geworden ist – werden dann oft wieder im Sinne des alten Machtlos-Systems verwendet:

Das habe ich jetzt erkannt und verstanden, warum kann ich es nicht sofort und dauerhaft anders machen?

Oder auch:

Ich habe es einmal anders gemacht, warum geht es mir nicht sofort total gut damit?

Gesünderes Handeln und glücklichere Sichtweise

Das Erkennen und Einhalten der eigen physischen und psychischen Grenzen ist meiner Erfahrung nach eine Grundvoraussetzung für die dauerhafte Genesung. Lass uns hierzu mal zwei Szenarien durchspielen:

Szenario 1:

Was passiert beispielsweise, wenn du dich mit einer Freundin verabredet hast, obwohl du eigentlich lieber zu Hause bleiben und etwas anderes machen würdest. Wenn du wahrnimmst, dass du lieber zu Hause bleiben magst, ist das eine wichtige Erkenntnis, eine Grenze im Sinne von: Meine „Kontaktgrenze“ zu anderen Menschen ist erreicht, ich brauche Zeit für mich! Aus der Angst heraus, dass deine Freundin kein Verständnis für dich hat, beleidigt ist oder dich dann nicht mehr mag, gehst du trotzdem zu dem Treffen. Und wahrscheinlich endet das Treffen irgendwie unbefriedigend und möglicherweise hast du danach einen Rückfall und schimpfst mit dir: „Warum bist du blöde Kuh nicht zu Hause geblieben?“ 

Ja, warum? Weil es dir wichtiger war, es ihr recht zu machen, als es dir selbst recht zu machen. Denn deine Unsicherheit war größer als deine Selbstsicherheit. Weil du Angst davor hast, fallen gelassen zu werden wenn du dich nicht so verhältst, wie andere es von dir erwarten. Deshalb hast du dich selbst fallen gelassen. Weil du von anderen Menschen gemocht werden willst und Bestätigung von ihnen zu brauchen glaubst, da du dich selbst nicht magst und dir keine Selbstbestätigung geben kannst,…

Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Auch wenn du die Grenze wahrgenommen und überschritten hast und danach sogar noch einen Rückfall baust, hast du trotzdem die Wahl zwischen dem unbewussten Versinken in die Machtlosigkeit „Jetzt ist es eh zu spät, wäre ich doch nur zu Hause geblieben, der Tag ist im Eimer, morgen muss es einfach besser laufen!…“ oder dem bewussten Eintauchen in die Realität. Denn durch genau so eine Situation kannst du sehr viel über dich lernen und dadurch dafür sorgen, dass du beim nächsten,  übernächsten oder vielleicht auch erst über…übernächsten Mal deine Grenze einhalten wirst.

Wenn du dir beispielsweise die Frage nach dem „Warum“ neutral und ohne Vorwurf stellst und schriftlich Antworten findest, verhältst du dich deutlich gesünder und bist weniger machtlos. Und deine Antworten helfen dir, dich selbst viel besser zu verstehen. Je besser du dich verstehst, desto positiver wird dein Selbstbild. Denn wenn du dich besser verstehst, verurteilst du dich weniger. Weil dein Verhalten für dich selbst besser nachvollziehbar ist. Und je positiver dein Selbstbild wird, desto mehr Nahrung entziehst du deinen (Ess)Problemen.

Alles was du brauchst, ist ein Blatt Papier und ein Stift. Bevor du schreibst, schließe für einen Moment die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung. Zähle beispielsweise Einatmend bis drei und ausatmend im selben Rhythmus bis fünf. Dadurch beruhigst du deinen Körper und gibst deinem Mind etwas zu tun. Wenn du nach einigem Minuten spürst, dass du innerlich ruhiger wirst, und dadurch die Situation realistischer betrachten kannst, beginne deine Fragen und Antworten aufzuschreiben.

Szenario 2:

Nehmen wir jetzt einmal an, du bist einen Schritt weiter und verschiebst das Treffen mit deiner Freundin. Jetzt gibt es zwei „extreme“ Varianten und diverse Kombinationen von beidem. Das eine Extrem ist, dass es dir sehr gut damit geht und du tatsächlich die Zeit mit dir selbst genießen kannst. Das ist ganz wunderbar, denn damit zeigst du dir selbst, wie gut es sich anfühlt und wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu wahren. Das, was bisher Theorie war, wird erlebte Praxis. Und es wird dadurch beim nächsten Mal leichter, sich erneut für das Einhalten deiner Grenzen zu entscheiden. Irgendwann tust du es sogar unbewusst, dann ist es dein neues „Normal“ geworden.

Generell ist es so, dass alles was dir Spaß macht und gut tut, dich entspannt und innerlich nährt, heilsam ist. Deshalb ist es während des Genesungsprozesses besonders wichtig, dir bewusst Entspannung, positive Zerstreuung und Kreativzeit zu gönnen und auch diese hilfreichen und heilenden Erlebnisse nicht in die Zukunft zu legen. Denn allzuoft höre ich Sätze wie: „Ja, DAS kann ich machen, wenn ich gesund bin!“ Doch die Realität ist, dass du durch diese Dinge schneller gesund wirst, weil es dir dadurch immer häufiger besser geht.

Das andere Extrem ist, dass es dir sehr schlecht mit dem abgesagten Treffen geht und du die Zeit mir dir gar nicht genießen kannst. Das ist ebenfalls sehr hilfreich, auch wenn es sich natürlich erst mal nicht so anfühlt. Doch wieder kannst du entweder in der unbewussten Machtlosigkeit versinken: „Egal was ich mache, es funktioniert einfach nicht und jetzt habe ich womöglich auch noch eine Freundschaft zerstört!“ Oder du tauchst in die Realität ein und fragst dich, warum du die Zeit mit dir nicht so recht genießen kannst. 

Vielleicht hältst du dich selbst nicht aus, weil du mit dir noch nicht in bester Gesellschaft bist? Welche Emotionen tauchen auf, wenn du mit dir alleine bist? Oder langweilst dich total, weil du gar nichts mit dir anzufangen weißt? Was für eine Art Freundschaft ist das eigentlich, die durch eine einzige Absage zu zerbrechen droht? Oder findet diese Bedrohung nur in deinem Mind, in deinen Gedanken, statt?

Und hältst du dich möglicherweise für sehr egoistisch? Doch was ist am Wichtigsten: Ob du dich magst, oder ob andere Menschen dich mögen? Ist es nicht viel leichter und machbarer, nur einen Menschen – nämlich dich selbst – zufrieden zu stellen? Und kann es nicht sein, dass andere Menschen dich genau deshalb mögen werden, dich als Vorbild und Inspiration sehen könnten?

Und wie viel kostet es dich an Lebensqualität und Energie, ständig so viel auf andere Personen zu achten? Und achtest du nicht im Grunde nur auf sie, weil du Bestätigung und Anerkennung von ihnen willst? Geht es also eigentlich sowieso um dich, allerdings auf eine verdrehte Weise? Und warum ist das so, von wem hättest du in deiner Kindheit mehr Anerkennung und Sicherheit gebraucht? Wonach hungerst du tatsächlich so sehr, welches innere Loch gilt es zu stopfen?

Und was kannst du jetzt vielleicht machen, um dir das, was du gerne von anderen Menschen hättest, selbst zu geben? Denn egal wie viel du von Außen bekommst, es wird nie ausreichen und hält dich immer in der Abhängigkeit. Hast du dir genau das nicht schon häufig bewiesen? Denn wie viele Komplimente anderer Personen brauchst du noch, damit es genug ist? Und was passiert, wenn sich mal jemand negativ äußert? Wie viel Macht gibst du anderen Menschen dadurch und wie ohnmächtig machst du dich?…

Wieder können dir die Antworten auf ein neutrales und ehrliches „warum“ tatsächlich weiter helfen. Und sobald du das realisierst, bist du nicht mehr in der Machtlosigkeit. Du verhältst dich anders, gesünder, und je mehr dieses Verhalten, dieser andere Umgang mit dir dein neues Normal wird, desto mehr entziehst du den (Ess)Problemen die Nahrung.

Jeder einzelne Moment bietet dir die Chance, gesünder zu handeln, dich selbst und deine Situation anders zu betrachten und glücklicher zu sein. 

Und die Summe dieser Momente wird dafür sorgen, dass du in Zukunft immer glücklicher und gesünder sein wirst.

Denn im Grunde ist der Weg nie zu Ende. Ich gehe meinen noch immer, entwickele mich weiter, auch wenn ich schon seit über 20 Jahren keine Essstörung mehr habe. Bei Genesenden ist es so, dass sie den Fokus immer mehr von Essen und Gewicht nehmen, weil sie immer häufiger die Erfahrung machen, dass es darum gar nicht geht. Und je unwichtiger diese Äußerlichkeiten werden, desto weniger Macht haben sie über dich.

Dadurch verhungern die (Ess)Probleme irgendwann auf dem Weg zu mehr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, zu einem gesünderen Selbstbild, das dich immer gesünder und glücklicher werden lässt. Nicht weil die Umstände, das Leben, sich geändert haben – obwohl sie das natürlich können – sonder weil du anders mit dir und mit dem Leben umzugehen gelernt hast.

Genau JETZT ist der perfekte Moment!

Lass dir dein Leben schmecken!

Simone @lebenshungrig

Ist dir bewusst, dass du in deinem (Familien)System eine bestimmte Rolle hast/hattest?
Ich war beispielsweise „das Sorgenkind“. Einerseits hat mich diese Rolle stark belastet, andererseits habe ich (unbewusst) geglaubt, dass ich ein Sorgenkind bin. Ich wollte also unbedingt beweisen, dass diese Rolle nicht meine ist, während ich gleichzeitig an sie geglaubt habe.

Was passierte?

Ich bekam eine Essstörung und „bewies“ die Richtigkeit meiner Rolle!
Daraufhin spielte ich quasi zwei Rollen: Nach Außen demonstrierte ich Stärke, während ich mich innerlich schwach und hilflos fühlte.

Durch diesen Spagat fütterte ich die (Ess)Probleme immer mehr!

💎 Bis ich begann, mir all dieser Rollen bewusst zu werden und zu erkennen, dass für mich selbst – für das was ich wirklich bin – gar kein Platz bei all dieser bewussten und unbewussten Schauspielerei war! Und ich erkannte ebenfalls, wie anstrengend und unbefriedigend dieses ständige Schauspielern und Erwartungen anderer erfüllen ist.
Beantworte dir doch mal (schriftlich) die folgenden Fragen und nähre dadurch deine Selbstheilung:
🎭 Welche Rolle wurde mir von meinem (Familien)System auferlegt? Und wann, wo und warum spiele ich diese Rolle noch immer?
🎭 Welche Rolle(n) erlege ich mir selbst auf? In welchen Situationen verstelle ich mich wie und warum eigentlich?
🎭 Und welche Rolle spiele ich selbst in meinem Leben? Wann und wie oft bin ich ich selbst und wie wichtig nehme ich meine Bedürfnisse?
Ist dir bewusst, dass es überwiegend negative Gefühle sind, die deine (Ess)Probleme füttern?

Diese Gefühle basieren auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, die wir un(ter)bewusst auf die aktuelle Situation übertragen.

Doch wenn wir bereit sind, uns diese Gefühle anzuschauen, zu erkennen, welcher alte Glaubenssatz dem Gefühl vorausgegangen ist, können wir heilen.

Meist sind es einige „Muster“, die wir in unserer Kindheit erfahren haben und die Scham, Wut und/oder Ängste in uns ausgelöst haben. Da wir diese Gefühle nicht angemessen ausdrücken konnten/durften, haben wir lernen müssen, sie zu unterdrücken. Erleben wir jetzt eine ähnliche Situation, kommt das „alte“ Gefühl zurück, wir machen eine ähnlich schmerzhafte Erfahrung und unterdrücken uns selbst und unsere Gefühle noch mehr.

💎 Wenn du das nächste Mal (Ess, Hunger oder Kotz)Druck verspürst, oder gerade einen Rückfall hattest, versuche mal schriftlich herauszufinden, welche Gedanken und Gefühle der Situation vorausgegangen sind. Was hat sie „angefüttert“? Und dann schaue mal in deine Vergangenheit/Kindheit und finde eine ähnliche Situation. Frage dich, was dieses Kind damals gebraucht hätte. Welche Art von Zuwendung, Unterstützung, Halt oder Bestätigung wäre nötig gewesen?
💎 Und dann lerne – am Besten mit professioneller Unterstützung – dir selbst genau das zu geben. Rede beispielsweise bewusst so mit dir, wie du es als Kind gebraucht hättest.
Dadurch werden die negativen Emotionen weniger, du baust weniger Druck auf, machst gesündere Erfahrungen und entziehst den (Ess)Problemen die Nahrung.
Ist dir bewusst, dass es dir nicht an Willenskraft mangelt?

Frauen mit (Ess)Problemen glauben, dass sie zu wenig Willenskraft haben.

Sie begründen diesen Glauben damit, dass sie ihr Essverhalten und ihr Gewicht nicht (mehr) „im Griff“ haben. Doch es mangelt dir nicht an Willenskraft, du verbrauchst sie an der falschen Stelle. Du verbrauchst sie im Kampf gegen deinen Körper. Du verbrauchst sie, in dem du deine Wünsche und Bedürfnisse, dein wahres Sein, unterdrückst. Du tust das, weil du früher schmerzhaft erfahren hast, dass es entscheidend ist, nett, hübsch brav, zurückhaltend, fleißig und angepasst zu sein.

💎 Früher musstest du lernen dich zu unterdrücken um dein (Über)Leben zu sichern.

Heute darfst du dir erlauben, dich auszudrücken, du selbst zu sein, um dein (Über)Leben zu sichern!

💎 Gib dir mal einige Minuten Zeit und schreibe 5 bis 10 Sätze auf, die alle mit „ICH WILL“ beginnen.

Schreibe nicht über deinen Körper oder dein Essverhalten.
Und dann spüre mal, wie sich das in deinem Körper anfühlt.

Spüre deine (Willens)Kraft!

„Ich will“ fühlt sich ganz anders an, als „Ich muss“ oder „Ich sollte“!
Finde heraus, wonach du in deinem Leben wirklich hungerst! Finde heraus, was du in deinem Leben tatsächlich zum Kotzen findest. Und finde heraus, was in deinem Leben du so richtig satt hast.

So nutzt du deine Willenskraft gesund und entziehst den (Ess)Problemen die Nahrung.

Ist dir bewusst, dass du deine Aufmerksamkeit lenken kannst?

Automatisch schaust du immer auf das, was (noch) nicht funktioniert, was du (noch) nicht umsetzten kannst, auf die Rückfälle, das Negative.

Dadurch gibst du dieser Seite deiner inneren Waage zu viel Gewicht und bestätigst dir den Ur-Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug!“, der wiederum deine (Ess)Probleme nährt.
💎 Richte daher deine Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf die Dinge, die auf der positiven Seite deiner Waage sind: Was hat sich bereits verändert und verbessert? Was hast du über dich gelernt? Und wenn du etwas erkannt hast, dich aber noch nicht anders verhalten kannst als bisher, dann ist nichts falsch mit dir, sondern du brauchst weitere Erkenntnisse dieser Art und mehr Zeit.
💎 Erinnere dich daran, dass du zwar dein Essverhalten nicht mehr im Griff hast, aber dein Verhalten dir selbst gegenüber!
Und wenn du bewusst verständnisvoller mit dir umgehst, und dir ermöglichst, immer mehr du selbst zu sein entziehst du den (Ess)Problemen die Nahrung.

Ist dir bewusst, dass deine Erlebnisse und Erfahrungen mit einem Gedanken, einem Glaubenssatz, beginnen, der Emotionen auslöst?

Nehmen wir einmal an, dein Glaubenssatz lautet: „Wenn ich abnehme, bin ich selbstbewusster!“
Mit diesem Gedanken fühlst du dich nicht gut, denn du glaubst ja, dass du anders aussehen musst.
Der Gedanke erzeugt Scham und Schuldgefühle in dir, die sich körperlich in Anspannung und Druck äußern.
Also fokussierst du dich auf dein Essverhalten und dein Gewicht und das nimmt immer mehr Raum in deinem Leben ein.
Und nach einiger Zeit erlebst du, dass dein Essverhalten dich im Griff hat und nicht umgekehrt.

Durch diese Erfahrung nimmt dein Selbstbewusstsein ab und nicht zu.

🌀Da dieser Kreislauf sich selbst füttert, wird er schnell zur Abwärtsspirale.
💎 Doch du kannst ihn zu einer Aufwärtsspirale machen!
Entscheidend dabei ist, dass du zunächst den Glaubenssatz als (d)einen Glauben erkennst, der nicht der Wahrheit entspricht. Spiele dann mit deinem Glaubenssatz, drehe ihn herum: „Wenn ich selbstbewusster wäre, würde ich abnehmen!“
💎 Durch diese Drehung liegt der Fokus auf dem Selbstbewusstsein und nicht mehr auf dem Abnehmen. Frage dich dann: Was kann ich tun, um selbstbewusster zu werden? Wähle einen kleinen Schritt, der machbar ist und gehe ihn. Dadurch erschaffst du positivere Erlebnisse und Gefühle und fütterst den „gesünderen“ Gedanken, den du irgendwann tatsächlich glaubst. Denn du hast dir seine Wahrheit bewiesen.
💎 Und die Wahrheit ist:
Du musst nicht anders aussehen, du darfst du selbst sein, dir deiner SELBST BEWUSST!
Ist dir bewusst, wie stark die Stimme deiner „inneren Kritikerin“ ist?
Und das Tragische ist, dass es deine eigene (innere) Stimme ist. Sie ist früh entstanden, in deiner Kindheit, durch die Menschen, bei und mit denen du aufgewachsen bist. Doch während du früher abhängig von diesen Menschen gewesen bist und dich häufig tatsächlich unterordnen und funktionieren musstest um in diesem System klar zu kommen, verhältst du dich heute noch immer so.

Du hast gelernt, dich selbst – deine Meinung, deine Bedürfnisse und deine Gefühle zu unterdrücken.

Doch heute unterdrückst du dich selbst, bzw. lässt dich von anderen unterdrücken, obwohl es nicht mehr überlebenswichtig ist. Das klingt dann häufig so:
Mein Freund verlangt von mir, dass…
Meine Mutter erwartet von mir, dass…
Die Gesellschaft fordert von mir, dass…

Doch egal wer was von dir erwartet, fordert oder verlangt, du musst es nicht tun!

Es ist wichtig zu verstehen, dass das alte Gefühl der Abhängigkeit und Hilflosigkeit in diesen Situationen auftaucht.
Doch du bist nicht mehr so klein und abhängig, du fühlst dich so, weil du an vertraute Situationen von früher erinnert wirst, die bekannte Gefühle auslösen.
Durch Zeit und Wiederholung hast du gelernt, dich zu unterdrücken.
Und durch Zeit und Wiederholung kannst du auch lernen, dich auszudrücken, du selbst zu sein, zu dem zu stehen, was du bist, denkst, fühlst und willst.
Doch es ist nötig, das bewusst tun, denn unterbewusst und quasi wie von alleine, fällst du in das alte, aber vertraute Elend zurück.
Und du darfst das wieder und wieder tun, so lange, bist dir das Neue vertrauter als das Alte ist.
💎 Rede bewusst so mit dir, wie du es dir von (d)einer besten Freundin wünschst. Rede so mit dir, wie es deine Eltern nicht konnten, du es aber gebraucht und verdient hättest.
💎 Schreibe dir selbst aufmunternde Briefe.
Werde deine beste Freundin, deine engste Vertraute, dein größter Fan.
Und die (Ess)Probleme werden verhungern!
Ist dir bewusst, dass der Genesungsweg kein gerader Weg ist?

Oftmals fühlt es sich so an, als würden wir im Kreis laufen.

Doch das stimmt nicht. Es ist viel eher eine Spirale.
Wir kommen zwar immer wieder an der selben Stelle vorbei, doch eine „Heilungsstufe“ höher.
Wir kommen so oft an der selben Stelle vorbei, bis wir anders mit den Situationen umgehen können, die die (Ess)Probleme füttern.
💎 Es geht darum, dich selbst immer besser kennen, verstehen und mögen zu lernen und dadurch mehr Selbstvertrauen, Selbstachtung und Selbstbewusstsein zu entwickeln.
💎 Es geht darum, deine Grenzen zu erkennen und zu wahren, dir beispielsweise Pausen zu gönnen, deine Meinung zu äußern, etc.
💎 Es geht darum, deine Bedürfnisse und Wünsche wahr zu nehmen und sie für wichtig zu erachten.
Welchen kleinen Schritt in diese Richtung kannst du heute gehen?

Gehe ihn und feiere dich dafür!

Denn das verändert das negative „Versagensgefühl“ in dir.
Du kannst etwas tun!
Nur nicht so, wie dein Mind es von dir verlangt.
Erwarte vor allem nicht von dir, dass du dein Essverhalten beeinflussen kannst.
Dieser überzogene Anspruch an dich ist Teil der Grundproblematik.
Denn ohne es zu wollen beweist du dir dadurch immer wieder die „Wahrheit“ des Ur-Glaubenssatzes:
Ich bin nicht gut genug!
Und dann drehst du dich in deiner „Gedanken-Spirale“ immer weiter nach unten und fütterst die (Ess)Probleme.
Ist dir bewusst, dass Selbstliebe etwas sehr Gesundes ist und nichts mit Egoismus zu tun hat?
Früher war es mir sehr wichtig, dass andere Menschen mich mochten oder toll fanden. Und deshalb habe ich immer versucht mich so zu verhalten, wie ich glaubte, dass andere Menschen mich haben wollen.
Doch war dieses Verhalten wirklich „selbstlos“? Nein, war es nicht! Denn ich habe mich ja nicht wirklich wegen den anderen Personen so verhalten. Sondern ich habe mich so verhaltenen, weil ich etwas von meinem Gegenüber wollte:

Komplimente, Bestätigung, Lob, Anerkennung!

Ich versuchte unbewusst, mir das von andern Menschen holen, wonach ich innerlich so sehr hungerte. Doch egal was ich von Außen bekam, es war nie genug. Und ich war abhängig von der Reaktion anderer Menschen auf mich. Außerdem war dieses Verhalten – dieses permanente Verstellen und Beobachten, die Vorsicht – sehr anstrengend und all das hat meine (Ess)Probleme gefüttert. Bis ich mehr und mehr erkannte, dass es nie um die anderen sondern immer nur um mich ging.

Heute ist es mir egal, was andere Menschen über mich denken.

💎 Denn was du über mich denkst, hat viel mehr mit dir zu tun, als mit mir!
Doch es ist mir nicht egal, was ich über mich denke.
Heute verhalte ich mich so, wie ich bin. Und nicht so, wie andere mich vielleicht gerne hätten. Es ist doch viel leichter, nur eine Person – nämlich mich – glücklich und zufrieden zu machen.

Weil ich mehr Verständnis für mich habe, habe ich auch mehr für andere.

Weil ich von anderen nichts mehr brauche, bin ich nicht mehr abhängig, sondern gebe freiwillig, ohne Erwartungen.
💎 Erlaube dir, deine Nummer 1 zu sein, davon profitieren alle anderen Menschen in deinem Leben.
💎 Erlaube dir, du selbst zu sein. Unterdrücke dich nicht mehr, denn das erzeugt Druck und füttert die (Ess)Probleme.
💎 Und erlaube dir, diesen Weg Schritt für Schritt – in deinem eigenen Tempo zu gehen!
Bist du dir deiner „Wenn-Dann-Glaubenssätze“ bewusst, mit denen du dein Leben in die Zukunft verschiebst?
Aus dem Glaubenssatz: „Wenn ich schlank bin, dann bin ich glücklich!“ wird für viele irgendwann: „Wenn ich gesund bin, dann bin ich glücklich!“
💎 Du kannst wahres Glück nicht außerhalb von dir finden.

Kein Körper, kein Diplom, kein Kontostand, kein Partner kann dich dauerhaft glücklich machen!

💎 Das kannst nur du selbst!
Und bist du nicht der beste „Beweis“ dafür, dass es so nicht funktioniert?
Du hast geglaubt, dass du einen anderen Körper brauchst, um glücklicher und selbstbewusster sein zu können.
Doch durch das Fokussieren auf deinen Körper hast du (Ess)Probleme bekommen und bist unglücklicher geworden und hast noch weniger Selbstbewusstsein.
🌀Die „Wenn-Dann-Glaubenssätze“ basieren alle auf dem „Ur-Glaubenssatz“. Er lautet: „Ich bin nicht gut genug!“ Und er zeigt sich in verschiedenen „Spielarten“ wie:
Ich bin nicht schön genug!
Ich bin nicht dünn genug!
usw.
Wir wollen aber „gut genug“ sein und versuchen daher, im Außen etwas zu ändern.
Wir versuchen schöner, dünner, etc. zu werden. Und wir hoffen darauf, dass uns anderen Menschen, bestätigen, dass wir „gut genug“ sind.
Doch selbst wenn wir Anerkennung und Komplimente bekommen, nährt uns das nicht wirklich innerlich.
Wir brauchen ständig Nachschub. Denn das verändert unser Selbstbild nicht!
Wir sind getrieben von Angst und Mangel und wir verschieben unser Leben auf ein Morgen – das Morgen, an dem wir endlich gut genug sein werden – das nie kommt.
💎 Doch weißt du was? DU BIST GUT GENUG!

Du hast Probleme, doch du bist keins!

Und dein Leben findet immer JETZT statt, nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft.
💎 Was kannst du dir JETZT Gutes tun?
💎 Was kannst du JETZT tun, um dich selbst besser kennen, verstehen und mögen zu lernen?
Dann kann aus Angst Selbstvertrauen und aus Mangel Fülle werden und dadurch entziehst du deinen (Ess)Problemen Nahrung, weil du JETZT glücklicher und selbstbewusster bist!