Binge Eating: Was ist das?

Der Begriff Binge Eating Disorder (BES: Disorder = Störung) wurde erstmals 1959 in den USA von Stunkard erwähnt und ist die wohl am häufigsten auftretende Essstörung. Aufgrund der anzunehmenden hohen Dunkelziffer ist es nahezu unmöglich zu sagen, wie hoch der Anteil der Erkrankten an der Gesamtbevölkerung ist; hier gibt es stark divergierende Zahlen. Im Gegensatz zu Bulimie-Kranken leiden Menschen mit der Binge Eating Störung jedoch häufig an Übergewicht (BMI über 25) und sind eventuell daran zu erkennen. Die Binge Eating Störung ist nicht gleichzusetzen mit Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht), denn Adipositas kann auch andere Ursachen als zu viel Essen haben.

„To binge“ kommt aus dem Amerikanischen und wird dort im Zusammenhang mit exzessivem Trinken gebraucht. „Binge Eating“ könnte man also mit „sich mit Essen besaufen“ übersetzen. Anders als bei der Bulimie und der Anorexie sind von der Binge Eating Disorder häufig auch Männer betroffen und zwar ca. 35% der Erkrankten.

Menschen, die unter einer Binge Eating Störung leiden, werden regelmäßig von Heißhungerattacken heimgesucht. Diese können einmal in zehn Tagen aber auch mehrmals täglich auftreten. Die Heißhungerattacken lösen meist Essanfälle aus, bei denen die Betroffenen jegliche Kontrolle über sich verlieren und ihr Sättigungsgefühl völlig unterdrücken. Häufig nehmen die Erkrankten innerhalb kürzester Zeit über 5.000 Kalorien zu sich. Die Essanfälle werden von Menschen mit einer Binge Eating Störung als permanente Niederlage erlebt.

Das Essverhalten eines typisch Übergewichtigen unterscheidet sich von einem Binge Eating Syndrom – Betroffenen, denn ein typisch Übergewichtiger überisst sich ständig. Die Frustration über den Kontrollverlust, Schuld- und Schamgefühle führen häufig zu einer erneuten Heißhungerattacke. Die Erkrankten befinden sich in einem Teufelskreis.