Warum Selbstliebe der Schlüssel ist und wie du beginnst,
dich zu lieben

Gibt es diese eine Wunderformel, durch die deine Essstörung schlagartig verschwindet?

Ich jedenfalls habe mir lange Zeit so eine Formel gewünscht und ich habe (unbewusst) danach gesucht. Und je mehr ich unter meiner Essstörung litt, desto mehr habe ich gesucht. Anfangs vor allem in Selbsthilfebüchern. Doch davon gab es – Gott sei dank – zu meiner essgestörten Zeit noch nicht so viele. Warum „Gott-sei-dank“? Weil ich all diese Bücher verschlungen habe – genau so, wie ich auch das Essen verschlang. Und hätte es noch mehr gegeben, hätte ich noch mehr Bücher veschlungen. Doch weder das eine noch das andere stopfte meine inneren Löcher. Denn ich las und verstand, fand mich wieder, kam aber nicht ins Handeln. Und deshalb veränderte sich auch kaum etwas.

Das Problem waren jedoch nicht immer die Bücher, das Problem war häufig ich! Denn Vieles was ich las, erschien mir entweder zu einfach, dauerte mir zu lange oder ich empfand es als unwichtig. Ich litt also weiter und suchte weiter bis ich etwas Entscheidendes Begriff:

Ich suchte nicht nur die schnelle Lösung, ich suchte sie auch außerhalb von mir!

Doch das Problem war mit der Zeit in mir entstanden, vielleicht fand ich mit der Zeit auch die Lösung in mir?

Selbstliebe als Schlüssel

Heute werde ich manchmal gefragt, ob ich im Online-Workshop GEWICHTIG (m)eine Wunderformel verrate. Und ja, das tue ich. Ich fasse sie sogar hier in einem Satz zusammen:

Liebe dich ab sofort bedingungslos!

Ich kann die Wunderformel sogar mit nur einem Wort ausdrücken: Selbstliebe!

Ja, ich weiß, unglaublich, oder?

Selbstliebe? That’s it?

Jep!

Doch die Herausfoderung liegt nicht darin, Selbstliebe als Wunderformel zu entdecken, sie liegt darin, sich selbst zu lieben. Denn ich höre sie schon laut schreien, deine inneren Widerstände: „Selbstliebe? Wie soll ich mich denn lieben können? Ich bin viel zu dick/dünn/doof/…“ oder  „Wenn ich dicker/dünner/schlauer/… wäre, dann könnte das mit der Selbstliebe vielleicht funktionieren, aber jetzt?!?“

Die echte Herausforderung ist diese negative Geschichte, die wir uns permanent und meist unbewusst über uns, das Leben und die Welt erzählen und die wir für „die Wahrheit“ halten. Erschwerend kommt hinzu, dass diese „Wahrheit“ von Außen getriggert wird. Denn mit der Unsicherheit und Unzufriedenheit von Frauen kann eine Menge Geld verdient werden. Stell dir doch mal vor, es wären plötzlich alle Frauen selbstverliebt. Klingt nicht schon das Wort alleine irgendwie verboten?

Wir empfinden es doch als total normal, dass Frauen unzufrieden mit sich und ihrem Aussehen sind. Und alles andere würde manche Wirktschaftszweige an den Rande des Zusammenbruchs führen. Wer soll denn dann all die überteuerten Kosmetikartikel kaufen? Wer die Mitgliedsbeiträge für Abnehmgruppen zahlen? Und wovon sollen plastische Chirurgen denn dann noch leben?

Das Entscheidende ist, dass du die Lösung nie im Außen finden wirst. Weder im perfekten Aussehen und Gewicht, noch in der besten Ausbildung oder an der Seite des (erfolg)reichsten Mannes. Vielleicht hattest du es mal, dieses perfekte Gewicht, und nach einem kurzen Hoch war alles wieder beim Alten. Und dann? Noch mehr abnehmen? Vielleicht hast du eine sehr gute Ausbildung und einige Zeit nach deinem Abschluss fühltest du dich immer noch nicht intellektuell genug? Und dann? Noch eine höherwertige Ausbildung? Vielleicht warst du mal an der Seite eines (erfolg)reichen Mannes, doch nach einiger Zeit hast du ihn gelangweilt. Und dann? Noch mehr Anstrengung für einen Mann, der noch (erfolg)reicher ist?

Warum ist das passiert?

Weil sich deine Glaubenssätze nicht automatisch dadurch ändern, wenn sich im Außen etwas verändert.

Was ist Selbstliebe?

„Selbstliebe bezeichnet allumfassende Annahme seiner selbst…“ definiert Wikipedia. Selbstliebe bedeutet also Selbstannahme oder auch – wie ich es gerne formuliere – die Akzeptanz des Ist-Zustandes. Akzeptiere dich jetzt und hier genau so, wie du gerade bist, mit der Essstörung, mit deinem Gewicht, mit deinen Ängsten und (Selbst)Zweifeln. Das ist Selbstliebe. Doch das ist für die meisten von uns nicht in einem großen, aber in vielen kleinen Schritten machbar.

Und etwas zu akzeptieren bedeutet nicht, zu resignieren. Sondern es heißt, zu akzeptieren was ist, damit du bekommen kannst, was du willst. Akzeptanz bedeutet, dass du nicht länger gegen die Realität kämpfst. Denn es ist real, dass du eine Essstörung hast. Und diese Essstörung hat Ursachen.

Im Grunde geht es darum, die Geschichte, die du dir über dich, das Leben und die Welt erzählst, in deinem Tempo zu ändern.

Selbstliebe step by step

Um deine Geschichte ändern zu können, musst du sie zunächst erkennen und verstehen lernen. Und du musst begreifen, dass du (unbewusst) einiges dafür tust, dir immer wieder zu beweisen, dass deine „alte“Geschichte über dich wahr ist. Hierzu ist es wichtig, dir Zeit zu nehmen für dich. Meditation und Schreiben sind zwei gute Werkzeuge, um seine Glaubenssätze zu erkennen und die Geschichte step by step ändern zu können. Beides habe ich im Selbsterfahrungskurs ERLEICHTERT vereint. Doch du kannst dich natürlich auch alleine hinsetzen und schreiben bzw. meditieren oder ein anderes Werkzeug nutzen, um deinen Gedanken zuhören.

Nehmen wir einmal an, du entdeckst den Glaubenssatz: „Wenn ich dünner wäre, hätte ich mehr Selbstbewusstsein!“ Dann geht es erst mal darum herauszufinden, woher dieser Glaubenssatz kommt. Vielleicht hattest du eine Mutter, die auch ständig mit ihrem Aussehen unzufrieden und deren Selbstbewusssein eher gering war? Dann hast du – wie alle Kinder – vorgelebtes Verhalten ungefragt übernommen. Je mehr Verständnis du für dich und deine Situation entwickelst, desto geringer wird dein Selbsthass werden. Und damit entziehst du der Essstörung die Nahrung. Denn mit Hilfe der Essstörung kompensierst du all die Emotionen, mit denen du anders nicht klarkommst. Und du kommst damit nicht klar, weil du eine Menge Altlasten mit dir rumträgst.

In einem weiteren Schritt kannst du überprüfen, ob dieser Glaubenssatz tatsächlich der Wahrheit entspricht. Hierzu nutze ich im Online-Mentoring-Programm LEICHTER den Mind Detox Mirror, den ich per Video an diversen Glaubenssätzen erkläre. Es geht im Grunde darum, folgenden Prozess zu verstehen:

Du glaubst, du musst dünner werden, um selbstbewusster sein zu können.

Du beginnst mit einer Diät und landest in einer Essstörung.

Dadurch wird dein Selbstbewusstsein noch geringer.

Du versuchst immer verzweifelter abzunehmen und scheiterst immer schneller und häufiger.

Dein Selbstbewusstsein schrumpft noch mehr.

Doch was wäre, wenn nicht an deinem Körper, sondern bei deinem Selbstbewusstsein ansetzen würdest?

Und bei diesem Prozess kannst du dich zusätzlich von einer Therapeutin und/oder einer Selbsthilfegruppe unterstützen lassen.

Finde all die Werkzeuge, die für dich funktionieren und nutze sie, so lange du sie brauchst!

Mein Weg der Selbstliebe

Ich habe all diese Prozesse mehrfach durchlaufen. Und ja – auch ich bin zig mal hingefallen und wieder aufgestanden. Ich hatte Rückfälle, habe mit meinem Schicksal gehadert und hatte Phasen in denen ich dachte, dass es nie vorbei sein wird. Doch das war es irgendwann. Die Selbstliebe, irgendwann war sie da und die Essstörung war weg. Selbstliebe heißt nicht, dass ich permanent vor dem Spiegel stehe und mir erzähle, wie toll ich doch bin. Selbstliebe heißt für mich, dass ich mich und meine „alte Geschichte“ heute verstehe und akzeptiere, ich habe Frieden geschlossen mit meiner Vergangenheit. Ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich mit Hilfe der Essstörung machen durfte. Denn sie hat mir geholfen, negative Glaubenssätze durch positive zu ersetzen.

Selbstliebe heißt für mich, mich so sein zu lassen, wie ich bin.

Selbstliebe heißt, dafür zu sorgen, dass ich bekomme, was ich brauche. Denn nur dann kann ich auch geben, was ich habe.

Ich bin gut so, wie ich bin.

Und du bist es auch.

Doch es hilft dir nicht, wenn ich es dir sage, du musst es fühlen können.

Das ist Selbstliebe.

Damit entziehst du der Essstörung und vielen anderen Problemen den Nährboden.

Und du kannst jetzt damit anfangen!

lebenshungrige Grüße

Simone

 

Hör auf an dir zu zerren:
Warum du Wachstum nicht erzwingen kannst

Der Herbst ist da und gestern habe ich die Reste unserer Tomatenpflanzen entsorgt.

Wachstum braucht gute Bedingungen

Meine Schwester hatte mir im Frühjahr die Samen geschenkt und ich habe sie gesät. Als die Pflänzchen ungefähr 10 cm groß waren, habe ich sie umgetopft und die Hälfte meiner Schwester mitgegeben. Und jeden Freitag – wenn sie uns zu Hause besuchte – stellte meine Schwester fest, dass unsere Tomatenpflanzen schneller gewachsen waren, als ihre. Vermutlich deshalb, weil unsere ein sonnigeres Plätzchen hatten, die Bedingungen somit besser waren. Dementsprechend früher konnten wir auch Tomaten ernten. Aber auch ihre Pflanzen waren irgendwann so weit und trugen schöne Früchte.

Wachstum funktioniert nicht durch Gewalt

Wer seine Essstörung hinter sich lassen möchte, benötigt ebenfalls Wachstum.

Inneres Wachstum.

Wenn du gesund werden möchtest, musst du deinem Selbst, deinem Wesenskern, dass, was dich eigentlich ausmacht, Zeit und Raum geben, wachsen zu können.

Du musst dich kennen, verstehen und mögen lernen.

Wären die Tomatenpflanzen meiner Schwester schneller gewachsen, wenn sie an ihnen gezogen hätte?

Nein, natürlich nicht, das hätte sie eher zerstört.

Doch genau das tun viele Essgestörte auf ihrem Genesungsweg. Sie zerren an sich, sind unzufrieden, wollen mit aller Gewalt Wachstum erzwingen und erzeugen dadurch häufig erneute Zerstörung.

Das passiert meist dann, wenn der Verstand schon so einiges begriffen hat, Fühlen und Handeln aber noch nicht so weit sind.

„Schon wieder habe ich blöde Kuh meine Grenzen nicht geachtet und dann einen Rückfall gebaut!“ lautet das innere Gezerre dann beispielsweise.

Um wachsen und Früchte tragen zu können, brauchten die Tomatenpflanzen monatelang kontinierliche Pflege. Ein gesundes Maß an Wasser, Luft, Sonne und Erde. Und je besser die Bedingungen sind, desto schneller erfolgt das Wachstum.

Und wenn du wachsen willst, brauchst du ebenfalls kontinuierliche Pflege unter guten Bedingungen.

Sei nett zu dir und akzeptiere, was und wie du JETZT gerade bist.

Frage dich beispielsweise:

Warum habe ich meine Grenzen nicht geachtet und einen Rückfall in Kauf genommen?

Setze dich mit deiner Geschichte auseinander, um dich zu verstehen.

Lass dich darauf ein, auf deinen Körper zu hören.

Hole dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.

Den Rest erledigt die Zeit.

Wachstum geschieht durch kontinuierliches Kümmern aber nach einem eigenen Zeitplan!

Müssen die anderen sich ändern damit sich etwas ändern kann?

Nachdem ich von der Magersucht in die Bulimie gekippt war, erwischte mich meine Mutter einige Monate später beim Kotzen auf der Gästetoilette. Anfang der 90er Jahre war das Thema Essstörungen noch ein eher unbekanntes und meine Mama reagierte sowohl mit Vorwürfen als auch mit Ratlosigkeit.

Mir machte das einerseits noch mehr Druck, denn dadurch war ich offensichtlich wieder in meine alte Sorgenkind-Rolle zurückgefallen. Andererseits war auch Erleichterung vorhanden, denn ich musste die Last der Geheimhaltung nicht mehr ganz alleine tragen.

Damals war es mir enorm wichtig, dass niemand sonst von meinem „dunklen Geheimnis“ erfuhr, denn ich schämte mich sehr. Ich hielt mich selbst für willensschwach und undiszipliniert und ich wollte um jeden Preis vermeiden, dass andere genau so über mich dachten.

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Meinung, mein Problem durch „kontrolliertes Essen“ regeln zu können. Und so schlug ich meiner Mutter beispielsweise vor, sie solle die Speisekammer einfach abschließen sodass ich zwischen den Mahlzeiten keinen Zugriff auf Lebensmittel hatte. Das lehnte sie auf Grund der schlecht möglichen Durchführbarkeit ab.

Und dann war ich erst mal sauer auf sie. Wollte sie mich etwa nicht unterstützen? „Würde sie doch nur tun was ich von ihr verlangte, dann würde ich das mit dem Essen auch wieder geregelt bekommen“, dachte ich. Heute weiß ich, dass das nicht funktioniert hätte, denn ich wäre irgendwie rein gekommen oder hätte mir etwas anderes zu Essen besorgt…

Als ich dann zu begreifen begann, dass das Essen gar nicht mein ursprüngliches Problem war, wollte ich, dass meine Mutter mich komplett verstand und alles genau so sehen konnte wie ich. Ich wollte, dass sie begriff und sich auf Grund des Verstehens änderte. Sie gab sich Mühe, doch es funktionierte nicht.

Einiges konnte sie verstehen und nachvollziehen, anderes wiederum nicht. Sie wurde vorsichtiger im Umgang mit mir, war manchmal unsicher, doch sie konnte nicht aus ihrer Haut raus. Heute weiß ich, dass das weder möglich noch nötig war.

Ich verlangte etwas von ihr, was ich selbst nicht konnte: Denn obwohl ich meine „Überlebensstrategie Essstörung“ immer besser verstand, hatte ich noch immer wenig Verständnis mit mir. Ich war sehr ungeduldig mit mir und sehr hart in meinen Urteilen über mich.

Komplett gesund wurde ich erst, als ich mich selbst mit meiner Essstörung und allem anderen komplett akzeptierte und verstand, als ich Mitgefühl mit mir selbst hatte und es mir Wert war, für mich selbst einzustehen.

Die anderen haben sich nicht geändert.

Doch ich habe mich verändert.

Und das hat mein ganzes Leben verändert.

Wenn Menschen oder Umstände dich stabilisieren, haben sie Macht

Immer wieder bekomme ich E-Mails in denen beispielsweise steht: „Wenn mein Mann sich soundso verhält, geht es mir gut, macht er es nicht, geht es mir schlecht. Wenn er sich doch nur dauernd soundso verhalten würde, ginge es mir immer gut und ich hätte keine Probleme mit dem Essen.“

Und wenn es nicht der Mann ist, dann ist es die Chefin, der Kollege, die Freundin oder der Vater.

Oder es sind die Umstände: „Wenn ich arbeite geht es mir schlecht und ich habe abends Rückfälle, am Wochenende habe ich die nicht. Wenn doch nur permanent Wochenende wäre, ginge es mir immer gut und ich hätte keine Probleme mit dem Essen.“

Es gibt viele Menschen, die von Partner zu Partner oder von Job zu Job hüpfen weil sie das Problem in ihrem Gegenüber oder der Situation sehen.

Doch wenn du aus der Essstörung raus willst, musst du eins begreifen: Du kannst andere Menschen nicht ändern und solltest auch nicht darauf hoffen, dass sie sich irgendwann von selbst ändern. What you see ist what you get!

Hast du beispielsweise immer wieder ähnliche Konflikte mit deinem Partner frage dich:

Was ist mein Anteil daran?

Erwarte ich etwas von ihm, was ich mir eigentlich selbst geben müsste?

Brauchst du vielleicht permanent Bestätigung von ihm?

Muss er dir andauert sagen, wie hübsch du bist und wie sehr er dich liebt?

Dann frage dich, warum du das dauert hören willst, vielleicht, weil du es selbst nicht glaubst?

Und warum machst du deinen ganzen Wert von deinem Aussehen und seiner Bestätigung abhängig?

Hinterfrage deine Motive ehrlich, ohne dich zu verurteilen!

Hast du aber beispielsweise immer wieder ähnliche Konflikte mit deinem Chef und stellst fest, dass du – egal wie sehr du an dir arbeitest – nicht mit ihm klar kommst, dann hast du immer noch die Möglichkeit zu gehen. Genauso, wie du einen Partner verlassen kannst, der dir tatsächlich nicht gut tut. Und in diesen Situationen solltest du es dir dann auch Wert sein, zu gehen.

Denn das Entscheidende ist:

Damit sich für dich etwas ändern kann, musst du dich ändern – in dem du deine Einstellung zu der Situation oder die Situation selbst änderst – und sonst niemand!

lebenshungrige Grüße

Simone 

Warum es befreiend ist,
planlos durchs Leben zu gehen

Planlos oder durchgeplant?

Was erwartest du von dir und von dem Leben?

Vielleicht sieht die konkrete Vorstellung deiner Zukunft in etwa so aus:

Mit Mitte 20 das Studium erfolgreich und problemlos beendet, bis dahin viel an die exotischsten Orte gereist und Inspirierendes erlebt, dann die Traumhochzeit mit dem Traumprinzen, die unglaublich erfolgreiche Karriere, der reibungslose Bau des Traumhauses, mit Anfang 30 das erste Kind (Junge), mit Mitte 30 das zweite Kind (Mädchen), die Karriere läuft weiter steil nach oben und bei all dem bleibt das Aussehen und die Laune selbstverständlich makellos.

Und vielleicht steckst du genau da irgendwo mittendrin und merkst, dass du deine Erwartungen nicht erfüllen kannst. Und vielleicht bist du auch schon leicht panisch, weil du das Gefühl hast, dass dir für immer mehr die Zeit immer schneller davon rennt.

Doch vielleicht sieht der Plan für dein Leben auch ganz anders aus. Allerdings weiß ich eins genau:

Je konkreter deine Vorstellung von deinem (zukünftigen) Leben ist, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ent-täuscht wirst.

Je konkreter der Plan, desto wahrscheinlicher das Scheitern

Wenn du einen relativ starren Plan für deine Zukunft hast, spielen dabei diverse Unbekannte eine beachtliche Rolle. Um mal beim Beispiel von oben zu bleiben:

Was ist, wenn du während des Studiums merkst, dass du etwas studierst, was du eigentlich gar nicht studieren willst?

Oder was passiert, wenn dich dein Studium so sehr beansprucht, dass kaum noch Zeit für Reisen bleibt?

Und stell dir vor, du hast mit Ende zwanzig deinen Traumprinzen noch nicht gefunden, heiratest du dann irgendeinen?

Vielleicht will dein Traumprinz keine Kinder oder du bekommst – warum auch immer – keine, ist dein Leben dann nicht mehr lebenswert?

Wie verhältst du dich, wenn du Kind und Karriere nicht so problemlos vereinbaren kannst, wie du es dir vorgestellt hast?

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du bei all dem immer perfekt aussiehst und bestens gelaunt bist?

Plan-Ziel erreicht, Erwartungen nicht erfüllt

Häufig passiert auch Folgendes: Du hast einen Teil deines Plans verwirklicht, doch du fühlst dich beschissen dabei. „Und jetzt?“ denkst du dann, „This is IT?!?“

Nehmen wir mal an, du planst einen Urlaub. Du kommst am Urlaubsort an und hast du dann dein Ziel erreicht? Nein, denn dein Anspruch ist, diese Zeit wirklich zu nutzen um großartige Dinge zu erleben und/oder um dich tatsächlich zu erholen. Also verplanst du den Großteil des Urlaubs und bist gestresst und frustriert, wenn die Dinge nicht so laufen wie geplant und dann wunderst du dich, dass das Genießen und Relaxen zu kurz kommt.

Von deinen Plänen in Bezug auf das Essen und deinen Körper ganz zu schweigen…

Sei planlos!

Doch wie kann es anders funktionieren?

Indem du dir erstens deiner Pläne und Erwartungen bewusst wirst, sie zweitens hinterfragst und schaust, ob es überhaupt deine eigenen sind und drittens dem Leben die Chance gibst, einen viel besseren Plan für dich zu haben!

Ich erläutere das mal an meinem eigenen Beispiel:

Mein (unbewusster) beruflicher Plan war früher, einmal in einem möglichst sicheren Angestelltenverhältnis zu enden. Die Möglichkeit, selbständig zu sein und nach meinen eigenen Regeln zu arbeiten, war für mich gar nicht vorhanden. Dieser Plan entstand natürlich ursprünglich in meiner Herkunftsfamilie in der es in der näheren Verwandtschaft gar keine und in der weiteren Verwandtschaft nur ein paar gescheiterte Selbständige gab. Abgesehen davon war das, was (internet)technisch heute möglich ist, vor einigen Jahren noch gar nicht vorstellbar.

Als ich mich mit den Ursachen meiner Essstörung auseinandersetze, stellte ich immer mehr Dinge/Personen/Sachverhalte in Frage:

Wer bin ich eigentlich wirklich und was brauche ich tatsächlich?

war dabei die wichtigste Frage.

Kurz und gut: Ich war irgendwann planlos! Und zwar in Bezug auf mich und auf das Leben.

Ich begann, mir bewusst Zeit für mich zu nehmen um mich besser kennen und verstehen zu lernen.

Und als meine Essstörung endlich verhungert war, kam – scheinbar aus dem Nichts – die Idee zu lebenshungrig.

Planlos zu sein bedeutet also nicht, nichts zu tun.

Sondern es bedeutet, hinderliche Pläne los zu werden um Platz für Besseres zu schaffen!

Planlos zu sein ist nicht der schlechteste Ausgangspunkt…

lebenshungrige Grüße

Simone

Selbstgespräche: Sag mal,
wie redest du eigentlich mit dir?!?

Wir alle führen permanent Selbstgespräche und erzählen uns eine Geschichte über das Leben und uns.

Doch wie lautet diese Geschichte, was ist der Inhalt unserer Selbstgespräche?

Meistens sind es negative Gespräche, in denen wir unser Aussehen unser Handeln und unser Dasein kritisieren und in Frage stellen.

Wir gehen hart und vernichtend mit uns selbst ins Gericht und können unseren eigenen Ansprüchen einfach nie genügen.

Ist dir eigentlich bewusst, was du mit jedem einzelnen dieser Selbstgespräche anrichtest?

Und würdest du so mit anderen Menschen reden?

Vielleicht mit Menschen, die dir nicht wichtig sind…

Aber was ist mit denen, die dir nahe stehen?

Was ist mit denen, die du schon lange kennst?

Und was ist mit den Menschen, die du liebst?

Sagst du diesen Menschen permanent, dass sie zu dick, zu undiszipliniert, zu häßlich und zu willensschwach sind?

Warum wir liebe- und verständnisvolle Selbstgespräche brauchen

Stell dir doch mal vor, deine beste Freundin wäre essgestört und sie hätte sich auf ihren Weg „raus aus der Essstörung, rein ins Leben gemacht“ und dir zaghaft davon erzählt.

Wie würdest du reagieren?

Wie würdest du mit ihr reden?

Als gute Freundin würdest du ihr anbieten, für sie da zu sein. Du würdest bei jedem Rückfall Mitgefühl und Verständnis für sie aufbringen. Du würdest mit ihr traurig und wütend sein und sie in den Arm nehmen. Und dann würdest du sie aufmuntern in dem du sie daran erinnerst, was sie schon geschafft hat. Du würdest sie ermutigen genauer hinzuschauen und ihre Essstörung verstehen zu lernen. Du würdest ihr sagen, wie tapfer sie ist. Und du würdest ihr sagen, dass du sie bewunderst, weil sie immer wieder aufsteht und weiter geht. Du würdest daran glauben, dass sie irgendwann am Ziel ankommt.

Diese Reaktion wäre doch selbstverständlich, oder?

Doch warum verhältst du dich dir selbst gegenüber so anders?

Warum hast du so wenig Mitgefühl mit dir und kaum Verständnis für dich?

Und warum sieht du immer nur den Weg der noch vor dir liegt und und nicht den, den du schon geschafft hast?

Warum könntest du unendlich viele aufmunternde Gespräche mit ihr führen während deine Selbstgespräche meist abwertend sind und du voller Ungeduld mit dir bist?

Was wäre anders, wenn du selbst deine beste Freundin wärst?

Welche Selbstgespräche würdest du dann führen können?

Hier ein paar Ideen und Inspiration dazu:

lebenshungrige Grüße

Simone

Kinotipp: Embrace
Lasst uns endlich aufhören,
gegen unsere Körper zu kämpfen!

Embrace?  = umarmen, annehmen, begrüßen!

Dieses etwas andere Vorher-Nachher-Foto der Australierin Taryn Brumfitt ging in 2014 um die Welt. Nach der Geburt ihrer drei Kinder war sie unglücklich mit ihrem Körper und investierte eine Menge Zeit, um so auszusehen wie auf dem Vorher-Bild. Nur um dann festzustellen, dass sie sich noch immer nicht besser fühlte. Doch dann tat sie etwas, was leider viele andere Frauen nicht tun:

Quelle: kickstarter.com

Sie stellte nicht weiter ihren Körper in Frage, sondern die Gedanken, die sie über ihren Körper hatte. Und nicht nur ihre eigenen. Taryn Brumfitt begann sich zu fragen, warum so viele Frauen und Mädchen ihren Körper hassen und wie sich das ändern lässt. Ihre Motivation zieht sie aus dem Wunsch, die eigene Tochter und andere kleine Mädchen ohne diesen Körperhass erwachsen werden zu sehen.

Taryn Brumfitt fasste den Entschluss, eine Dokumentation mit dem Titel „Embrace“ zu produzieren und dieses ehrgeizige Projekt durch eine Kickstarter-Kampagne finanzieren zu lassen.

Weil ich glaube, dass es nicht genügend solcher Wachmacher-Aktionen geben kann, habe ich bereits in 2014 darüber berichtet und die Entstehung von „Embrace“ finanziell unterstützt. Hier findest du das Video zur Kickstarter-Kampagne von Taryn Brumfitt und meinen Blogbeitrag dazu.

Und jetzt ist es endlich soweit: „Embrace“ kommt in die deutschen Kinos!

EMBRACE: NUR am Donnerstag, den 11.05.2017!

Hier ist der Trailer zu „Embrace“:

Date yourself and embrace!

Wer raus aus der Essstörung will, der muss vor allem eins tun:

Bewusst Zeit mit sich selbst verbringen!

Denn nur so kannst du dich selbst kennen, verstehen und mögen lernen. Nur dadurch wirst du mit der Zeit wahres Selbstwertgefühl aufbauen. Und echtes Selbstwertgefühl ist die Grundvoraussetzung für ein glückliches Leben ohne Essstörung, zu dem es ein gesundes Gewicht gratis dazu gibt.

Eine Möglichkeit dich selbst besser kennen zu lernen sind regelmäßige Dates mit dir selbst.

Warst du schon mal alleine im Kino?

Fühlst du dich schon bei dem Gedanken, alleine ins Kino zu gehen, unwohl?

Fürchtest du, dass die anderen Kinobesucher denken könnten, dass du keine Freunde hast, weil du alleine bist?

Interessant, oder? Denn die anderen denken, was sie denken und das hat nichts mit dir zu tun…

Und warum ist dir die Meinung wildfremder Menschen über dich scheinbar wichtiger als deine eigene?

Denn du weißt ja, dass du dich bewusst dazu entschlossen hast, mit dir alleine zu sein…

Probiere es doch einfach mal aus und schau‘ dir „Embrace“ an!

Und selbstverständlich ist dieser Kinoabend auch in der Gruppe als Mädelsabend lohnenswert 😉

lebenshungrige Grüße

Simone

 

Was du morgens tun kannst, um abends keinen Rückfall zu haben!

Der Rückfall ist ein Schrei deiner Seele und deines Körpers.

Vielleicht hast du dich schon häufig gefragt, warum ein Rückfall oder Fressanfall meistens nachmittags oder abends stattfindet.

Meiner Erfahrung nach hat das vor allem zwei Gründe:

Im Laufe des Tages hast du deine persönlichen Grenzen mehrmals überschritten bzw. überschreiten lassen.

Die Willenskraft nimmt im Laufe des Tages ab und die Müdigkeit nimmt zu.

Und diese zwei Rückfall-Gründe schauen wir uns jetzt mal genauer an:

Wo liegt deine persönliche Grenze und wann wird sie überschritten?

Vielleicht weißt du gar nicht so recht, was ich mit „deiner persönlichen Grenze“ meine. Kürzlich habe ich über „Das Gesetz der Essstörung“ geschrieben und an einem Beispiel erläutert, wo meine Grenzen waren und wie und warum ich sie früher überschritten habe.

Vereinfacht gesagt geht es erstens darum zu wissen, wer du bist und was du brauchst. Und zweitens, dazu zu stehen wer du bist und dafür zu sorgen, dass du auch bekommst, was du brauchst.

Doch die meisten Essgestörten sind so weit von sich selbst – von ihrem Wesenskern – entfernt, dass sie kaum noch wissen wer sie sind und was sie brauchen. Und falls sie es doch (noch) wissen, trauen sie sich nicht – oder sind es sich nicht Wert – zu sich zu stehen und für sich zu sorgen.

Warum die Willenskraft ab- und die Müdigkeit zunimmt

Kennst du diesen „ab-morgen-wird-endlich-alles-anders-Gedanken“? Ich habe ihn in der Anfangszeit meiner Essstörung nach jedem Rückfall gehabt und in „Einmal Bulimie – immer Bulimie?“ beschrieben. Ganz fest habe ich mir vorgenommen, am nächsten Tag endlich diszipliniert und nach Plan zu essen, abzunehmen und glücklich zu werden. Wie oft es geklappt hat? Nie!

Unsere Willenskraft funktioniert – vereinfacht gesagt – ähnlich wie ein Muskel. Sie ermüdet durch Verwendung. Und gerade nach einem Rückfall glauben Essgestörte, am nächsten Tag durch das Weglassen von Mahlzeiten ausgleichen zu können. Es wird also auf das Frühstück und vielleicht auch auf das Mittagessen verzichtet. Oder beide Mahlzeiten fallen zu klein aus. Da die Willenskraft noch relativ frisch ist, funktioniert das. Doch je öfter sie beansprucht wird, umso schneller ermüdet sie…

Der Rückfall am Abend ist quasi vorprogrammiert

Nehmen wir einmal an, du kommst abends nach Hause.

Du hast körperlichen Hunger, weil du tagsüber zu wenig gegessen hast.

Dein Körper ist müde, deine Willenskraft ist ermüdet.

Du bist – auf Grund diverser Grenzüberschreitungen im Laufe des Tages – voller unangenehmer Emotionen wie Wut, Einsamkeit, Scham, oder Trauer, mit denen du nie umzugehen gelernt hast.

Dein Perfektionismus mit seinen überhöhten Ansprüchen „sagt“ dir nun, wie der Rest des Tages zu laufen hat.

Und spätestens jetzt ist dir alles zu viel und du willst nur noch eins:

essen und vergessen!

Wie es Stück für Stück ohne Rückfall gehen kann

Wahrscheinlich ist dir durch diese Erklärung klar geworden, warum du immer wieder einen Rückfall baust und dass es nicht von heute auf morgen funktionieren wird, keinen mehr zu haben. Doch du kannst einiges tun, um dorthin zu gelangen:

Ich habe bereits vor längerer Zeit darüber geschrieben, wie du aus einem Rückfall einen Vorfall machen kannst.

Versuche, morgens und mittags ausreichend zu essen.

Überdenke und ändere – falls nötig – deine Morgenroutine um (grenzen)bewusster in den Tag zu starten.

Wie und warum erläutere ich dir in diesem Video:


lebenshungrige Grüße

Simone

Die Verwandlung von einer Essgestörten in eine Gesunde

Du kannst nicht „machen“, dass die Essstörung aufhört.

Seit 19 Jahren gibt es jeden Frühling etwas zu feiern für mich. Nämlich meine Verwandlung von einer Essgestörten in eine Gesunde. Und diese Metarmophose war genau so endgültig, wie es die Verwandlung von einer Raupe in einen Schmetterling ist.

Denn von diesem Zeitpunkt an gab es keinen Weg mehr zurück. Es gab nicht einen Rückfall, es gab kein Überessen, kein Hungern und kein Kotzen mehr. Und es gab keine Angst mehr vor einer Gewichtszunahme, vor bestimmten Lebensmitteln oder vor der Waage.

Die Zeit unmittelbar vor der Verwandlung

Die letzte Phase meiner Essstörung war ehrlich gesagt die unbefriedigendste Zeit. Ich nenne dieses knappe Jahr nach meinem Klinikaufenthalt mein Achterbahn-Jahr. Denn es war geprägt von längeren guten Phasen in denen es steil bergauf ging. Doch dann ging es wieder genau so steil bergab.

Ich baute einen Rückfall und war frustriert. Und ich war es so verdammt leid, wieder aufstehen und weitermachen zu müssen. Manchmal dauerte es Wochen, bis ich dazu bereit war. Wochen, in denen ich wieder total in der Essstörung versank. Wochen, in denen ich gefühlt erneut ganz am Anfang stand.

Das Gesetz der Essstörung

Doch eigentlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt immer schon vorher, dass ich demnächst einen Rückfall bauen würde. Denn mir war bewusst, dass ich mal wieder einige Male zu häufig eine Tatsache missachtet hatte, die ich heute das Gesetzt der Essstörung nenne. Und das lautet:

Setze gesunde Grenzen, sonst wirst du früher oder später einen Rückfall bauen!

Ich wusste das, doch ich war noch nicht wirklich bereit, mich an dieses Gesetz zu halten.

Dazu ein Beispiel:

Nehmen wir einmal an, mich rief während dieser Zeit mein Freund an und fragte, ob ich spontan Lust hätte, am selben Abend mit ihm ins Kino zu gehen. Und nehmen wir einmal weiter an, ich hatte mich schon auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa mit einem spannenden Buch eingestellt und freute mich darauf.

Dann sagte ich „JA“ zu ihm, obwohl ich eigentlich lieber zu Hause gesessen und gelesen hätte. Doch  mein unausgesprochener Deal mit meinem Freund lautete: „Ich mache was du willst und dafür gibst du mir Bestätigung und Sicherheit in Form von Komplimenten.“

Nehmen wir weiter an, mein Freund fragte dann, ob es einen bestimmten Film gäbe, den ich gerne anschauen würde. Und wir gehen mal davon aus, dass es einen gab. Doch meine Antwort lautete „NEIN“. Denn ich dachte mir, dass er sich bestimmt schon einen Film ausgesucht hatte. Und ich wollte ihm ja nicht den Abend verderben in dem ich den falschen Film vorschlug.

Er suchte also den Film aus und ich ging schlecht gelaunt mit ihm ins Kino. Denn ich war sauer auf ihn, weil er nicht „gerochen“ hatte, dass ich A) lieber zu Hause geblieben wäre oder B) zumindest gerne den Film ausgesucht hätte. Und ich war sauer auf mich…

Aus Angst vor eventuellen Konflikten und vor Ablehnung verdarb ich mir lieber selbst den Abend, als ihm abzusagen.

Es brauchte zwei oder drei Situationen wie diese und der Rückfall kam.

Der Tag der Verwandlung

Am letzten Tag meiner Essstörung war ich am Boden zerstört. Und nicht nur bildlich gesprochen. Nein, ich saß – frisch aus dem Krankenhaus entlassen und vom Kotzen erschöpft – im Bad neben dem Klo.

Und dort unten war ich endlich so weit, das Gesetz der Essstörung zu akzeptieren.

Ich setze einem wichtigen Menschen eine gesunde Grenze. Einem Menschen, der es doch immer nur gut mit mir gemeint hatte. Und der mir gerade deshalb nicht immer gut getan hatte. Einem Menschen, der mir gegenüber keine gesunden Grenzen hatte. Einem Menschen, dem gegenüber ich mich seit meiner Geburt schuldig fühlte und den ich sehr schätzte und liebte: Meiner Mutter.

Was, wie und warum an diesem Tag geschah, beschreibe ich ausführlich im Online-Workshop.

Ich konnte die Verwandlung nicht machen.

Doch ich konnte zum ersten Mal ehrlich „NEIN“ sagen.

Und das konnte ich nur durch all die Arbeit an mir, die ich vorher geleistet hatte.

Damit habe ich die Voraussetzung für die Verwandlung geschaffen.

Und wenn du so weit bist, kannst du das auch!

lebenshungrige Grüße

Simone

Wie stellst du dir ein Leben
ohne Essstörung vor?

Stell dir vor, du würdest nicht mehr über Essen nachdenken.

Stell dir vor, es gäbe in deinem Kopf keine Einteilung in „gute“ und „schlechte“, „gesunde“ und „ungesunde“ oder „erlaubte“ und „verbotene“ Lebensmittel.

Stell dir vor, du würdest nichts mehr über Kalorien, Fette, Kohlehydrate und Inhaltsstoffe wissen wollen.

Stell dir vor, du würdest einen Salat essen, obwohl du eine Pizza essen könntest.

Stell dir vor, du würdest eine Pizza essen, obwohl du einen Salat essen könntest.

Stell dir vor, du dürftest Nachtisch essen.

Stell dir vor, deine Stimmung wäre nicht von der Zahl abhängig, die die Waage dir anzeigt.

Stell dir vor, du würdest gar keine Waage mehr betreten.

Stell dir vor, du würdest deinen Körper nicht mehr als Feind und Verräter ansehen.

Stell dir vor, du würdest dein natürliches Hunger- und Sättigungsgefühl spüren und darauf hören.

Stell dir vor, du hättest vollstes Vertrauen in deine natürlichen Körperfunktionen.

Stell dir vor, Supermärkte wären keine Bedrohung mehr für dich.

Stell dir vor, Diäten würden keine Rolle mehr für dich spielen.

Stell dir vor, Ernährungspläne und –trends wären dir egal.

Stell dir vor, Schönheitsideale würden dich nicht mehr interessieren.

Stell dir vor, Einladungen zum Abendessen würden dich nicht mehr stressen.

Stell dir vor, du würdest dich nicht mehr für einen Event in ein Kleidungsstück hungern.

Stell dir vor, du würdest aus purer Freude an der Bewegung Sport machen.

Stell dir vor, es gäbe kein Wunschgewicht mehr für dich.

 

Stell dir vor, du würdest dich nicht mehr schuldig fühlen.

Stell dir vor, du würdest dich nicht mehr schämen.

Stell dir vor, du wärst nicht mehr einsam.

 

Stell dir vor, es gäbe nichts mehr zu optimieren und zu verbessern.

Stell dir vor, du könntest den IST-Zustand voll und ganz akzeptieren.

So ist ein Leben ohne Essstörung.

 

Wie du dahin kommst?

 

In dem du deinen IST-Zustand voll und ganz akzeptierst.

 

In dem du aufhörst, (gegen dich selbst) zu kämpfen.

In dem du aufhörst, (vor dir selbst) wegzulaufen.

In dem du aufhörst, (dich selbst) zu verurteilen.

 

In dem du beginnst, (dich selbst) zu verstehen.

In dem du beginnst, (dir selbst) zu verzeihen.

In dem du beginnst, (dich selbst) zu genießen.

 

JETZT!

lebenshungrige Grüße

Simone

Sorgt die Essstörung dafür,
dass Feiertage für dich kein
Grund zum Feiern sind?

Das ist doch normal.

Dieser Satz ist einer der Sätze, die für jeden etwas anderes bedeuten.

Denn was die eine als normal bezeichnet, ist genau das für die anderen eben nicht.

Gerade liegt Ostern hinter uns. Und ich bin mir sicher, dass diese Feiertage für viele von euch kein wirklicher Grund zum Feiern waren. Denn essgestörte Frauen haben während dieser Tage das Gefühl, über ein Feld voller Tretmienen gehen zu müssen. Zum einen gibt es häufig Begegnungen mit der (Ursprungs)Familie und zum anderen gibt es – mindestens genau so häufig – Begegnungen mit „besonderem“ Essen. Und diese Mischung ist explosiv.

Das Essen ist nicht das Problem von Essgestörten, sondern die Essstörung ist ihre „Überlebensstrategie“. Und diese Strategie – die Möglichkeit  Gefühle zu kompensieren – ist vor allem in der Ursprungs-Familie entstanden. Daher ist es nur logisch, dass wir – wenn wir mit dieser Familie konfrontiert werden – quasi automatisch auf diese ungesunde aber bewährte Strategie zurückgreifen. Und zwar so lange, bis wir eine gesündere Strategie gefunden haben.

Erschwerend kommen die besonderen Feiertagsmahlzeiten dazu. Deshalb habe ich dazu schon mal einen „Feiertags-Survival-Guide“ geschrieben.

Feiertage? Da essen doch alle mehr, oder?

Doch auch Menschen, die sich selbst nicht als essgestört bezeichnen und die es meistens wahrscheinlich auch nicht sind, halten es oft für normal, dass man an Feiertagen mehr isst, als gewöhnlich. Und das verwundert mich. Oder auch nicht. Denn es zeigt eigentlich nur, dass auch „Normalos“ so ihre Glaubenssätze in Bezug auf das Essen haben und auch in gewisser Weise mit Essen kompensieren. Vielleicht „lassen sie die Zügel locker“ weil Feiertage für sie besondere Tage sind, an denen sie sich außergewöhnliche Dinge erlauben. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass die Zügel ansonsten angezogen sind. Auf Deutsch: Es gibt im Alltag (manchmal) Ge- oder Verbote in Bezug auf das Essen.

Der Kopf bestimmt, was der Körper bekommt…

Jeder Tag kein (d)ein Feiertag sein!

Für mich ist es nicht normal, an einem Feiertag mehr zu essen als sonst.

Warum?

Ich stelle eine Gegenfrage:

Warum soll mein Körper an einem Feiertag mehr Hunger haben als an einem anderen Tag?

Anders gesagt:

Nur weil vielleicht mehr Essen zur Verfügung steht, esse ich nicht mehr.

Denn ich habe nicht mehr Hunger.

Der Körper bestimmt, was der Körper bekommt…

Warum ist das so?

Weil für mich quasi jeder Tag ein Feiertag ist. Ich darf immer essen was ich will und wie viel ich will. Und da ich die Gewissheit in mir habe, dass immer genug da ist, habe ich Sicherheit. Warum soll ich mich heute mit irgendetwas vollstopfen, wenn das Selbe – oder etwas Vergleichbares – morgen auch noch/wieder da ist?

Ja aber Mamas Lammbraten gibt es nur an Ostern!

willst du jetzt vielleicht einwenden. Doch wenn dieser Lammbraten so wichtig für dich ist, geht es eigentlich nicht um dieses bestimmte Gericht. Denn es ist letztlich nur etwas Essbares. Sondern es geht um das, wofür diese Mahlzeit bei dir steht:

Was willst du eigentlich von Mama? Aufmerksamkeit? Verständnis? Anerkennung?

Stell dir vor, es wäre immer von allem genug da

Im Online-Workshop GEWICHTIG lade ich die Teilnehmerinnen ein, die Augen zu schließen und sich folgende Situation vorzustellen:

Du stehst vor einer riesigen Schatzkammer und das Tor wird geöffnet. Und in dieser Kammer gibt es alles an Lebensmitteln, was du dir nur vorstellen kannst. Der Wächter dieser Schatzkammer gibt dir den Schlüssel und sagt: „Das ist alles nur für dich. Du kannst jederzeit hier hin kommen und dir holen, was du willst. So viel du willst und so oft du willst. Ich werde dafür sorgen, dass immer alles da sein wird. Und im Gegenzug bekomme ich den Schlüssel zu deiner Schatzkammer, zu deinem Körper. Ich verspreche dir, dass ich mich nicht nur um dein Essen sondern auch um dein Gewicht kümmere. Ich kann das besser regeln als du und du musst dich nicht mehr sorgen.“

Versuche, dich in diese Situation hinein zu fühlen.

Wie würde es sich anfühlen, wenn du wirklich IMMER ALLES haben dürftest?

Ich kann dir sagen, wie es sich anfühlt, denn es ist meine Realität. Es ist meine Definition von normal.

Ich bin – in Bezug auf Essen und auf mein Gewicht – völlig (angst)frei.

Von total essgestört zu total normal ist möglich!

lebenshungrige Grüße

Simone