Es war einmal eine makellose Seele, die von der göttlichen Mutter Divine auf die Erde gesandt wurde, um menschliche Erfahrungen zu machen. „Du bist perfekt und einzigartig, immer gut so, wie du gerade bist. Genau wie jede andere unsterbliche Seele auch. Denn du bist ein Teil von mir und ich bin immer bei dir. Alles Wissen und Können, das du für diese menschliche Erfahrung brauchst, hast du bereits. Und wenn die Zeit gekommen ist, wirst du mich erkennen und deine irdische Aufgabe erfüllen.“

Dann transformierte die göttliche Mutter die makellose Seele in ein winziges Menschenkind in einem  Mutterleib. Und Divine legte dem schlafenden Ungeborenen den Zeigefinger sanft zwischen Nase und Mund und das Philtrum („Liebeszauber“ die kleine Einkerbung zwischen Mund und Nase) entstand als Erinnerung an das göttliche Wissen.

Divine wisperte „pssst“ und das Baby begann zu träumen…

Viola erblickte als zweite Tochter ihrer Eltern an einem verregneten Novembertag das Licht der Welt. Mutter und Vater taten ihr Bestes, doch weil sie sich nicht an ihre göttliche Herkunft und Aufgabe erinnern konnten, waren sie voller Sorgen und schienen nie wirklich anwesend.

Und so wurde auch die kleine Viola zu einem Mädchen erfüllt von Zweifeln und Ängsten. Egal wie sehr die Kleine sich anstrengte, nie schien sie so erfolgreich, beliebt oder hübsch wie andere Mädchen zu sein. Und nur selten bekam sie die ersehnte Anerkennung und Aufmerksamkeit der Eltern, nach der sie so sehr hungerte. Und das nährte ihren Schmerz und fraß an ihrem Selbstvertrauen.

Viola beendete die Schule und begann die Ausbildung, die ihre Eltern empfohlen hatten. Doch auch an diesem Ort fühlte sie sich weder wohl noch zugehörig. Alles erschien ihr bedeutungslos und gleichzeitig zu anstrengend. Egal was sie tat, in ihren Augen war es nie gut genug. Denn sie fand immer eine, die es besser konnte oder eine andere, die hübscher war.

Eines Tages hielt sie den nagenden Schmerz nicht mehr aus und versuchte unbewusst, die innere Leere mit Essen zu füllen.

Doch danach übermannten sie Schuld und Scham und Viola beschloss, von nun an diszipliniert zu essen, viel Sport zu machen und äußerlich perfekt zu werden. Sie war sich sicher, dass dadurch ein wundervoller Prinz in ihr Leben treten würde. Und der würde ihr endlich all die gewünschte Bestätigung, Anerkennung und Liebe geben, nach der sie so sehr hungerte.

Während der nächsten Jahre kamen und gingen die Jobs und die Männer. Immer häufiger tröstete Viola sich über die Verluste und Enttäuschungen mit Essen hinweg, während sie gleichzeitig immer besessener von der Perfektionierung ihres Äußeren wurde. „Wäre ich doch nur disziplinierter und hätte einen Traumkörper, könnte ich auch ein Traumleben haben!“ war eines ihrer Mantras, mit denen sie den Schmerz weiter nährte.

Eines Nachts, Viola hatte zwar seit einiger Zeit einen neuen Freund, verzweifelte jedoch an ihrem aktuellen Chef, erschien ihr im Traum eine wunderschöne Frau.

Diese Lichtgestalt sagte zu Viola: „Nicht er muss sich ändern, damit sich etwas ändert!“

Als Viola am nächsten Morgen erwachte, hatte sie das Gefühl, dass in der Nacht etwas Bedeutsames passiert war. Doch sie konnte sich nicht so recht an ihren Traum erinnern und vergaß auch das Gefühl im Laufe des Tages.

Und so nahm sie sich mal wieder vor, endlich kontrolliert und diszipliniert zu essen. Außerdem motivierte sie sich mit dem Gedanken, dass ihr Chef sie heute sicher loben würde, weil sie gestern länger gearbeitet und deshalb seine Präsentation früher als erwartet fertig bekommen hatte.

Doch schon gegen Mittag war sie frustriert und gestresst. Die erhoffte Anerkennung war erneut ausgeblieben. Und Viola ertappte sich dabei, wie sie heimlich wieder und wieder in die Keksschachtel griff, die eigentlich für die Kunden gedacht war. Den Nachmittag verbrachte sie hauptsächlich damit, ihr unkontrolliertes Fressen vor den Kolleginnen zu vertuschen und sich für ihr Verhalten zu verurteilen. Dadurch schaffte sie ihr geplantes Arbeitspensum nicht. Frustriert schlich sie nach Hause, aß weiter, ignorierte ihren enttäuschten Freund und fiel schließlich erschöpft ins Bett.

Und so reihte sich Tag an Tag, Woche an Woche und Monat an Monat.

 

Bis Viola es nicht mehr aushielt und glaubte, einen Ausweg gefunden zu haben. Da sie keine Kraft

mehr hatte, sich um eine neue Stelle zu bemühen, beschloss sie, Mutter zu werden. Sicher würde sie in dieser Rolle aufgehen und endlich Anerkennung bekommen und zufrieden werden, glaubte sie.

Viola wurde schwanger und ging nach einigen weiteren unbefriedigenden Monaten in Elternzeit. Doch noch immer hatte sie ihr Essverhalten nicht „im Griff“ und versuchte weiterhin, ihr Gewissen durch Sport zu erleichtern.

Als ihre Tochter einige Wochen zu früh zur Welt kam, fühlte Viola sich schuldig. Lag es an ihrer ungesunden Ernährungsweise und an zu viel Bewegung, dass die arme Kleine jetzt auf der Frühchenstation lag? Konnte sie nicht mal eine gute Mutter sein?

Doch als sie ihrer Tochter in die Augen blickte, fand sie dort eine Weisheit und ein Wissen, das sie an irgendetwas Vergessenes erinnerte und ihr seltsam vertraut vorkam. Für einen kurzen Moment fand Viola Frieden und Sicherheit in sich. Ein Gefühl, welches sie in den raren Momenten hatte, in denen sie sich erlaubte, alleine durch die Wälder zu streifen und eins mit der Natur zu sein.

Viola liebte ihre Tochter sehr. Und doch brachte ihr die Mutterrolle nicht das, was sie sich erhofft hatte. Sie war permanent unsicher und gestresst und fand unzählige Gründe dafür, dass alle anderen Mütter ihre Rolle besser erfüllten, als sie selbst. Erneut begann Viola, ihre negativen Gedanken und Gefühle mit Hilfe von Essen hinunter zu schlucken.

Wieder reihten sich Tag an Tag, Woche an Woche und Monat an Monat.

 

Und die verzweifelte Viola fand eine neue Lösung. Sie beschloss, ihren Freund zu heiraten. Sicher hätte er dann endlich mehr Zeit und Verständnis für sie und alles würde besser werden, glaubte sie.

In der Hochzeitsnacht hatte Viola einen Traum. Ihr erschien erneut die Lichtgestalt die wieder zu ihr sprach: „Nicht er muss sich ändern, damit sich etwas ändert!“

Am nächsten Morgen erinnerte sich Viola an ihren Traum und sie wusste, dass diese Botschaft bedeutend war. Und es war ihr, als sollte sie an etwas ganz Entscheidendes erinnert werden, dass sie scheinbar vergessen hatte. Doch der Alltag holte sie schnell ein und sie verdrängte die nächtliche Erfahrung.

Erneut reihten sich Tag an Tag, Woche an Woche und Monat an Monat.

Und Viola ging es nicht besser. Sie fühlte sich mit dem Kind überfordert, während sie sich gleichzeitig zu Hause langweilte. Noch immer verglich sie sich mit anderen Frauen und verlor bei diesen Vergleichen.

Ihr Körper war das Schlachtfeld, auf dem sie unzählige innere Kämpfe austrug. Viola hungerte, sie fraß, sie machte Sport, sie kreiste permanent um die gleichen Gedanken. Je aufgewühlter ihr Verstand zappelte, desto tiefer versank sie im Sumpf der Hoffnungslosigkeit.

Verzweifelt suchte Viola nach einer neuen Lösung. Eines Nachts wälzte sie sich mal wieder schlaflos hin und her und dachte über ihre Zukunft nach: „Sollte sie vielleicht doch wieder arbeiten gehen? Oder wäre es Zeit für ein zweites Kind? Was tun mit der sich ständig einmischenden, herrischen Schwiegermutter? Vielleicht würde es ihr besser gehen, wenn sie sich von ihrem Mann trennte und vom Land in die Stadt zöge?“

Erst in den frühen Morgenstunden schlief Viola schließlich erschöpft und entmutigt ein. Kurze Zeit darauf begann sie zu träumen.

Im Traum erschien ihr erneut dieses überirdische Lichtwesen und es sagte zu ihr: „Nicht im Außen musst sich etwas ändern, damit sich etwas Entscheidendes ändert.“

„Wer bist du“, fragte Viola „ich erinnere mich irgendwie an dich und doch weiß ich nicht, woher und warum!“

„Du erkennst mich nicht, weil du dich nicht kennst“, antwortete die Erscheinung. „Kein Gewicht, kein

Job, kein Mann, keine Aufgabe, kein Kontostand und keine Auszeichnung kann dir geben, was du wirklich suchst.“

„Aber ich bin so rastlos, so unglücklich so voller Negativität und Sinnlosigkeit. Ich bin traurig und wütend, ich bin einsam, voller Schuld und Scham, sprachlos, disziplinlos und ich hasse mich und mein Leben so sehr. Ich kann einfach nicht mehr, ich will nicht mehr!“ brach es aus Viola heraus.

„Das ist gut“, antwortete die Erscheinung sanft, „denn jetzt bist du wirklich bereit für die Kapitulation. Du kannst nicht mehr kämpfen? Dann hör einfach auf damit. Akzeptiere, was ist und erkenne, dass es okay ist. Hör’ auf zu zappeln und zu strampeln und werde ruhig. Du bist sicher. Du bist richtig. Und du bist wichtig. Es ist kein Zufall, dass du hier bist, du bist kein Unfall. Und du wirst bekommen, wonach du dich so sehr sehnst, nur nicht so, wie du es erwartest.“

„Aber wie denn, ich habe doch schon alles versucht?“ antwortete Viola verzweifelt „Wenn ich meinen Traumjob hätte und meinen Traummann und meinen Traumkörper, dann hätte ich ein Traumleben, aber so?!?“

Vielleicht ist es an der Zeit, mit dieser Art des Träumens aufzuhören“, antwortete das Lichtwesen liebevoll.

„Aber das hier gerade passiert doch auch in meinem Traum!“ protestierte Viola.

„Ja, das hier ist ein Traum und du lebst dein Leben ebenfalls wie in einem Traum, einem Alptraum allerdings.“ sagte die Erscheinung sanft „und jetzt ist es an der Zeit, aufzuwachen und deinen wahren Hunger zu stillen.“

„Mein Leben fühlt sich meistens an wie ein Alptraum, nie bin ich gut genug, ständig rastlos auf der Suche, nie bekomme ich genügend Aufmerksamkeit, Bestätigung und Liebe!“

„Wie könntest du nicht gut genug sein, du bist ein Teil von mir?

Wache auf und schenke dir selbst all die Aufmerksamkeit, Bestätigung und Liebe nach der du hunge

rst und du wirst ein traumhaftes Leben führen.“ sagte die göttliche Mutter Diven, legte Viola den Finger auf das Philtrum sagte sanft „pssst“ und Viola fiel in einen traumlosen, tiefen und erholsamen Schlaf.

 

Am nächsten Morgen erwachte Viola und hatte das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Alles um sie herum schien so harmonisch, bunt und schön. Viola war völlig entspannt, voller Liebe, Vertrauen und Dankbarkeit und sie realisierte vergnügt, dass auch ihre Tochter erstaunlich pflegeleicht schien.

Liebevoll und gut gelaunt verabschiedete sie sich von ihrem verwunderten Mann und genoss den Tag in vollen Zügen. Ihr Mann kam überraschend früh aus dem Büro zurück und lud Viola zum Abendessen in ihr Lieblingsrestaurant ein. Die Schwiegermutter bot sich als Babysitter an und Viola ignoriere deren Belehrungen selbstbewusst, setzte eine verbale Grenze und registrierte innerlich lächelnd, dass die Schwiegermutter das Gezeter verwundert aufgab.

Nichts im Außen war anders.

Doch in Viola hatte sich alles gewandelt.

Sie war erwacht aus dem Alptraum und hatte erkannt, wer sie selbst war.

Und durch dieses Erwachen war ihr innerer Hunger gestillt.

Nie wieder spürte sie dieses übermächtige Verlangen nach Essen.

Selbsthass und Selbstzweifel waren verhungert.

Selbstliebe und Selbstvertrauen wurden genährt.

 

Von nun an lebte Viola glücklich und gesund und brachte Glück und Gesundheit in das Leben vieler anderer Menschen.

Bis Violas unsterbliche, makellose Seele ihre menschliche Aufgabe endgültig erfüllt hatte und erneut komplett mit der göttlichen Mutter Divine verschmolz.

 

Nachdem du diese magische  Geschichte gelesen hast, lese ich sie dir gerne noch mal vor:

Lass dir dein Leben schmecken <3

Simone

P.S.: Wenn du deinen Kontakt zu DIVINE (wieder)finden und vertiefen möchtest, empfehle ich dir hierzu die SelfhelpSession „BELIEVE N‘ RECEIVE!