Ist dir bewusst, dass es auf dem Genesungsweg nicht darum geht, „besser“ zu werden? Sondern es geht darum, ganz du selbst zu sein und zu erkennen, dass du gut bist – genau so – wie du bist.
Selbstheilung bedeutet, mehr und mehr zu verstehen, dass du einen inneren Hunger – der die Ursache deiner (Ess)Problematik ist – nicht mit Äußerlichkeiten stillen kannst. Egal wie „perfekt“ du aussiehst und leistest, es wird nie gut genug sein.
🌀 Wenn du immer im Außen – durch Leistung, durch Aussehen, durch Bestätigung von anderen Menschen – versuchst, dieses innere Loch zu stopfen, wird es größer. Denn du musst dich immer mehr anstrengen, baust immer mehr Druck auf und wirst immer abhängiger und verzweifelter. Und das füttert deine (Ess)Probleme immer weiter.
Egal wie sehr du versuchst zu optimieren, zu planen und zu kontrollieren, das Leben spielt nicht nach deinen Regeln.
💎 Selbstheilung bedeutet, diese Grenze zu akzeptieren und zu erkennen, dass deine Einstellung entscheidend für deinen Umgang und deine Erfahrung mit Menschen und Situationen ist. Und Selbstheilung bedeutet, dich selbst immer besser zu verstehen, dich selbst immer mehr zu mögen, dir selbst immer mehr zu vertrauen und zuzutrauen. Wenn du innerlich satt bist, wird das Außen immer unwichtiger. Und dadurch kannst du das Leben gelassen auf dich zukommen lassen anstatt verbissen zu versuchen, alles und jeden zu kontrollieren.
💎 Selbstheilung bedeutet, innerlich frei zu sein – frei von alten, ungesunden Mustern, Glaubenssätzen und Emotionen – und diese Freiheit dann auch im Außen leben zu können.
💎 Der Genesungsweg ist ein Weg der vielen kleinen Schritte. Gehe sie bewusst und würdige sie, dann kommst du auch an.
Ist dir bewusst, dass es nicht egoistisch sondern gesund ist, dein psychischen und physischen Bedürfnisse ernst zu nehmen?
Wenn du (Ess)Probleme hast, hast du gelernt, Bedürfnisse mit deinem Mind zu unterdrücken.

Warum?

Weil du in deiner Kindheit Erfahrungen gemacht hast, durch die Glaubenssätze entstanden sind, die du für wahr hältst. Sätze wie: „Ich kann meinem Körper nicht vertrauen!“ oder „Ich muss immer perfekt leisten!“ … Du folgst diesen Glaubenssätzen in der Hoffnung, dass andere dir die Bestätigung von Außen geben, die in dir nicht vorhanden ist. Manchmal geht das so weit, dass du deine Bedürfnisse gar nicht mehr wahrnehmen kannst und deine Grenzen permanent überschreitest.
Doch dieses Unterdrücken deiner Bedürfnisse, deiner Emotionen, deines Selbst erzeugt Druck in deinem Körper. Und deine (Ess)Probleme sind der verzweifelte Versucht deines Systems, diesen Druck abzubauen und auszugleichen.
Den Genesungsweg zu gehen bedeutet einerseits zu lernen, den Druck gesünder auszugleichen.
Doch vor allem bedeutet es, immer weniger Druck entstehen zu lassen, damit immer weniger Ausgleich nötig ist.

Wie?

In dem du dir Zeit und Raum gibst, deine Bedürfnisse (wieder) wahr zu nehmen und deine psychischen und physischen Grenzen zu achten. Denn so entziehst du den (Ess)Problemen häppchenweise die Nahrung.

Ist dir bewusst, dass du von einem Rückfall lernen kannst und ihn dadurch zu einem Fortschritt machst?

Wenn du versuchst, einen Rückfall um jeden Preis zu vermeiden, gibst du ihm sehr viel Macht. Du hast Angst, versuchst dein Essverhalten noch mehr zu kontrollieren und erhöhst dadurch die Wahrscheinlichkeit auf einen Rückfall.

Hast du schon mal versucht, einen Rückfall neutral zu analysieren?

Schreibe einen neutralen Bericht in der dritten Person über deinen Tag: „sie hat“ und nicht „ich habe“. Das verschafft dir automatisch mehr Objektivität. Und dann markiere die Situationen, die deinen Rückfall abgefüttert haben: Wann hast du „ja“ gesagt obwohl du „nein“ meintest? Wann hast du dich geärgert und diesen Ärger in dich reingefressen? Wann hat die „perfektionistische Sklaventreiberin“ in dir das Unmögliche verlangt? Wann warst du ängstlich, unsicher, traurig und warum? Wann hast du dir keine Pause gegönnt? …

Du wirst feststellen, was im Laufe des Tages Druck und Frust in deinem ganzen System aufbaut.

Und du wirst erkennen, dass du häufig die Situationen nicht ändern kannst, sondern deinen Umgang mit bestimmten Situationen. Ein Rückfall ist immer ein Hinweis darauf, dass du deine Grenzen überschreitest und überschreiten lässt. Er hat nichts mit einem Mangel an Disziplin oder Willenskraft zu tun, sondern mit einem Mangel an Selbstwertgefühl: Das ist der GEFÜHLTE WERT, den du SELBST hast!
Ist dir bewusst wie wichtig es ist, dir selbst zuzuhören?

Was ist los in deinem Kopf, wie redest du mit dir?

Wie lautet die Geschichte, die du dir immer wieder über dich und über dein Leben erzählst und die deine (Ess)Probleme füttert?
Kannst du erkennen, dass deine Wahrheit oft fernab der Realität ist?
💎 Bist du wirklich so „schlecht“ wie dein Selbstbild?
💎 Ist es überhaupt möglich, so „perfekt“ zu sein wie dein Wunschbild?
🌀 Einen Großteil der Gedanken du du heute hast, hattest du auch schon gestern, letzte Woche und letztes Jahr. Und wenn du immer wieder das Gleiche denkst, fühlst du dich gleich, handelst gleich und machst die gleichen Erfahrungen.
💎 Doch all das beginnt in deinem Kopf, in deinem Mind!

Für mich gibt es zwei Wege, mir meiner Glaubenssätze, Gedanken oder Geschichten bewusst zu werden um sie hinterfragen zu können:

Die äußere Stille: Ich gehe alleine in die Natur.
Die innere Stille: Ich meditiere.
In der Stille nehme ich mich als die Denkerin meiner Gedanken wahr und kann „meine Geschichte“ hinterfragen: Was ist tatsächlich passiert (neutrale Beobachtung) und was macht mein Mind daraus (persönliche Geschichte)? Wenn unser Mind ein Drama kreiert, hat das meist wenig mit der aktuellen Situation und viel mit schmerzhaften Erlebnissen in der Vergangenheit zu tun. Und wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, erleben wir den alten Schmerz wieder und wieder. Wir fühlen uns unsicher, schwach und hilflos und diese Emotionen füttern die (Ess)Probleme.
💎 Gib dir jeden Tag Zeit, in die Stille zu gehen um Kontakt zu dir selbst aufzunehmen. So lernst du dich besser kennen, verstehst dich besser und kannst dich leichter akzeptieren. All das hungert die (Ess)Probleme aus.

Ist dir bewusst, wie häufig du „angstgesteuert“ bist?

🌀 Du hast Angst, dass andere dich nicht mögen/bewundern/akzeptieren und willst deshalb deinen Körper optimieren. Weil du Angst hast, deinem Körper zu vertrauen, glaubst du, ihn kontrollieren und manipulieren zu müssen. Du bekommst (Ess)Probleme und dadurch bekommt die Angst noch mehr Nahrung.
🌀 Du hast Angst, deinen Partner zu verlieren und bist deshalb sehr bequem für ihn und machst was er will und/oder du kontrollierst ihn und bist sehr eifersüchtig. Mit dem Ergebnis, dass er dich irgendwann langweilig und/oder anstrengend und übergriffig empfindet und dich verlässt. Und beim nächsten Partner strengst du dich noch mehr an und/oder kontrolliert und manipulierst noch mehr. Auch dieser angstgesteuerte Kreislauf füttert sich selbst.

In der Hoffnung, dass dir die Angst über eine Äußerlichkeit wie den „perfekten“ Körper, Bestätigung und Anerkennung genommen wird, drehst du dich immer wieder in „Angstspiralen“ hinein.

Doch willst du wirklich, dass andere dich „nur“ wegen deines Körpers mögen/beachten/beneiden?
Und willst du dich wirklich ständig nach einem Partner richten, und/oder ihn kontrollieren und manipulieren?

Die Abhängigkeit von deinem Körper, vom Essen und von anderen Menschen ist Preis, den du dafür zahlst.

💎 Der Ur-Glaubenssatz „Ich bin nicht (gut) genug“ ist das ursprüngliche Futter deiner Angst. Und um ihn zu widerlegen ist es entscheidend, nach Innen zu schauen:
SELBSTERKENNTNIS: Wohin hat mich mein bisheriges Handeln gebracht?
SELBSTVERSTÄNDNIS: Warum habe ich so gehandelt?
SELBSTANNAHME: Mir ist jetzt bewusst, wie ich bisher gehandelt habe, warum ich das gemacht habe und wohin es mich geführt hat. Und ich erkenne, dass es so nicht funktioniert.
Jetzt kann ich es Schritt für Schritt anders machen!
Ist dir bewusst, dass es im Grunde nicht um die Kontrolle deines Körpers, sondern um die Kontrolle deines Lebens geht?

Möglicherweise kannst oder konntest du deinen Körper eine Zeit lang kontrollieren, aber wie hoch ist der Preis, den du dafür zahlst?

(Unbewusst) gesteuert durch den Ur-Glaubensatz „Ich bin nicht (gut) genug“ versuchst du, deinen Körper zu perfektionieren und glaubst, dass das dein Leben besser machen wird. Du erhoffst dir Anerkennung und glaubst, dass dich das glücklicher und selbstsicherer macht. Deine Basis ist Angst, Mangel und Misstrauen und durch deine Erlebnisse – du hast (Ess)Probleme bekommen, die mit der Zeit größer werden und weitere Probleme mitbringen – füttert dieses System sich selbst.
💎 Was wäre, wenn deine Basis Liebe, Fülle und Vertrauen wäre? Was wäre, wenn dein Glaubenssatz „Ich bin (gut) genug!“ lauten würde? Was wäre, wenn du deinen Körper den Job machen lassen würdest, den er perfekt ausüben kann (Denn du bist mit einem natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühl auf die Welt gekommen und dein Körper ist auch nicht darin interessiert, stark über- oder untergewichtig zu sein!)?

Was wäre, wenn du das Leben auf dich zukommen lassen könntest?

💎 Was würde passieren, wenn du dir eingestehst, dass du weder deinen Körper noch das Leben kontrollieren kannst und dass das auch gar nicht nötig ist?
Wie viel Energie würde das freisetzen für die Dinge, die du tatsächlich beeinflussen kannst?
Gib dir doch heute mal Zeit, diese entscheidenden Fragen schriftlich zu beantworten und entziehe deinen (Ess)Problemen dadurch Nahrung!
Ist dir bewusst, dass es eine Menge alter Emotionen und Erfahrungen in deinem System gibt, die du nie richtig verarbeiten konntest?
Und kannst du erkennen, dass du – ausgelöst durch irgendetwas im hier und jetzt – emotional häufig überreagierst, diese Gefühle nicht aushalten kannst und dein Mind dich dafür regelrecht ausschimpft?
In diesen Situationen kommt alte Angst, Wut, Hilflosigkeit, Trauer,… etc. hoch und mit Hilfe deines Minds unterdrückst du sie und fängst an, das Thema in einer Endlosschleife in deinem Kopf zu wälzen.

Das führt dazu, dass du immer mehr mit dem Problem verschmilzt und gar nicht mehr objektiv sein kannst.

💎 In dieser Situation kann dir nur noch dein Körper helfen: Gib dir ca. 10 Minuten Zeit, finde ein ruhiges Plätzchen für dich, setze oder stelle dich aufrecht hin und schließe die Augen. Richte deine Aufmerksamkeit dann auf deine Atmung. Zähle beispielsweise einatmend bis drei und im selben Rhythmus ausatmend bis fünf. Das beruhigt dein ganzes System und beschäftig gleichzeitig deinen Mind.
Wenn du spürst, dass du innerlich ruhiger wirst, kannst du die Situation objektiver – mit mehr Abstand – betrachten, bist emotional nicht mehr so verhaftet und kannst sie deshalb realistischer betrachten. Und wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst: Reise innerlich in die Vergangenheit und schaue, ob du eine Situation in deiner Kindheit finden kannst, zu der diese starken Gefühle eigentlich gehören, in der sie entstanden sind.
💎 Dadurch entwickelst du immer mehr Selbstverständnis für dich und kannst dir gleichzeitig in der akuten Situation helfen.
Beides entzieht deinen (Ess)Problemen die Nahrung.
Ist dir bewusst, dass du die Denkerin deiner Gedanken und somit die (unbewusste) Erschaffern deiner Erfahrungen bist?
Hör doch mal dieser inneren Stimme zu, die ständig am plappern ist, dich nie in Ruhe lässt und die ständig Probleme findet.
Kannst du sie hören?

Und ist dir bewusst, dass es die Stimme gibt die redet und dass du es bist, die zuhört?

Kannst du erkennen, dass ihr quasi zu zweit seid in deinem Kopf?
Anders gesagt: Du führst permanent negative Selbstgespräche!
Ich bekam früher beispielsweise Folgendes zu hören:
„Du musst abnehmen damit du die perfekte Figur hast. Dann wirst du Komplimente und Bestätigung bekommen und dadurch wirst du selbstbewusster und glücklicher sein.“
„Lass das weg, zu fettig, beherrsche dich gefälligst!“
„Du hast 500 g abgenommen? Prima, alle werden das sehen!“ … „Mist, niemand hat etwas gesagt, du musst noch mehr abnehmen!“
„Warum konntest du dich heute nicht beherrschen, du hast viel zu viel gegessen, du wirst fett werden! Los, geh auf die Waage! Siehst du, du Versagerin, du hast 300 g zugenommen!“
„Morgen hungerst du den ganzen Tag und ganz viel Sport wirst du auch machen!“
„Du Versagerin hattest schon wieder einen Rückfall, hast du denn gar keine Willenskraft? Und bewegt hast du dich auch nicht, den halben Tag lagst du faul herum und hast nichts geleistet. Alle anderen bekommen das doch auch hin, nur du nicht. Du musst dich unbedingt mehr anstrengen. Vor allem das mit dem Essen musst du wieder in den Griff bekommen! Morgen!“ …

Kommt dir das bekannt vor?

Und jetzt stell dir mal vor, diese Stimme wäre eine „echte“ Person, die dich den ganzen Tag begleiten und dabei zutexten und anmeckern würde.
Würdest du diese Person als hilfreich und unterstützend empfinden?
Würdest du sie um Rat fragen?
Wahrscheinlich eher nicht…
Doch genau das tust du, wenn du immer wieder versuchst, deine (Ess)Probleme alleine und über Äußerlichkeiten zu lösen.
💎 Mach dir immer wieder bewusst, dass du die Zuhörerin bist und lerne, anders mit dir zu reden und erlaube dir, dich unterstützen zu lassen!
Ist dir bewusst, dass du deine (Ess)Probleme nicht dauerhaft lösen kannst, wenn du dich immer wieder auf dein Gewicht, Lebensmittel und/oder dein Essverhalten fokussierst?
Denn das ist genau so, als würdest du immer wieder versuchen, einen tropfenden Wasserhahn abzustellen, in dem du ihn zustopfst anstatt ihn abzudrehen. Er hört kurzfristig auf zu tropfen, das Wasser staut sich und wenn der Druck zu stark wird, drängt das Wasser wieder aus dem Hahn hinaus.

Dadurch verstärkt sich das Problem!

🌀 Mit den (Ess)Problemen ist es genau so. Je mehr du dich auf sie fokussierst, je mehr du versuchst, sie zu kontrollieren, desto stärker machst du sie und umso schwächer wirst du.
💎 Die Ursache deiner (Ess)Probleme liegt in deinem ungesunden Selbstbild, in deinem Mangel an und deinem Hunger nach Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit, nach dir SELBST!
Die Ursache liegt darin, dass du glaubst, nicht gut genug zu sein, aber perfekt sein zu müssen.
💎 Warum glaubst du das?

Und kannst du erkennen, dass in diesem Glauben (Selbstbild) dein einziges „Problem“ liegt?

Ist dir bewusst, dass du in deinem (Familien)System eine bestimmte Rolle hast/hattest?
Ich war beispielsweise „das Sorgenkind“. Einerseits hat mich diese Rolle stark belastet, andererseits habe ich (unbewusst) geglaubt, dass ich ein Sorgenkind bin. Ich wollte also unbedingt beweisen, dass diese Rolle nicht meine ist, während ich gleichzeitig an sie geglaubt habe.

Was passierte?

Ich bekam eine Essstörung und „bewies“ die Richtigkeit meiner Rolle!
Daraufhin spielte ich quasi zwei Rollen: Nach Außen demonstrierte ich Stärke, während ich mich innerlich schwach und hilflos fühlte.

Durch diesen Spagat fütterte ich die (Ess)Probleme immer mehr!

💎 Bis ich begann, mir all dieser Rollen bewusst zu werden und zu erkennen, dass für mich selbst – für das was ich wirklich bin – gar kein Platz bei all dieser bewussten und unbewussten Schauspielerei war! Und ich erkannte ebenfalls, wie anstrengend und unbefriedigend dieses ständige Schauspielern und Erwartungen anderer erfüllen ist.
Beantworte dir doch mal (schriftlich) die folgenden Fragen und nähre dadurch deine Selbstheilung:
🎭 Welche Rolle wurde mir von meinem (Familien)System auferlegt? Und wann, wo und warum spiele ich diese Rolle noch immer?
🎭 Welche Rolle(n) erlege ich mir selbst auf? In welchen Situationen verstelle ich mich wie und warum eigentlich?
🎭 Und welche Rolle spiele ich selbst in meinem Leben? Wann und wie oft bin ich ich selbst und wie wichtig nehme ich meine Bedürfnisse?