Leider breitet sich ein aus den USA kommender gefährlicher Trend in Verbindung mit Essstörung via Internetforen und Fernsehshows aus.

Der provokative Slogan „Anorexia/Bulimia is a lifestyle, not a disease”* steht für die „Pro-Ana“ bzw. „Pro-Mia“ Bewegung.

Hierunter ist ein Zusammenschluss junger Menschen zu verstehen, die kein Problembewusstsein bezüglich des Suchtcharakters und den Gefahren von einer Essstörung haben. „Ana“ steht hierbei für Magersucht, „Mia“ für Bulimie. Absichtlich klingen die Bezeichnungen wie Mädchennamen, da die Betroffenen sich nach einer kindlichen Figur sehnen.

Die Mitglieder dieser „Pro-Ana bzw. -Mia“ reden über Hungern und Abnehmen als wäre es eine Religion 

So lautet z. B. eines ihrer 10 Gebote „Dünn sein ist wichtiger als gesund sein“. In ihrem Glaubensbekenntnis ist zu lesen, dass Kontrolle, Perfektion, Kalorientabellen und die Waage das Wichtigste in ihrem Leben sind. Weiterhin werden „Ana“ und „Mia“ personifiziert und als ihre einzig wahren Freunde genannt.

Mit niedlichen Namen wie Skinny, Cutie oder Schneewittchen tauschen sie via Internet Tipps und Tricks aus, wie der untergewichtigen Idealfigur noch näher zu kommen ist. Mit Slogans wie „Ana is Love“ und „hungry is beautifull“ wirbt die Szene für einen Selbstmord auf Raten. Manche machen das mit ATTE ganz bewusst, denn dass bedeutet Ana Till The End… Mit der Essstörung in den Tod…

Laut Wikipedia sind nach Bemühungen der National Association of Anorexia Nervosa and Associated Disorders (ANAD) und ähnlicher Verbände sind einige Anbieter dazu übergegangen, Pro-Ana-Websiten vom Netz zu nehmen, die über ihre kostenlosen Angebote öffentlich zugänglich gemacht wurden. Andere wiederum sollen dies jedoch auch mit dem Hinweis auf Meinungsfreiheit abgelehnt haben.

Die französische Nationalversammlung hat im April 2008 einen Gesetzesvorschlag verabschiedet, der die „Anstiftung zur Magersucht“ unter Strafe stellt. In Deutschland hat die jugendschutz.net GmbH ebenfalls im April 2008 einen Bericht vorgelegt, nach dem 80% der Foren und Websites zum Thema Magersucht jugendgefährend seien. Die Organisation erreichte nach eigenen Angaben die Entfernung von 70% dieser Angebote.

Helft bitte mit, dass sich dieser lebensverachtende Trend zum Thema Essstörung nicht weiter ausbreitet und meldet entsprechende Seiten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.

Denn eine Essstörung ist definitiv nicht irgendein Lebensstil, sie ist eine gefährliche Krankheit, die chronisch werden kann und im schlimmsten Fall tödlich endet.

* D. h. so viel wie: Anorexie/Bulimie sind eine Art zu leben, ein Lebensstil, und keine Krankheit

Hier ein Beitrag von RTL „extra“: