Magersucht: Was ist das?

Die Magersucht (lateinisch: Anorexia Nervosa), oftmals auch Anorexie genannt, gehört neben der Bulimie (lateinisch Bulimia Nervosa) zu den Essstörungen, von denen hauptsächlich junge Frauen betroffen sind. Der Großteil der Frauen mit Magersucht ist zwischen 12 und 28 Jahren alt. Oftmals tritt die Bulimie als „Folgeerkrankung“ einer Magersucht auf.

Aufgrund der anzunehmenden hohen Dunkelziffer ist es nahezu unmöglich zu sagen, wie hoch der Anteil der an Magersucht erkrankten in der Gesamtbevölkerung ist; hier gibt es stark divergierende Zahlen. Im Gegensatz zu Bulimikerinnen sind Frauen mit Magersucht (im fortgeschrittenen Stadium) jedoch meist stark untergewichtig (BMI unter 19) und ggf. daran zu erkennen.

Magersucht gleich Appetitverlust?

Anorexie Nervosa (Magersucht) bedeutet übersetzt „Appetitverlust“. Jedoch ist diese Übersetzung irreführend, da Frauen mit Magersucht ihren Appetit nicht wirklich verlieren. Die Betroffenen leiden unter einer gestörten Selbstwahrnehmung, empfinden sich immer als zu dick. Mädchen und Frauen mit Magersucht versuchen, ihr Gewicht durch Hungern, Diäthalten, Missbrauch von Appetitzüglern und/oder ausgiebigen Sport zu kontrollieren. Da Magersucht-Betroffene sich meist vollständig zurückziehen und hauptsächlich mit Kalorienzählen beschäftigt sind, bleibt die Magersucht bei Verwandten und Freunden oftmals lange unbemerkt. Magersüchtige kaschieren ihre abgemagerte Figur häufig durch weite Kleidung und meiden möglichst Situationen (Sauna, Schwimmbad) bei denen Entkleidung notwendig ist.

Magersucht (1)Magersucht und Kontrolle

Magersüchtige gestehen sich ihre Krankheit häufig nicht ein. Sie wollen dünner werden und sie können hungern. Sie sehen kein Problem, erkennen auf Grund ihrer gestörten Körperwahrnehmung die Gefahr nicht. Sie sehen im Hungern den Sieg über den eigenen Körper und/oder über das Erwachsenwerden, ihre Rolle als Frau. Die seelischen Folgen Beziehungsweite die „Begleiterscheinungen“ der Magersucht sind häufig der ständige zwanghafte Vergleich mit anderen Menschen, Selbsthass, Geiz, zwanghaftes Waschen und/oder Putzen, depressive Verstimmungen und selbstverletzendes Verhalten.

Körperliche Schäden

Langfristig kann die Magersucht zu schwerwiegenden körperlichen Schäden führen. So wird beispielsweise der Stoffwechsel verlangsamt und es treten erhebliche Mangelerscheinungen auf. Es können Hautschäden und Haarschäden entstehen und die Knochen können entkalken (Osteoporose: Verringerung der Knochendichte). Die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und es können Schwächeanfälle auftreten. Bei Mädchen mit Magersucht können Pupertätsentwicklungen stark verzögert werden oder sogar ausbleiben. Im Extremfall kann das Versagen lebenswichtiger Organe zum Tode führen.

Wie entsteht Magersucht?

In diesem Artikel habe ich die Ursachen aller Essstörungen sowie die Chancen dahinter beleuchtet.

 

Was „sagt“ die Magersucht?

In diesem Video habe ich versucht, der Magersucht eine Stimme zu geben: