Diäten sind für mich die „Einstiegsdrogen“ in die Essstörungen und daher nicht so harmlos, wie gemeinhin angenommen. Doch warum wird so gut wie nie darauf hingewiesen? Wir werden vor Zigaretten, Glücksspiel und Drogen gewarnt – zu Recht natürlich.

Doch warum warnt kaum jemand vor dem Konsum von Diäten?

Um die potentielle Gefahr – die von Diäten ausgeht – deutlich zu machen, habe ich im letzten Jahr eine Umfrage mit acht Fragen gestartet. An dieser Umfrage haben über 700 von euch teilgenommen!  Danke dafür :)

Heute stelle ich euch die Ergebnisse der Umfrage vor und lasse euch wissen, was ich bisher damit gemacht habe:

 

 

Und hier noch der Brief, den ich mit den Umfrage-Ergebnissen erst an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dann an das Ministerium für Gesundheit geschickt habe:

Sehr geehrte XXX,

als ehemals Betroffene betreibe ich seit über 10 Jahren die Website lebenshungrig.de, die Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen mit Essstörungen bietet.

Auf Grund meiner eigenen Geschichte beschäftige ich mich jetzt seit über 25 Jahren intensiv mit der Thematik und stehe durch lebenshungrig.de dauerhaft im Austausch mit Betroffenen.

Tagtäglich kontaktieren mich verzweifelte Frauen und Mädchen, die – vereinfacht gesagt – eins gemeinsam haben: Sie glaubten, dass ein perfektes Äußeres all ihre Probleme löst. Sie haben versucht abzunehmen und sind – ohne es zunächst zu realisieren – in eine Essstörung gerutscht.

Doch während die Ursachen von Essstörungen in einer individuellen Kombination aus gesellschaftlichen, familiären und persönlichen Eigenschaften und Erfahrungen liegen, ist die „Einstiegsdroge“ fast immer die gleiche: Eine Diät.

Es ist bekannt, dass Diäten mitverantwortlich für die Entstehung von Essstörungen sind. Auch der Internetauftritt der BZgA weist darauf hin: „Kalorienreduzierte Diäten begünstigen den Einstieg in die Erkrankung“, ist dort zu lesen.

Doch Mädchen und Frauen – und auch vermehrt Jungen und Männer – werden tagtäglich mit unzähligen neuen Ernährungs- und Fitness-Programmen konfrontiert, die Zeitschriften, Bücher, (Internet)Prominente etc. anpreisen und veräußern.

Und sogar so manche Krankenkasse unterstützt oder empfiehlt beispielsweise bestimmte Online-Programme. Und wenn dann jemand durch die Teilnahme an einem dieser Abnehm-Programme in eine Essstörung rutscht, ist es doch letztlich genau unser Gesundheitssystem, das für die Therapiekosten etc. aufkommen muss.

Es ist mir durchaus bekannt und bewusst, dass es viele übergewichtige Menschen in Deutschland gibt und ich gehe davon aus, dass die Krankenkassen dadurch das Adipositas-Problem angehen wollen.

Doch wäre es nicht wichtig, auch auf die mögliche Gefahr hinzuweisen bzw. darauf Aufmerksam zu machen, dass hinter der Adipositas eine Binge Eating Störung liegen kann, die letztlich durch eine Diät verschlimmert werden könnte?

Außerdem ist mittlerweile eigentlich bekannt, dass nach einer Diät der Grundumsatz sinkt. Wer also schnell abgenommen hat, muss mit der Zeit immer weniger essen und sich immer mehr bewegen, um das Gewicht halten zu können. (Bsp.: Studie zu „The Biggest Looser“ Kevin Hall im Fachblatt „Obesity“)

Mit anderen Worten: Die meisten Diäten führen längerfristig bestenfalls zu dem gefürchteten Jojo-Effekt und schlimmstenfalls zu einer Essstörung. Diäten sind demnach längst nicht so harmlos, wie in unserer Gesellschaft gemeinhin angenommen wird und sollte darauf nicht endlich mal deutlich hingewiesen werden?

Zu dem Thema „Diäten und Essstörungen“ habe ich über lebenshungrig.de eine Umfrage gemacht, an der über 700 Essgestörte teilgenommen haben. Über 70% davon machen Diäten mitverantwortlich für das Entstehen ihrer Essstörung. Und über 90% haben angegeben, dass misslungene Diätversuche sich negativ auf ihr Selbstwertgefühl ausgewirkt haben. Und mangelndes Selbstwertgefühl ist eine der Hauptursachen für Essstörungen…

Nun ist meine kleine Umfrage selbstverständlich keine wissenschaftliche Studie, doch sie untermauert meine langjährigen Erfahrungen und eine Tatsache, die eigentlich bekannt ist. (Sie finden alle acht Fragen und die entsprechenden Ergebnisse im Anhang.)

Daher mein konkretes Anliegen:

Mittlerweile muss auf Zigarettenschachteln vor den Folgen des Rauchens gewarnt werden und auch der Hinweis, dass Glücksspiel süchtig machen kann, ist gesetzlich vorgeschrieben.

Warum ist ein Hinweis wie „Diäten können Essstörungen auslösen“ für Diätprogramme und –produkte nicht ebenfalls verpflichtend? Beziehungsweise was müsste passieren, damit es diese gesetzliche Regelung geben kann?

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für mein Anliegen nehmen!

Mit freundlichen Grüßen

 

Und zum Schluss hier noch die Fragen und Ergebnisse der Umfrage, die ihr euch anschauen und/oder runterladen könnt: Ergebnis Umfrage Diäten und ES.

Aktuell denke ich darüber nach, eine Petition beim Deutschen Bundestag bezüglich einer entsprechenden Gesetzesänderung einzureichen.

lebenshungrige Grüße

Simone

Seit ungefähr zwei Wochen bin ich Teilzeit-Kranke. Angefangen hat es mit einer Gürtelrose, die ich als Kind auch schon mal hatte. Einige Tage später habe ich mir einen Magen-Darm-Infekt zugezogen und im Anschluss daran noch eine ordentliche Erkältung mitgenommen.

Früher war es so, dass mich das Kranksein genervt hat, vor allem dann, wenn es mir so gar nicht in den Kram gepasst hat. Heute gehe ich anders mit Krankheiten um. Denn ich bin der Meinung, dass mein Körper mir durch die Krankheit etwas sagen will.

Ich habe also einen Gang runter geschaltet, nur das Nötigste gearbeitet und dabei versucht herauszufinden, warum ich gerade so anfällig bin. Denn durch eine Krankheit zieht unser Körper oft die Notbremse und diese Chance können wir dazu nutzen uns bewusst zu werden, wohin wir gerade rasen und ob dieses Ziel auf das wir zusteuern tatsächlich das richtige ist.

Was will die Essstörung dir sagen?

Und auch eine Essstörung ist eine Krankheit.

Im Laufe der letzten Jahre haben mir schon viele essgestörte Frauen ihre Geschichte erzählt. Und nach einiger Zeit konnte ich jeder einzelnen von ihnen relativ genau erklären, warum wo und wie sie die Essstörung als Überlebensstrategie einsetzen und somit „brauchen“.

Da gibt es beispielsweise die Frau, die – seit sie Mutter ist – einen Teilzeitjob hat und von zu Hause aus arbeitet. Sie hat ihren Kolleginnen gegenüber, die nicht dieses „Privileg“ genießen, ein chronisch schlechtes Gewissen. Außerdem möchte sie ihrem Chef beweisen, dass sie im Homeoffice nicht auf der faulen Haut liegt. So bekommt sie zwar täglich nur vier Stunden bezahlt, arbeitet aber tatsächlich sechs oder mehr.

Und dann sind da auch noch die Kinder, der Mann und der Haushalt. „Irgendwann im Laufe des vormittags fange ich an zu grasen, dann verlasse ich mein Homeoffice, gehe in die Küche und esse irgendetwas. Und dieser Vorgang wiederholt sich dann immer wieder. Und obwohl ich das eigentlich nicht will, kann ich es nicht ändern. Dann werde ich unzufrieden, mir wird alles scheißegal und die Gefahr ist groß, dass ich einen richtigen Rückfall baue“ erklärt sie mir frustriert ihre Situation.

Und während ich ihr das Erzählte aus meinem Blickwinkel wiedergebe, wird ihr klar, dass die Essstörung für sie quasi die Notbremse zieht. Denn durch das Pendeln zwischen Office und Küche verschafft sie sich kleine Pausen; die Unterbrechungen, die sie sich ansonsten nicht zu nehmen bereit ist.

Daraufhin ermutigte ich sie, sich selbst mal in Ruhe die folgende Frage zu stellen und zu beantworten:

Warum arbeite ich tatsächlich sechs Stunden und mehr, obwohl ich nur vier bezahlt bekomme?

Oder ganz allgemein ausgedrückt:

Warum leistest du permanent mehr als gefordert wird und doch ist es dir selbst nie (gut) genug?

Warum Bestätigung von Außen schnell verpufft

Und diese Frage kann ich so ziemlich jeder Essgestörten stellen, die ich bisher kennen gelernt habe. Jede ist im Außen – in der Hoffnung auf mehr Selbstwertgefühl – auf der Suche nach Bestätigung. Sei es in Bezug auf ihr Aussehen und/oder ihre Leistungen. Doch selbst wenn die Bestätigung tatsächlich mal kommt, ist der Effekt schnell verpufft.

Denn was passiert, wenn du einen Lob bekommst?

Unsere Protagonistin bekam beispielsweise von ihrem Chef mit den Worten: „Du bist das Beste, dass mir passieren konnte“ einen großen Batzen Bestätigung. Doch hat das tatsächlich geholfen? Nein, denn nach einem kurzen Hochgefühl waren ihre Selbstzweifel relativ schnell wieder stärker woraufhin sie beschloss, sich besser noch mehr anzustrengen.

Und das ist das typische Verhalten von Essgestörten:

Anstatt zu realisieren, dass diese Art der Bestätigung uns nicht weiter hilft, strengen wir uns lieber noch mehr an und hoffen dabei, dass der nächste Lob ewig anhält. Und je verzweifelter wir uns anstrengen und versuchen noch dünner und noch besser zu werden, je mehr füttern wir die Essstörung.

Wir brauchen keine Bestätigung von Außen sondern Verständnis für uns selbst

Und je schneller wir in die falsche Richtung rasen, desto häufiger muss die Essstörung die Notbremse ziehen. Und das wird sie so lange tun, bis du nach dem nächsten Not-Stopp die Richtung wechselst und nach Innen schaust. Dann kann die Essstörung dein verlässlicher Wegweiser sein.

Du hast den Anspruch an dich, vor jeder Klausur täglich stundenlang zu lernen und es passiert dir immer wieder, dass du dabei Fressanfälle hast?

Nun, dann zeigt dir die Essstörung, dass deine Ansprüche an dich zu hoch, dein Selbstwertgefühl zu gering und Pausen dringend nötig sind.

Du hast den Anspruch an dich, dass du nach der Arbeit nach Hause hetzen, den Haushalt schmeißen und dich um Kinder und Mann kümmern musst und immer, wenn du das Haus betrittst, hast du Fressdruck?

Auch dann zeigt dir die Essstörung, dass deine Ansprüche an dich zu hoch, dein Selbstwertgefühl zu gering und Pausen dringend nötig sind…

In welchen Situationen zieht die Essstörung bei dir die Notbremse?

lebenshungrige Grüße

Simone

Schon als kleines Kind hatte ich nie Heimweh wenn ich unterwegs war und häufig Fernweh wenn ich zu Hause war. Und ich erinnere mich noch recht genau daran, dass ich mir als Jugendliche eine GEO-Spezial-Ausgabe  über Kalifornien kaufte und darin rettungslos verloren ging.

Spätestens von diesem Zeitpunkt an war es mein Wunsch, einmal in die USA zu reisen und die Golden Gate Bridge aus nächster Nähe zu sehen und die endlosen Strände von sunny California zu erkunden. Ich hätte gern ein Schuljahr in den USA verbracht, doch das war finanziell nicht machbar und so beschloss ich, als Au-Pair über den großen Teich zu gelangen.

Diese Sehnsucht nach dem Unbekannten und meine Abenteuerlust waren so groß, dass mich tatsächlich nicht mal meine chronischen Selbstzweifel davon abhalten konnten.

Doch als ich mich dann auf den Weg machte, hatte dieser extreme Wechsel meiner Umgebung noch einen anderen Zweck: Ich hoffte, dass ich meine Essstörung – die ich zu diesem Zeitpunkt bereits über drei Jahre hatte – zu Hause lassen würde. Ich dachte mir, dass ich – weit weg von der symbiotischen Beziehung zu meiner Mutter und sämtlichen anderen alten Problemen – quasi automatisch perfekt würde essen können und alles irgendwie laufen würde.

Neue Umgebung – alte Probleme

Und zunächst sah es genau so aus. Es „funktionierte“ ungefähr so lange, so lange mein Kulturschock anhielt. Oder anders ausgedrückt: Mit dem Alltag kam auch die Essstörung wieder. Alltag bedeutete nicht nur, dass ich mich daran gewöhnt hatte, tagtäglich auf einen hyperaktiven Fünfjährigen und eine divenhafte Dreijährige aufzupassen. Alltag bedeutete vor allem, dass ich mir eine ähnliche Umgebung schuf wie ich sie von zu Hause kannte, weil ich mich genau so verhielt, wie ich mich zu Hause verhalten hatte.

Auch in den USA war ich nicht in der Lage, angemessene Grenzen zu setzen, „nein“ zu sagen, wenn ich „nein“ meinte, meine Meinung zu äußern und dazu zu stehen, mich angemessen um meine Bedürfnisse zu kümmern. Konkret bedeutete dass, dass ich mich nicht über die Ungerechtigkeiten und Unmöglichkeiten äußerte, die ich in meiner Gastfamilie erlebte, sondern brav alles schluckte und meine Klappe hielt. Und ich schluckte wirklich viel, vor allem aus dem Vorratsschrank…

Nach ungefähr zwei Monaten war die Bulimie also wieder da und sie blieb mir dann auch für den Rest meines sechsmonatigen Aufenthalts treu.

Neue Umgebung – neue Erfahrungen

Und trotzdem war dieser längere Auslandsaufenthalt sehr wichtig für mich. Denn ich lebte in einer anderen Kultur, sprach sechs Monate lang ausschließlich Englisch und ich lernte andere junge Menschen aus ganz Europa und aus den USA kennen. Und das machte meine persönliche Welt einfach größer.

Doch vor allem lernte ich sehr viel über mich: Ich gestand mir ein, dass ich vor der Essstörung nicht davon laufen kann, da ich mich selbst überall hin mitnehme!

Ich verstand, dass ein Ortswechsel alleine zwar hilfreich ist, aber ohne die entsprechende ehrliche Auseinandersetzung mit mir selbst, beziehungsweise mit den Ursachen meiner Probleme, nicht ausreicht. Und ich begriff, dass mir die Essstörung als Überlebensstrategie half, in dieser neuen Umgebung klar zu kommen. Ich brauchte sie. Dadurch erkannte ich, dass es gar nicht um das Essen an sich ging, sondern um die Funktion, die es für mich erfüllte.

Neue Umgebung – neue Heimat

Da ich als Au-Pair in Maryland landete, hängte ich nach den 6 Monaten noch 10 Tage New York und 4 Wochen Kalifornien hinten dran. New York war toll, doch Kalifornien liebte ich. Und ich liebe es bis heute. Dadurch habe ich vor allem gelernt, wie wichtig es ist, meiner Intuition, meinen innersten Wünschen zu folgen. Ich konnte nie rational erklären, warum ich dorthin wollte. Doch es hat mir jedes Mal einfach nur gut getan, da zu sein. Denn nach meinem Au-Pair-Abenteuer war ich während der folgenden Studienjahre in den Semesterferien noch weitere drei Mal in Kalifornien.

Ich fühle mich dort irgendwie zu Hause und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es weitere Orte gibt, an denen das so ist. Und ich muss auch gar nicht wissen, warum das so ist, ich genieße es einfach, mich wohl zu fühlen.

Doch auch wenn ich an Orte reise, die mich nicht so anziehen, mag ich die Erfahrung des Reisens. Die Umgebung zu wechseln bedeutet immer, Abstand zum Alltag zu bekommen und neue Eindrücke zu sammeln. Und das ist in jedem Fall bereichernd und macht mich innerlich satt.

Hast du schon mal bewusst deine Umgebung gewechselt und welche Erfahrungen hast du in Bezug auf deine Essstörung dabei gemacht?

lebenshungrige Grüße

Simone

Es gibt Bücher, Lieder, Filme, Begegnungen und Ereignisse, die ganz unerwartete Geschenke für uns sind. Warum? Weil uns durch sie plötzlich Etwas glasklar wird oder jemand mit Worten ausdrückt, was uns bislang unaussprechlich schien.

Eines dieser Geschenke war für mich der Film „Titanic“. Er kam 1998 in die deutschen Kinos, in dem Jahr, indem die Essstörung als Überlebensstrategie für mich endgültig ausgedient hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen Fernseher schon seit einiger Zeit aus meiner Studentenbude verbannt. Denn ich war mir selbst gegenüber mittlerweile gnadenlos ehrlich und wusste, dass Junk Food und Trash TV für mich ein unschlagbares Team waren, mit dem ich dem Alltag kurzeitig entfliehen konnte. Doch das wollte ich einfach nicht mehr. Der Preis dafür war mir mittlerweile zu hoch.

Daher hatte ich es mir angewöhnt, einmal pro Woche ins Kino zu gehen. Und Titanic habe ich ungefähr 5 mal  geschaut. Denn die Geschichte der Protagonistin Rose hat mich wohltuend inspiriert. Nicht die Liebesgeschichte oder die Technik und auch nicht die Schnulze „my heart will go on“ haben mich Mitten ins Herz getroffen, nein, es war die Entwicklung von Rose.

Wenn es dich trifft, betrifft es dich

So sagte sie beispielsweise sinngemäß über ihre geplante Vernunfthochzeit: „Ich habe das Gefühl in einem vollen Raum voller Menschen zu sein und laut zu schreien, doch niemand hört mich!“

„Wow“, dachte ich, „das kenne ich. Das Gefühl, einfach nicht gehört und gesehen zu werden. Äußerlich stumm zu sein und innerlich zu schreien…“ Doch wie sollen mich die anderen hören und sehen, wenn ich mich selbst nicht höre und sehe. Es ist mein Job, mir selbst eine Stimme zu geben und nicht mehr stumm zu sein!“

Und dann gibt es die Situation, in der Rose in den Fahrstuhl steigen möchte, obwohl das Schiff schon sinkt. Und der Liftboy weißt sie höflich darauf hin und verweigert sich.

Und sie sagt sinngemäß: „Mir reicht’s. Schluss mit den falschen Höflichkeiten. Ich weiß, dass du das nicht verstehst, aber ich will es so. Und ich mache es jetzt und trage auch selbst die Konsequenzen!“

„Boah“, dachte ich, „wie wohltuend klar. Zu wissen was man will, es zu tun und die Verantwortung dafür übernehmen.“ Und mir wurde bewusst, dass auch ich in vielen Situationen dieses innerliche „mir reicht es jetzt endgültig“ erreicht hatte. Und in diesem Zustand fiel auch mir das Handeln mit allen Konsequenzen viel leichter. Je mehr mein Selbstvertrauen gewachsen war, desto weniger Nahrung bekam die Essstörung.

Und die dritte Schlüsselsituation: Jack „opfert“ sich für Rose und erfriert im eiskalten Atlantik. Doch als Rose das bemerkt, stürzt sie sich nicht Julia-und-Romeo-Like ebenfalls in den Tod, sondern verspricht ihm, ihn nie zu vergessen und dann tut sie im Laufe ihres Lebens all die Dinge – und noch viele mehr – zu denen er sie animiert hat.

„Ja“, dachte ich, „wahre Liebe macht frei und lässt Raum, das eigene Leben zu leben. Doch leider verwechseln viele Liebe mit Abhängigkeit. Und frei lieben kann nur, wer sich selbst als größte Liebe seines Lebens erkennt. Denn wir selbst sind der einzige Mensch, der immer bei uns sein wird und dem wir folglich absolut treu sein sollten.“

Die Essstörung als Rebellion gegen die Gesellschaft

Natürlich hat mich die Geschichte von Rose so begeistert, weil ich mich mit ihr identifiziert habe.

Rose passte nicht in die Gesellschaft, doch war sie tatsächlich das Problem?

Lag das Problem nicht eigentlich in dem – nicht nur sprichwörtlichen – engen Korsett, in dass die Gesellschaft die Frauen damals zwang? In dieser Gesellschaft wurde es als normal angesehen, eine gute Partie zu machen, koste es, was es wolle.

Und warum gibt es Essgestörte „nur“ in westlichen Wohlstandsgesellschaften?

Weil es in diesen Gesellschaften normal ist, eher auf den Schein – auf Äußerlichkeiten – als auf das Sein ausgerichtet zu sein. Auch wir haben noch ein „Zwangs-Korsett“, in das wir uns – in der Hoffnung dazu zu gehören – leider all zu oft selbst begeben.

Doch der Preis dafür ist hoch, denn nur weil etwas als normal angesehen wird, ist es noch lange nicht gesund!

Über kranke Gesunde und gesunde Kranke

Viele Frauen mit Essstörungen schämen sich sehr und leben in einer inneren und einer äußeren Welt, die sie scheinbar nicht vereinbaren können. Doch eigentlich drücken essgestörte Frauen durch ihre Essstörung auch aus, dass mit dieser Gesellschaft etwas nicht stimmt. Und damit sind sie nicht alleine. Die Anzahl der psychischen Erkrankungen nimmt immer weiter zu.

Mein Blickwinkel auf die Essstörung hat sich seit meiner Klinikzeit sehr verändert. Nicht nur, durch die Spiegelung meiner Mit-Patienten, sondern auch durch eine Aussage, die ich in der Klinik mehrfach hörte: Ihr hier in der Klinik seid die kranken Gesunden! Dadurch wurde mir bewusst, dass die Essstörung „eine gesunde Reaktion“ war, weil ich anders nicht begriffen hätte, was sowohl in meinem Leben als auch in dieser Gesellschaft nicht gesund ist. Sind nicht diejenigen, die das Schein-Leben unreflektiert vor sich hinleben die eigentlichen Kranken?

Und jetzt versteh mich nicht falsch: Ich möchte die Essstörung dadurch weder verharmlosen, noch klein machen: Sie kann eine lebensbedrohliche und lebensbeherrschende Krankheit sein, die keinesfalls ignoriert werden darf. Aber gleichzeitig bietet sie uns auch durch unsere Auseinandersetzung mit ihr eine großartige Chance und weißt uns deutlich auf all das hin, was sowohl in unserem eigenen Leben als auch in unserer Gesellschaft „krank“ ist.

Jede einzelne, die ihre Chance ergreift und daran arbeitet, eine „gesunde Gesunde“ zu werden, kann dann wiederum an der Veränderung unserer Gesellschaft mitwirken!

Welche Bücher, Lieder, Filme oder Begegnungen haben dich inspiriert?

lebenshungrige Grüße

Simone

Menschlichkeit.

Müsste ich ein entscheidendes Wort nennen, warum bzw. wie ich wieder gesund geworden bin, wäre es das. Ich werde oft nach der EINEN entscheidenden Sache gefragt, DEM „Wundermittel“, Menschlichkeit ist die einzige Antwort, die ich darauf geben kann. Und um echte Menschlichkeit zu erfahren, brauchen wir andere Menschen.

Die Therapeut-Patient-Ebene

Als ich von der Magersucht in die Bulimie kippte, erwischte mich meine Mutter irgendwann beim Kotzen. Sie hatte es offensichtlich geahnt, denn sie zog gleich darauf einen Zeitungsausschnitt aus dem Küchenschrank, in dem von der Behandlung einer Bulimikerin durch einen Hypnose-Therapeuten berichtet wurde. Meine Mutter rief dort an und einige Zeit später brachen wir in eine 150 km entfernte Stadt auf. Meine Mutter, sie wollte unbedingt mit, mein Vater, der fahren musste und ich.

Während der Sitzungen gab es zunächst immer ein Vorgespräch mit einer Assistentin und danach kam ich auf die Hypnose-Liege bei dem Herrn Therapeuten. Der Erfolg war mäßig, denn obwohl mir das Reden zunächst Erleichterung verschaffte, verspürte ich keine Verbesserung durch die Hypnose. Und irgendwann wurde mein schlechtes Gewissen so groß – meine Eltern brachten viel Zeit und Geld für diese Sitzungen auf – das ich sie abbrach. Ich erzählte meinen Eltern und mir selbst, dass ich das jetzt schon wieder alleine hinbekommen würde. Das klappte natürlich nicht.

Menschlichkeit: Wenn du dich im anderen erkennst und der andere sich in dir erkennt

Als ich mir eingestand, dass es eben nicht alleine klappte, besuchte ich ein Meeting der OA. Mittlerweile studierte ich in einer anderen Stadt und ich machte mich mit klopfendem Herzen auf den Weg zum Treffpunkt der „Anonymen Esssüchtigen“ und hoffte inbrünstig, dort niemanden zu kennen. Während dieses ersten Meetings war ein US-Amerikaner zu Gast, der mit Hilfe des 12- Schritte-Programms gesund geworden war.

Und dieser Mann, ein homosexueller Künstler, erzählte meine Geschichte. Zumindest fühlte es sich für mich so an. Er ließ die sprichwörtlichen Hosen runter und ich erkannte mich in ihm wieder. Und ich mochte ihn, fühlte mich ihm nahe, bewunderte ihn für seine Ehrlichkeit.

Motiviert durch diese Erfahrung begann ich, regelmäßig die Treffen der OA zu besuchen. Und durch die Meetings erfuhr ich dann von der Hochgrat Klinik. Ich merkte, dass ich mehr als die Meetings wollte und entschloss mich zu einem Klinikaufenthalt. Und dieser Aufenthalt war das größte Geschenk, dass ich mir jemals gemacht habe. Ich wurde dort Gast genannt und nicht Patient. Wir alle sagten „du“ zu den Ärzten, Therapeuten und dem restlichen Personal und alle sagten „du“ zu uns. Unter anderem dadurch entfiel gewollt die typische Distanz zwischen Arzt/Therapeut und Patient.

So viel Menschlichkeit wie dort habe ich noch nie vorher und nie wieder danach erlebt.

In einer negativen Klinik-Kritik im Netz ist zu lesen: „Mir kommt es so vor, als sollen sich die Patienten dort gegenseitig heilen.“ Ja genau, so habe ich es erlebt. Allerdings war das für mich eben nicht negativ, sondern tatsächlich heilsam. „Der Mensch ist des Menschen Medizin“ sagte Walther Lechler, der Begründer des Bad Herrenalber Modells, nach dem die Klinik damals geführt wurde und den ich dort noch in einem Vortrag live erleben durfte. In der Klinik gab es viel Eigenverantwortung und -verwaltung, doch alles in einem durch das Personal geschützten Rahmen.

Menschlichkeit bedeutet, auf einer Ebene zu sein

Der Unterschied zwischen den Ärzten und Therapeuten in der Klinik und dem Hypnosetherapeuten war, dass man mir in der Klinik auf einer gleichgestellten Ebene begegnete. Und zwar auf der Gefühlsebene. Ich fühlte mich verstanden, angenommen und ermutigt, während der Austausch mit dem Hypnosetherapeuten – jenseits der Hypnose – rein intellektuell war.

Ich glaube, dass ein guter Therapeut sich auf die Ebene seines Patienten begeben kann, seine Menschlichkeit zeigen kann, in dem er mitfühlt, ohne mit zu leiden.

Keiner anderer Mensch kann dich gesund machen

Heute weiß ich, dass mich kein Arzt oder Therapeut gesund machen konnte. Doch es gab Ärzte und Therapeuten die mir geholfen haben, mir selbst zu helfen in dem sie mir optimale Voraussetzungen geschaffen haben. Genau so, wie es in den Meetings und in der Klinik andere Essgestörte, Alkoholiker, Depressive, etc. gab, die mir ebenfalls geholfen haben, mir selbst zu helfen. Und der erste Hilfs-Schritt war immer das Mitgefühl, das Verstehen, die Menschlichkeit. Egal von wem.

Die Menschen in den Meetings und in der Klinik waren letztlich noch hilfreicher für mich, als die Therapeuten. Doch deren wichtige Aufgabe in der Klinik war es, die Rahmenbedingungen zu schaffen und darauf zu achten, dass die Richtung stimmte. Denn ein Nachteil der OA Meetings – die Gefahr aller Selbsthilfegruppen die nicht von einem „Profi“ geleitet werden – ist, dass eine negative Gruppendynamik alle runter zieht anstatt sie aufzubauen.

Positive Gruppendynamik im passenden Rahmen

Ich erinnere mich noch deutlich an eine Situation in meiner sogenannten Stamm-Gruppe in der Klinik. Wir, eine Gruppe von ca. zehn Frauen, trafen uns ein oder zwei mal wöchentlich im Raum unserer Stamm-Therapeutin. Und während jeder Sitzung lag der Fokus auf einer von uns. Irgendwann war ich dran und ich erzählte, dass es mich schon als Kind extrem belastete, dass am Sonntagmittag gefühlt alle auf meinen Teller starten und nie mit der Menge des Gegessenen zufrieden waren. Unsere Therapeutin schlug vor, so ein Sonntagmittag-Drama einmal nachzuspielen und ich sollte die Rollen verteilen.

In unserer Gruppe war eine Frau, die den selben Vornamen wie meine Mutter trug und die altersmäßig meine Mutter hätte sein können. Idealbesetzung. Die Neben-Rollen wurden ebenfalls vergeben und wir setzten uns an den imaginären Mittagstisch, ich in der Rolle der „kleinen Simone“.

Und meine Ersatzmutter spielte die Rolle ihres Lebens.

Sie schaute mich mit diesem ganz speziellen Sorgenblick an, den meine echte Mutter nicht besser hätte hinbekommen können. Und alles Leid dieser Welt lag in ihrer Stimme als sie sagte: „Iss doch wenigstens noch ein kleines Stückchen Kartoffel…“ Sofort legte sich der altbekannte Druck tonnenschwer auf meine kleinen Schultern. Ich fühlte mich schuldig. Ich saß in der Zwickmühle. Denn ich war einerseits wirklich satt und hasste Kartoffeln, andererseits wollte ich nicht, dass sich meine Mutter wegen mir immer solche Sorgen machen musste

Als wir das Drama beendeten fragte mich die Therapeutin, wie es mir ging. Und ich erzählte von der großen Belastung, die viel zu groß für ein kleines Kind war. Dann fragte sie meine geliehenen „Familienmitglieder“. Und alle bekannten, dass sie diesen großen Druck ebenfalls gespürt und als sehr belastend empfunden hatten. Doch dann fragte sie meine Schauspielmutter und die sagte: „Danke Simone. Mir ist bewusst geworden, wie viel Druck ich durch mein ewiges Sorgen auf meinen eigenen Sohn ausübe. Ich bin erschüttert. Das will ich ändern!“

Wow. Ich verstand mich. Ich fühlte mich verstanden. Und jemand anderes verstand durch mich, wie sich sein Verhalten auf andere auswirkte.

Gruppendynamik at it’s best. Win – Win – Win. Pure Menschlichkeit.

Mein Grund für lebenshungrig? Menschlichkeit!

All diese menschlichen Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich mich immer besser verstanden habe. Und als ich mich verstand, konnte ich mich einfach nicht mehr hassen und verurteilen. Ich konnte mich fühlen, ich bekam Mit-Gefühl mit mir selbst. Und dadurch konnte ich immer besser handeln, die Dinge tun, die ich wirklich wollte, die mir gut taten. Dadurch verhungerte die Essstörung.

Und deshalb gibt es lebenshungrig. Denn ich wünsche mir, dass so viele Essgestörte wie möglich die Erfahrung machen, dass sie sich durch Menschlichkeit heilen lassen (können).

Es ist nicht nur entscheidend, wer dich auf deinem Weg raus aus der Essstörung, rein ins Leben begleitet, sondern wie derjenige das tut. Wenn du das Gefühl hast, dass dich deine Therapie nicht weiter bringt, ist nicht Therapie per se schlecht, sondern du hast nicht den passenden Therapeuten! Wenn du während eines Klinikaufenthalts schlechte Erfahrungen gemacht hast, dann sind Klinikaufenthalte nicht generell scheiße, sondern du warst in der für dich falschen Klinik. Oder vielleicht warst du auch noch nicht so weit, die Hilfe der Klinik annehmen zu können…?!?

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dich auf die Suche nach einem neuen Therapeuten zu machen? Vielleicht wagst du einen erneuten Klinikversuch?

Lasst uns gemeinsam die Erfahrung machen, wie heilsam Menschlichkeit ist!

lebenshungrige Grüße

Simone

Ich hatte in diesem Sommer das großartige Vergnügen, zwei Wochen mit meiner Familie einen Strandurlaub an der Côte d’Azur verbringen zu dürfen. Und dabei ist mir noch mal so richtig bewusst geworden, wie viel angenehmer und stressfreier meine Urlaube generell sind, seit ich keine Essstörung mehr habe.

Strandurlaub? Du musst abnehmen!

Als ich noch essgestört war, begann der Stress schon geraume Zeit vor dem eigentlichen Strandurlaub:

Du musst abnehmen und du musst dich in Form bringen, dann schaffst du es in diesem Jahr endlich, die perfekte Bikini-Figur vorzuzeigen!

Durch diesen Anspruch an mich selbst nahm ich mir als Essgestörte jegliche Vorfreude auf den Strandurlaub. Selbstverständlich machte dieser perfektionistische Gedanke, der sich wie ein Mantra in meinem Kopf wiederholte, mir regelmäßig so viel Druck, dass die Essstörung stärker und mein Selbsthass größer wurden:

Warum schaffst du es schon wieder nicht? Du kannst dich einfach nicht beherrschen! Hast du denn kein Fünkchen Disziplin? Wo bitte ist deine Willenskraft? Alle anderen können das doch auch!

Schaut er mir nach? Bin ich dünner als sie?

Meine Urlaube begannen also regelmäßig mit Stress und Enttäuschung und natürlich mit einer Menge Anspannung. Denn besonders Strandurlaube, bei denen naturgemäß viele Hüllen fallen gelassen werden, boten mir als Essgestörte einen guten Nährboden für noch mehr (Selbst)Verachtung.

Als Essgestörte war ich am Strand permanent damit beschäftigt, den Bikini passend zu zerren, den Bauch einzuziehen, mich möglichst vorteilhaft zu präsentieren, die Reaktionen der Männer auf mich zu registrieren um mich dabei gleichzeitig mit den anderen Frauen zu vergleichen.

Wo bitte sollte da noch Platz für Erholung sein?

Wie sollte ich so einen Strandurlaub genießen?

Der Alptraum Buffet: Wie viel wovon und soll ich noch mal hingehen?

Hatte ich den Strand-Spießrutenlauf überstanden, wartete im Hotel schon der nächste Kriegs-Schauplatz: Das Abendessen. Sich an den unendlichen Möglichkeiten eines Buffets erfreuen? Einfach hinsetzen und genießen, dass man selbst nichts zubereiten muss? Pustekuchen! Für Essgestörte werden Buffets & Co. ganz schnell zum Alptraum:

Soll ich nur Salat essen und wie viele Kalorien das Dressing wohl hat? Jetzt habe ich eh schon wieder zu viel gegessen, jetzt ist es auch egal… Ob es den Tischnachbarn wohl auffällt, dass ich schon wieder von der Pasta nehme? Obst oder Pudding, Pudding oder Obst, oder lieber gar keinen Nachtisch? Scheiße, scheiße, der Pudding war einfach viel zu viel, das muss wieder raus, wie komme ich jetzt unbemerkt zu einer Toilette?

Entspannung geht anders…

Der letzte unbeschwerte Strandurlaub

Im Alter von 15 fing ich bewusst an zu hungern und wollte unter meine persönliche „magische Grenze“ von 50 kg gelangen. „Wenn ich das schaffe, wird alles gut“, dachte ich. Als ich 16 war, flog ich mit meiner Mutter nach Gran Canaria. Damals wog ich 49 kg, die ich aber nur mit „Disziplin“ halten konnte.

Dieser Strandurlaub war sehr schön und ich begann recht schnell, mich „einfach essen zu lassen“. Nach zwei Wochen kam ich gut gelaunt und braun gebrannt zurück und einer meiner damaligen Verehrer sagte: „Du hast zugenommen.“

Bähm! Es stimmte, ich hatte während der zwei Wochen zwei Kilo zugenommen. Heute weiß ich, dass diese zwei Kilo nötig waren, doch damals dachte ich:

Mist, wie konntest du dich nur so gehen lassen, das hast du jetzt davon! Du weißt doch, dass du dünn sein musst, um perfekt und unangreifbar zu sein.

Und obwohl ich diesem Verehrer kurze Zeit später den Laufpass gab, weil ich ihn nicht wollte, festigte dieser Vorfall meinen „Glauben“, unbedingt noch dünner sein zu müssen.

Ein Jahr später, ich hatte mit einer Freundin Strandurlaub in Kroatien gemacht, kam ich – nachdem ich das Kotzen „entdeckt“ hatte – mit weniger als 50 kg nach Hause. „Yes“, dachte ich, und freute mich auf meinen damaligen Freund. Doch der interessierte sich nicht für meinen „Erfolg“ und gab mir kurze Zeit später den Laufpass.

Und das brachte mein Weltbild so ins Wanken, dass endgültig alle Dämme brachen und ich die Kontrolle über mein Essen komplett verlor…

Ist die Gesellschaft Schuld?

War es also die Schuld der Männer, dass ich den Totalabsturz erlebte?

Nein, natürlich nicht. Es lag einzig und alleine an der Macht, die ich anderen Menschen über mich gab. Aber auch das war nicht meine Schuld, denn ich war mir dessen einfach nicht bewusst.

Ich verstand nicht, dass mein Leben nicht automatisch leichter wurde, wenn ich meinen Körper immer leichter machte.

Und ich weiß, dass nicht nur ich diesem Irrglauben erlag, dem immer mehr erliegen. Denn heute wird uns mehr denn je vorgegaukelt, dass wir uns äußerlich perfektionieren müssen um glücklich und zufrieden sein zu können. Denn die permanente Unzufriedenheit von Frauen ist ein Milliardengeschäft.

Doch wo sind all die glücklichen Frauen? Das einzige was zunimmt, sind die psychosomatischen Krankheiten und die Bankkonten der Nutznießer der weiblichen Unsicherheit.

Im Strandurlaub so unbeschwert wie die Kinder sein

Nicht das Essen oder mein Gewicht waren jemals mein wirkliches Problem, sonder dass, was ich über mich und das Leben dachte.

Heute denke ich anders und das hat meine Welt zu einer anderen gemacht.

Meinen diesjährigen Strandurlaub in Frankreich konnte ich jedenfalls – wie mittlerweile schon wieder so viele Urlaube – so unbeschwert genießen, wie meine Kinder es können. Und er begann mit unbändiger Vorfreude…

Es ist nicht mehr entscheidend, wie mein Körper aussieht, es ist entscheidend, wie er sich anfühlt.

Und er fühlt sich gut an, wenn er entspannt im warmen Sand liegt. Er fühlt sich gut an, wenn er genussvoll in das erfrischende Wasser eintaucht. Und er fühlt sich gut an, wenn er verlässlich am Strand lang läuft.

Es ist auch nicht mehr wichtig, was andere Menschen über mich (und meinen Körper) denken.

Es ist wichtig, den immer wiederkehrenden Wellen zuzuschauen. Und es ist wichtig, die frische, salzige Luft bewusst einzuatmen. Es ist wichtig, mit den Kindern nach außergewöhnlichen Steinen zu tauchen. Und es ist wichtig, die Schönheit eines Sonnenuntergangs immer wieder genießen zu können.

Es ist wichtig, zu leben.

Nur das macht deine Seele dauerhaft satt und entzieht der Essstörung die Nahrung!

lebenshungrige Grüße

Simone

Wenn ich eine Berufsgruppe nennen müsste, mit denen ich während der letzten zehn Jahre beruflich am häufigsten zu tun hatte, wären es Ärztinnen. Und diese Kontakte haben sich nicht ergeben, weil diese Ärztinnen helfen wollten. Nein, sie selbst brauchten Hilfe. Sie waren essgestört, verzweifelt, überfordert und voller Scham:

Sollten gerade sie es nicht besser wissen und können?

Die Parallelgesellschaft Essstörungen

Diese Ärztinnen sind für mich das Sinnbild einer Parallelgesellschaft, die immer weiter wächst: die der Essgestörten. Die Frauen, die zu dieser Parallelgesellschaft gehören, führen nach Außen ein scheinbar gutes Leben. Sie sind beruflich einigermaßen erfolgreich und haben scheinbar ein erfülltes Privatleben.

Doch die innere Wahrheit sieht ganz anders aus. Diese Frauen scheitern wieder und wieder an ihren perfektionistischen Ansprüchen, die sie an ihren Körper und ihr Leben haben. Sie fressen, kotzen und/oder hungern, um ihren Alltag – von dem die anderen glauben dass sie ihn mühelos im Griff haben – irgendwie am Laufen zu halten. Und eigentlich haben ihre Zwänge und Ängste alles im Griff…

Müsste ich die zweithäufigste Berufsgruppe nennen, wären das übrigens (nebenberufliche) Fitnesstrainerinnen. Die schämen sich mindestens genau so sehr wie die Ärztinnen. Einige von ihnen so sehr, dass sie sich mit einer eigens dafür angelegten anonymen E-Mail-Adresse und unter einem anderen Namen bei mir melden…

Sollten sie nicht immer motiviert, aktiv und optisch perfektioniert sein?

Alle anderen schaffen es doch auch!?!

Wie größenwahnsinnig die Ansprüche sind, die Essgestörte an sich stellen, kann du aus jeder einzelnen „Geschichte (d)einer Essstörung“ herauslesen. Egal, wie (erfolg)reich, fleißig, dünn oder begehrt eine Essgestörte scheinen mag: Ihr selbst ist es einfach nie genug!

Und doch versucht sie mit aller Macht, ihr äußeres Bild aufrecht zu erhalten. Bis es irgendwann nicht mehr geht und sie physisch und/oder psychisch zusammenklappt. Dafür schämt sie sich dann häufig noch mehr, sie verurteilt sich für ihr Versagen und denkt, was viele paradoxer Weise über sie selbst denken:

Die anderen schaffen es doch auch alle…!?!

Wer sind eigentlich diese anderen?

Natürlich habe ich das früher auch gedacht. Ich bin davon ausgegangen, dass es bei allen anderen läuft und nur ich so unfähig bin. Und weil ich mich für dieses Unfähig-sein so geschämt und verurteilt habe, tat ich alles, um es zu vertuschen. Ich verstellte mich und spielte eine Rolle. Manchmal mehrere Rollen gleichzeitig, je nach Publikum.

Doch dieses permanente Schauspiel hatte seinen Preis: Es war anstrengend und unbefriedigend und am Ende des Tages empfand ich mich als noch unfähiger und versuchte noch verzweifelter, sämtliche Mängel durch körperliche Optimierung auszugleichen. Ja, ich spielte meine Rolle gut, sogar so gut, dass es einige meiner Freunde gar nicht fassen konnten, als ich mich nach und nach outete und zu meiner Nicht-Perfektion stand.

Adé Parallelgesellschaft Essstörung

Als ich zum Studieren in eine andere Stadt zog, wagte ich mit klopfendem Herzen den Schritt in eine Selbsthilfegruppe und das wiederum führte dazu, dass ich mich irgendwann entschied, in eine Klinik zu gehen. Und spätestens in der Klinik wurde mir klar, dass es diese Parallelgesellschaft gibt: Und nicht nur die der Essgestörten. Nein, es gibt auch eine Parallelgesellschaft der Depressiven, der Alkoholiker, der Spielsüchtigen – you name it. Sie alle können – mit Hilfe ihrer jeweiligen Störung – den Schein eine ganze Weile lang aufrecht erhalten…

Wenn es Zeit wird, die Hosen runter zu lassen:

Und spätestens dort im Allgäu begriff ich fünf wesentliche Dinge:

  1. Die Essstörung war für mich eine Überlebensstrategie, die mir half, durch den Alltag zu kommen.
  2. Nicht das Essen oder mein Gewicht waren mein eigentliches Problem, das waren meine völlig überzogenen Ansprüche an mich und mein Leben.
  3. Ich war nicht nur die Essgestörte. Auch war ich die abenteuerlustige Studentin, die reiseverrückte Tänzerin, die humorvolle Naturliebhaberin. Ich war nicht nur die Versagerin!
  4. Ich achtete die anderen Klinikgäste für ihre schonungslose Offenheit und ich bewunderte sie für ihr mutiges Auseinandersetzen mit ihrem jeweiligen Problem. Und die anderen achteten und bewunderten mich. Warum aber achteten und bewunderten wir uns alle selbst so wenig:
  5. Alle fühlen sich andauernd anders als alle anderen.

Durch dieses Begreifen begann auch ich, mehr und mehr die sprichwörtlichen Hosen runter zu lassen. Und je ehrlicher ich – vor allem mir selbst gegenüber – wurde, um so besser ging es mir. Langfristig gesehen zumindest, denn gerade am Anfang kann Ehrlichkeit durchaus weh tun. Spätestens wenn wir uns eingestehen, wie lange wir uns selbst betrogen haben und wie hoch der Preis dafür war. Doch diese Wunden heilen.

Mir wurde bewusst, dass die Essstörung nicht mein Feind war und dass es viel effektiver war, ihr zuzuhören anstatt sie zu bekämpfen. Ich begann mehr und mehr, mich nach Rückfällen zu fragen, warum ich sie hatte anstatt mich für sie zu verurteilen.

Und ich begann, den Fokus auf andere Dinge als mein Aussehen zu legen: Was machte mir Spaß? Worin war ich gut? Mit welchen Menschen wollte ich meine Zeit verbringen? Womit könnte ich meine Seele endlich satt bekommen?

Ich verließ die Parallelgesellschaft, in dem ich – mit all meinen unterschiedlichen Anteilen – ich selbst wurde und begriff, dass alle Menschen große oder kleinere Probleme und Makel haben. Mir wurde bewusst,  dass nicht die Probleme oder Makel selbst, sondern unser Umgang damit darüber entscheidet, ob wir glücklich und zufrieden oder unglücklich und unzufrieden sind.

Lässt eine die Hosen runter, machen viele mit

Spätestens seit es lebenshungrig gibt, ist die Essstörung ein ganz offizieller Teil meines Lebens. Ob es Menschen gibt, die nicht gut mit der Offenheit umgehen können? Wahrscheinlich, doch mich hat diesbezüglich noch nie jemand angesprochen und ich habe aufgehört mir Gedanken darüber zu machen, was andere über mich denken (könnten). Warum? Weil es völlig sinnlos und unwichtig ist. Und weil ihre Meinung über mich sehr viel mehr über sie selbst aussagt, als über mich.

Wichtig ist lediglich, was ich über mich denke.

Du kannst dir kaum vorstellen, wie häufig ich heute auch offline auf Essstörungen angesprochen werde. Da gibt es Freundinnen mit Schwestern und Töchtern, Bekannte mit Müttern, usw. Ihnen tut es gut, mit jemandem reden zu können, von dem sie sich verstanden fühlen.

Da ich mehr sein kann, müssen auch sie den Schein nicht mehr wahren!

 

Was hindert dich (noch) daran, die Parallelgesellschaft zu verlassen?

lebenshungrige Grüße

Simone

„Ich habe es doch nur gut gemeint!“ ist ein Satz, den ich früher oft gehört habe.

Und zwar von meiner Mutter. Sie meinte es immer gut mit mir, doch das bedeutete nicht, dass sie mir mit ihrem Verhalten geholfen hat. Leider war das Gegenteil viel häufiger der Fall. Sie wollte mich schützen und schonen und glaubte tatsächlich zu wissen, was gut für mich sei. Sie hat mir leichte und schwierige Dinge abgenommen, sich schützend vor mich gestellt. Natürlich hat sie das gut gemeint. Sie wollte ihr Sorgenkind, dass durch eine chronische Krankheit belastet war, entlasten.

Doch was hat sie damit erreicht? Sie hat mir (ungewollt) vermittelt, dass ich es nicht alleine kann. Sie hat mich klein und abhängig gehalten.

Warum? Weil für sie das Problem viel größer schien, als es für mich tatsächlich war. Sie wollte meine scheinbare Benachteiligung ausgleichen, sie hat es gut gemeint…

Es ist gut gemeint, doch es richtet den Fokus auf das Problem

Heute wundert es mich nicht mehr, dass ich magersüchtig und bulimisch geworden bin. Denn da ich in meinem Leben nicht viel bestimmen konnte – und mir dass auch nicht mehr zutraute – beziehungsweise gar nicht (mehr) wusste, was ich selbst eigentlich wollte, wollte ich wenigstens die Kontrolle über meinen Körper haben. Natürlich habe ich das nicht bewusst beschlossen, der bewusste Gedanke lautete: „Wenn ich dünn bin, bin ich perfekt und dann wird alles andere auch perfekt“. Und so beschloss ich, unter 50 kg wiegen zu wollen und dann nie wieder diese Zahl zu überschreiten…

Doch Menschen, die es „doch nur gut mit uns meinen“, spielen nicht nur bei der Entstehung der Essstörung eine Rolle. Sie sind auch häufig die Stolpersteine, die uns auf dem Weg „Raus aus der Essstörung, rein ins Leben“ im Weg liegen.

Vor einiger Zeit sprach ich mit einer Teilnehmerin des Selbsthilfeprogramms LEICHTER. Sie ist magersüchtig und noch immer untergewichtig, doch sie hat in ihrem Kopf während der letzten Monate riesengroße Fortschritte gemacht. Während sie zu Anfang ständig „Ich kann das wegen meines Gewichts nicht tun“ sagte, sagt sie heute: „Ich habe mittlerweile ein sehr gutes Körpergefühl, ich weiß, dass ich noch zu dünn bin, aber es gibt viele Dinge die ich tun kann und möchte und die mir gut tun. Und wenn ich sie mache, kann ich besser essen!“

Doch was machen die Menschen in ihrem Umfeld? Sie sagen: „Nein, das kannst du noch nicht machen, dazu bist du noch zu dünn, du musst erst essen und dann…“

Und was passiert? Sie fühlt sich unter Druck gesetzt, wird wütend und fühlt sich hilflos, sie beginnt zu zweifeln und ihre Kehle ist wie zugeschnürt. Sie kann nicht gut essen…

Während sie begriffen hat, dass das Essen beziehungsweise das Nicht-Essen nie das eigentliche Problem war, ist ihr Umfeld noch immer auf das scheinbare Problem fokussiert. Das ist gut gemeint und für Menschen, die nicht essgestört sind wahrscheinlich auch logisch. Sie glauben, dass sie nur so gesund wird, und erschweren ihr genau das mit ihrem Verhalten.

Womit beschäftigen sich die „Gut-Meinenden“, wenn das Problem gelöst ist?

Essstörungen sind Beziehungsstörungen. Die Beziehung zu uns selbst ist gestört, weil die Beziehungen innerhalb unserer Ursprungsfamilie gestört sind/waren. Spätestens dann, wenn eine Magersüchtige offensichtlich magersüchtig ist, wird sie – beziehungsweise die Krankheit – zum Familienproblem gemacht. Dabei bleibt jedoch die entscheidende Frage oft unberücksichtigt: Warum ist diese Krankheit in dieser Familie entstanden? Denn genau in der vorwurfsfreien Beantwortung dieser Frage liegt die große Chance. Und zwar nicht nur für die Essgestörte, sondern für die ganze Familie.

Wenn Essgestörte beginnen gesund zu werden, „bedrohen“ sie häufig das Familiensystem in dem sie sich anders als bisher verhalten und unbequeme Fragen stellen. Und die anderen, die immer die Essstörung als Problem gesehen haben und es mit der Essgestörten doch nur gut gemeint haben, werden plötzlich mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert…

Gut gemeint… und jetzt?

Wie kannst du besser mit denen umgehen, die es doch „nur gut mit dir meinen“?

  1. Nur du allein weißt, was wirklich gut für dich ist! Und wenn du das häufig nicht weißt, dann verbringe mehr Zeit mit dir selbst und lerne dich kennen. Solltest du Redebedarf haben, sprich mit jemandem außerhalb deines (Familien)Systems.

  2. Manchmal ist gut gemeint tatsächlich gut! Mache nicht automatisch das Gegenteil von dem, was „gut gemeint“ ist von deinem Gegenüber. Hinterfrage dein Motiv genau so, wie das des anderen.

  3. Nur die anderen allein wissen, was wirklich gut für sie selbst ist! Kümmere dich nicht permanent um die Belange anderer, denn ja – als Außenstehende ist es auf Grund des Abstandes zur Situation oft leichter, es besser zu wissen und/oder zu können. Und auch wenn es „nur gut gemeint ist“: Manchmal sind Ratschläge eben auch Schläge…

     

lebenshungrige Grüße

Simone

Nach einer über 25-jährigen intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Essstörungen kann man mich getrost als Expertin auf diesem Gebiet bezeichnen. Und doch gerate auch ich immer mal wieder in die Hochstaplerinnen-Falle und befürchte, dass ich vielleicht doch nicht genügend Ahnung habe und ALLE das demnächst merken werden. Das Phänomen, insgeheim davon überzeugt zu sein, dass sein Erfolg nur auf Glück, Charme und/oder guten Beziehungen basiert und nicht auf eigenen Leistungen und Erfahrungen, hat einen Namen: Man nennt es das Hochstapler- oder auch Impostor Syndrom. Impostor ist das englische Wort für Hochstapler und Betrüger.

Natürlich kennt jeder Mensch Momente des Zweifelns. Menschen mit Impostor Syndrom allerdings sind selbst nach unzähligen Erfolgserlebnissen nicht in der Lage, an ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben. Sie leben in ständiger Angst davor, enttarnt und bloßgestellt zu werden. Wer unter dem Impostor Syndrom leidet, hat eine überzogene Vorstellung von Kompetenz, eine komplexe Meinung zu den Thema Erfolg und große Furcht vor negativer Kritik.

Warum gerade (essgestörte) Frauen relativ häufig unter dem Impostor Syndrom leiden, welche prominente und erfolg-reiche „Leidensschwester“ wir haben und wie ich mit dem Impostor Syndrom umgehe, wenn ich mir mal wieder wie eine Hochstaplerin vorkomme, erfahrt ihr in der heutigen Episode von SHeTV:

Das „First Aid Impostor Syndrom Kit“

Hier noch mal meine drei Ideen für den bewussten Umgang mit dem Impostor Syndrom:

1: Mache den Realitätscheck in dem du ein Erfolgstagebuch führst.

 

2: Stelle dir Sandbergs „Billion-Dollar-Frage“: Was würde ich jetzt tun, wenn ich keine Angst hätte?

Zu dieser Frage gibt es eine kostenlose Kurz-Meditation, den MindDetox-Quickie:

Was würde mein angstfreies Ich jetzt tun?“ von mir.

Hier findest du Sheryl Sandbergs Buch Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg

 

3: Tanze deinen eigenen Power Posing Dance oder mache zwei Minuten Power Posen.

Und hier ist der Link zu einem Vortrag von Amy Cuddy über das Power Posing.

 

lebenshungrige Grüße

Simone